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| Ein Blog mit Neuigkeiten über meine fiktive Animationsserie/Satire "Bruchbach Serenade", den real existierenden Comic dazu und andere verwandte Themen wie z.B. Gedanken zur Serie, neue Ideen zu Handlungen, Skripte, Artwork etc. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach |
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Jetzt habe ich nach mehreren Monaten 386er auch den Pentium 166 mal wieder angesteckt und auf die leere Platte ein schönes DOS 6.20 und Windows 3.11 installiert. Ist sehr schön geworden, eine wirklich gelungene und stabile Installation. Da musste ich gleich ein paar Bildchen machen, siehe hier und Link:![]() Hier unter dem Link gibt es noch mehr hübsche Screenshots vom System: http://www.bruchbach.de/wfwneu.htm Ich wünsche ich allen Bloglesern einen Guten Rutsch ins Neue Jahr :-). | ||
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Als Aspekt des Widerstandes gegen eine Frontaldigitalisierung hatte ich mich ja vor einiger Zeit von meinem defekten Schnickschnackscheibendreher getrennt. Ich war mit der Anwesenheit des Gerätes sowieso nie recht glücklich, da mir auch die sporadische Verwendung immer sehr inkonsequent erschien. Außerdem war es ein Gerät mit semi-aktuellem Baujahr in einem eigentlich vom 21. Jahrhundert befreiten Gebiet. Nun ist der Scheibendreher weg und der Medienkonsum wieder analog. Was trotzdem bisweilen das dezente Problem aufwirft, was man nach einem anstrengenden Arbeitstag medial konsumieren soll. Fernsehempfang habe ich seit fast 10 Jahren nicht mehr (die aufgedrängte Zwangsdigitalisierung und dadurch bedingte Eliminierung "alter" Geräte dort betrifft mich also zum Glück nicht). Nun kann man natürlich auch ein gutes Buch lesen oder eine schöne VHS gucken, die Auswahl ist ja sehr groß. Aber der VHS-Rekorder soll mindestens nochmals weitere 20 Jahre funktionieren (40 Jahre würde mir als akzeptable Lebensdauer eines Gerätes erscheinen, gerne mehr) und sollte daher nicht ständig beansprucht werden. Des Problems Lösung: analoge Tonspuren von Filmen und Serien auf Audiokassetten. Ich hatte mir dafür noch kurz ein Wochenende ein Schnickschnack-Notebook geliehen, daß so extrem neu ist, daß es DVD-Scheibchen abspielen kann. Stecker mit zweimal Klinke in die Kopfhörerbuchse vom Notebook und Mikrofoneingang eines Kassettenrekorders und Aufnahme. Und auf so ein 90-Minuten-Magnetband geht ja doch einiges drauf, z.B. auch vier Episoden Tonspur von der Muppet Show. Die Bilder dazu kenne ich ja sowieso. Und weil nur eine überschaubare Laufzeit Platz hat, verliert das einzelne Medium auch nicht seine Identität. Wunderbar analog halt. Nun habe ich manch nette Tonspur, die sich sowohl auf Neugeräten, als auch auf 40 Jahre alten Geräten oder mobil im Autoradio abspielen lässt. Was will man mehr. Ach ja, ein kurzes Skript habe ich kürzlich aus einer Laune heraus auch geschrieben, das ist aber thematisch eher speziell. Ist jetzt kein großer Wurf und hat gewisse Mängel, aber für eine auf die Schnelle getippte Idee ist es ganz nett geworden, siehe hier. | ||
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Im Moment tut sich mal wieder wenig im Blog. Das hat wohl irgendwie auch
damit zu tun, daß mein Interesse für den ganzen Onlinekram zur Zeit wieder
fast Null ist. Ich war (glaube ich) privat seit 3 Wochen nicht mehr online und
vermisse auch nichts. Ich verwende eigentlich nur noch den 386SX25, weil ich
keinerlei Anforderungen mehr habe, die er nicht locker und ohne Probleme
erfüllen kann. Wir haben mittlerweile von der Mentalität her irgendwie einen Stand
erreicht, an dem z.B. Computer nicht mehr als Inspirations- und
Kreativitätsquellen (und nette kleine Wunderwerke) betrachtet werden, sondern
nur noch banal mit Gebrauchs- und Wegwerfartikeln wie einer Rolle Klopapier
gleichgesetzt werden. Das selbe gilt zunehmend für Filme, Musik, persönliche
und greifbare Medien aller Art. Nur noch Vereinheitlichung und Leistung und
Bequemlichkeit. Und wenn man sich kritisch dazu äußert, dann gibt es nur stets die
gleichen Standardantworten und Denkmuster. Ist halt so, ist doch super. Sollte man es wagen, dezent von
Indoktrination zu sprechen, fühlt sich aber auch gleich wieder jeder auf den
Schlips getreten. Meh. In allen Medien nur noch die dicke Keule mit digitalem Konsum (Konsum wohlgemerkt, keine Aktivität außerhalb von festen Schablonen) und dem Streben nach solcher "Lebensqualität" und Perfektion. Ich weiß, das sage ich ständig, aber es fällt mir momentan wieder besonders bitter auf. Keine Ahnung, ob es an mir liegt, oder ob es momentan tatsächlich wieder besonders ausgeprägt ist. Natürlich ist es bedauerlich, wenn neue Bruchbach-Folgen und andere Projekte unter meiner generellen Online-Unlust leiden, aber es wird auch in diesem Bereich garantiert wieder Neues geben. Ob das mit dem neuen Comic klappt, kann ich allerdings noch nicht sagen. Die Zeichnerin möchte große Storyteile und viele Szenen von "Vienna Calling" einfach weglassen, damit die Story kürzer und schneller wird. Das mag bei dem ausufernden Gefasel vielleicht sogar notwendig sein, aber so recht anfreunden kann ich mich damit nicht. Wir werden sehen. | ||
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Ergänzend zum vorherigen Beitrag hier noch ein paar interessante Filmchen zu
Demos: Die nachfolgende "Batman Forever"-8-Bit-Demo ist für den Amstrad/Schneider-CPC-Rechner
mit 128 KB geschrieben. Sieht richtig gut aus, muß ich auch als C64-Fan neidlos zugeben. Hut ab. http://www.youtube.com/watch?v=dqjZNnjNu3Y Besonders schwierig für Demos wird es natürlich am unteren Ende der Leistungsskala, z.B. mit einem Sinclair ZX 81. Das ist ein sehr einfach aufgebauter 1981er Rechner mit Folientastatur, der ab Werk 1 KB Arbeitsspeicher hat, keine Farben, keinen Ton und ohne Tricks auch kaum Grafik. Die folgende Demo für ZX81 benötigt 16 KB Speicher: http://www.youtube.com/watch?v=X92xvLlbnVg Als Kontrastprogramm hier noch was aus dem aktuellen Windows-Bereich. Optisch hübsch, aber natürlich 47 MB Daunlod und mindestens dicke Huppifluppi-Hardware. Aber schön bunt ;-): http://www.youtube.com/watch?v=VG2Fomp4aXc Das soll es aber nun zum Thema sein. | ||
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| Kein besonders einfallsreiches Thema, aber hier mal ein paar kunterbunte Filmchenlinks zu bekannten Demos aus dem C64- und DOS-Bereich: Hier die beiden Teile von "Edge of Disgrace" auf dem C64 - eines der IMO technisch schönsten und umfangreichsten Demos auf dem Brotkasten. Und man muß sich beim Ansehen und Anhören natürlich stets vor Augen halten, daß diese Demo auch auf einem originalen Commodore 64 mit Baujahr 1982 genau so laufen würde. Das ist Evolution von Design und Grafik unabhängig von der Hardware, rein durch kreative Ausnutzung neuer Tricks und Ideen, an die damals niemand dachte, die aber in der 8-Bit-Technik bereits präsent waren. Siehe hier (in jedem Fall beide Teile ansehen, ein paar der technischen Highlights sind erst zum Schluß hin zu sehen): http://www.youtube.com/watch?gl=GB&hl=en-GB&v=yFdjWSaDlIo http://www.youtube.com/watch?gl=GB&hl=en-GB&v=0b4uGv-9xpw Hier noch etwas DOSen-Kram - eine der vom Design her schönsten DOS-Demos, "Hyperventilation" von 1998 mit "Abba"-Thema. Auch die zeigt sehr schön, was man mit DOS bei guter Programmierung so alles machen kann. Auf dem 386er läuft die allerdings nicht, auf dem Pentium 166 aber schön flüssig bzw. genauso schnell wie auf diesem Filmchen: http://www.youtube.com/watch?v=a4KhEs4kJNI Und hier noch der Klassiker des Genres, der natürlich nicht fehlen darf: "Second Reality" von 1993. Die läuft auf dem 386SX25 erstaunlich flink, nur bei dem texturierten 3D-Kram am Ende geht ihm ein klein wenig die Puste aus: http://www.youtube.com/watch?v=8G_aUxbbqWU Wie ist die Meinung der Blogleser zum Demo-Thema generell? | ||
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| Am Montag letzter Woche hatte ich mal wieder einen Termin zur
Kernspintomographie am Becken. Es war schon der zweite dieses Jahr und
die Krawallröhre geht mir so langsam auf den Senkel ;-). Nun musste ich bis heute
auf das Ergebnis warten, was mir doch etwas Sorgen gemacht hatte - zumal
ich wieder Schmerzen im Steißbeinbereich und den Beinen habe. Heute kam nun jedoch telefonisch der Befund: es ist weiterhin kein neuer Befall zu sehen (man merkt, ich drücke mich um das böse K-Wort ;-)), weder am ursprünglichen Tumorherd, noch im Bereich der vorherigen Metastasen an Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse. Was aber nach wie vor deutlich zu sehen ist, ist eine starke Knochenschädigung durch den vormaligen Tumor. Ich bleibe euch aber in jedem Fall vorerst erhalten, was sicherlich auch den Videorekorder, den 386er, die Commodores und all ihre Kollegen freuen wird. Wer weiß, wie es denen sonst in dieser dunklen Welt ergangen wäre. Die Retro-Kabbelei im Who-Forum ist übrigens noch ein wenig weitergegangen. Da kommen ja ganz interessante Argumente pro Fortschritt vor, wen es interessiert, siehe Retro etwa ab hier bzw. in einer separaten Kabbelei siehe hier. | ||
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| Irgendwie habe ich momentan keine interessanten Beiträge. Die zeichnerische Arbeit am neuen Comic hat noch nicht begonnen, ich habe aber das Skript bereits überarbeitet. Sobald es erste Beispielseiten und Skizzen gibt, werde ich diese hier präsentieren. Am Wochenende habe ich den 386SX25 wieder webfähig gemacht. Eigentlich wollte ich mal Arachne für DOS als Onlinepaket zum Laufen bringen, aber das will irgendwie nicht. Es mag am Provider liegen, der für DOS nichts mehr übrig hat. So habe ich die Sache dann auf WfW umgesetzt, was zugegeben keine große Kunst ist mit automatischem Konfigurationsskript und dergleichen. Es läuft völlg stabil, der www-Bereich ist aber wegen der 6 MB RAM ein wenig träge, hier würden wohl 2 oder 4 MB mehr helfen. Hat nicht zufällig jemand einen 8er Riegel, der auf das SX-Board von 1991 passt? Mich würde mal interessieren, wieviel 10 MB RAM performancemäßig bringen würden (2 MB sind onboard). Email geht aber sowieso flink mit einem älteren Eudora Light, der gerade mal 315 KB groß ist. Hier noch zwei Bildchen vom 386er: ![]() ![]() | ||
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Hier noch eine Beispielseite aus dem vierten Comic. Ich habe mich nun doch für eine andere Zeichnerin entschieden. Der erste Entwurf war zwar sehr schön, wirkte aber auf mich von der Gestik und Mimik her etwas statisch. Der Comic wird nun im folgenden Stil gezeichnet, ich hoffe, dies wird auch den bisherigen Lesern gefallen:![]() Das letzte Panel ist nur skizziert und noch nicht ganz fertig. Meinungen sind jederzeit willkommen. | ||
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Noch ein wenig Bruchbach-Artwork. In Kürze gibt es auch zum Thema vierter Comic Neues zu berichten bzw. auch erste Seiten zu sehen.![]() | ||
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| "Bevor Sie sich das Videoprogramm Ihrer Wahl ansehen, bitten wir einen Moment um Ihre Aufmerksamkeit..." Was mag wohl aus dem netten Sprecher geworden sein,
der einen auf fast jeder Film-VHS mit diesen Worten begrüßt und dann auf die Altersfreigaben verwiesen hat? Wie auch immer - das eigentliche Thema dieses
Beitrages ist eigentlich nur der Hinweis, daß mein Filmkonsum seit Samstag wieder 100% analog ist. Der Schnickschnackscheibendreher ist defekt und ich
habe auch nicht die Absicht, mir in nächster Zeit ein Ersatzgerät zu kaufen. Wozu auch? Ich meine...auf dem Kasten stand "Cyberhome". Was auch immer der
Begriff bedeuten mag, ich möchte jedenfalls nicht in einem Cyberhome leben.
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| Ich bin momentan auch wieder an der Realisierung des vierten Comics dran. Auf eine Rundfrage hin haben sich nun 3 Zeichner interessiert gezeigt. Von einer Zeichnerin habe ich auch bereits einen Entwurf für die erste Seite erhalten. Die Story wird natürlich "Vienna Calling" werden. Hier mal der Entwurf der ersten Seite im neuen Stil. Wie ist die Meinung der langjährigen Leser dazu? Kommentare hier oder per Mail sind jederzeit willkommen, sie werden mir sicher auch bei der Entscheidungsfindung für einen Zeichner oder Zeichnerin helfen. ![]() | ||
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Im Moment komme ich leider kaum zum schreiben, obwohl ich mir einige interessante Themen für das Blog vorgenommen habe. Ich hoffe, daß ich demnächst wieder mehr Zeit für Gefasel finde. Hier ganz kurz noch Links zu drei recht netten MODs, die momentan häufig auf dem 386er rauf und runter dudeln. Es sind "simple" 4-Kanal-MODs, aber klanglich IMO schön gelungen. http://modarchive.org/data/downloads.php?moduleid=57934#spacedeb.mod http://modarchive.org/data/downloads.php?moduleid=42146#enigma.mod http://modarchive.org/data/downloads.php?moduleid=59344#stardstm.mod | ||
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Von Leserin Beri habe ich eine schöne Fanart mit Alex erhalten. Ich habe zwar keine Ahnung, wer das Kind ist, aber das macht ja nichts. Das Bild war wegen des feinen Striches schwierig zu scannen, ich hoffe, man erkennt dennoch etwas.![]() | ||
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Als Nachtrag zum (deutschen) Comicthema in der letzten Folge hier ein hübscher Link zu
einem legalen Online-Comic aus dem Kauka-Universum. Dieser Lupo-Comic von 1966 zeigt
recht deutlich auf, wie "politisch grob inkorrekt" und konservativ (?) gerade die
Kauka-Comics zum damaligen Zeitpunkt waren. Auf der anderen Seite ist die Story
trotz ihrer inhaltlichen Bedenklichkeiten deutlich gewitzter, als irgendwelche
08/15-Tortenklauereien für die jüngste Zielgruppe aus den 80ern: Es gäbe auch manch ernsthafte Micky-Maus-Comics aus den 50er/60er Jahren online zu lesen, aber das erscheint mir rechtlich höchst fragwürdig und nicht verlinkenswert. "The Return of the Phantom Blot" von Paul Murry von 1964 ist da z.B. eine gelungen atmosphärische Geschichte. | ||
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| Kurznews: den zweiten Comic gibt es nun komplett zum Onlinelesen, siehe hier: http://www.mycomics.de/verlagscomics/cartoon/bruchbach-serenade-teil-2-klassik-pur.html Ich finde das Interface ja höchst umständlich und schnickschnackig, aber das liegt sicher an mir. Die Story des Comics selbst ist recht dünn, aber es sind IMO viele nette Gags drin. | ||
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| Hier wie versprochen die aktuelle Staffel-9-Folge: 174. Oh Badger, Where Art Thou Die Folge beginnt mit Klaus, Rick und Mike vor den Toren der großen Comicmesse in der Großstadt rechts von Bruchbach. Rick erklärt Mike leise, daß er nicht sehr begeistert darüber ist, daß sie Klaus (der als einziger ein funktionierendes Auto hatte) mit auf die Messe nehmen müssen. Er zeigt demonstrativ ein paar Fotos von diversen anderen "modernen" Messen vor, auf die sie Klaus mitgenommen hatten - die Fotos zeigen in obskuren Szenen, wie alle drei vom Sicherheitsdienst vom jeweiligen Messegelände geworfen werden. Mike winkt ab und meint, daß nicht mal Klaus auf einer harmlosen Comicmesse etwas zu nörgeln finden wird. Rick ist nicht überzeugt und erklärt, daß das Hausverbot auf der Messe seit den Ereignissen von Folge 16 nun endlich abgelaufen ist, und er keine Zwischenfälle erleben möchte. In der Messehalle zeigt sich schnell, daß er recht behält.
Klaus ist ständig nur am Nörgeln über zuwenige alte Comics
und zuviel neumodischen Kram. Er ist erstaunt darüber, daß in
Deutschland jetzt Comics aus Japan verkauft werden, bei denen die Seiten
durch einen "Druckfehler" auch noch falschherum montiert sind. Rick startet
einen halbherzigen Versuch, Klaus zu erklären, daß auch moderne
Comics sehr gute Ideen und sogar "Bildungsauftrag" haben. Er zeigt Klaus
eine Heftreihe im Manga-Format über das Leben von Johann Wolfgang
von Goethe (wir sehen ein paar illustrierte Szenen mit Manga-Goethe). Es
geht in den Heften u.A. um die Jugendjahre in Weimar, die Italienreise
und um Goethes Abenteuer mit seinen beiden sexy Nichten Matoko und Yusumi
im Kampf gegen den Phantomlord. Klaus ist nicht sehr angesprochen von den
Stories Rick und Mike "parken" Klaus leicht genervt bei einem nostalgisch wirkenden
Stand zu einer alten deutsche Comicreihe über die Abenteuer von Dietbert
Dachs. Die kennt Klaus noch von früher und er verspricht, sich dort
aufzuhalten. Es handelt sich dabei um bunte Hefte über einen schlauen
Comic-Dachs in gelben Latzhosen, der zusammen mit seinem tolpatschigen
Freund Dinkelhund im Auftrag von Waldkommisar Rübe viele, relativ
harmlose Kriminalfälle in einer betulich-deutschen Waldlandschaft
löst. Wobei sich der Stil der Comics in den letzten 30 Jahren aber
deutlich geändert hat und Dietbert Dachs von einem ernsthaften Detektiv
zu einer schlanken Spaßfigur wurde, deren Running Gag daraus besteht,
anderen Figuren Sahnetorten in das Gesicht zu klatschen. Klaus wird am Stand schnell verwickelt in die gar hitzigen Streitereien
zwischen zwei Fraktionen von Dachs-Fans: eine Fraktion lobt die klassischen
Episoden der Reihe und bezeichnet die neuen Comics als hyperaktiven Kaschperl-Kram,
die andere Fraktion lobt die neuen Comics als globale und zeitgerechte
Satire und nennt die alten Ausgaben kleinbürgerlich und verstaubt.
Überhaupt wäre die neue Figur näher an den Wurzeln des Charakters,
der am Anfang auch nur anarchischer Spaßmacher war und erst in den
konservativen Jahren zur "Spaßbremse" wurde. Eine Filmrolle von 1947
mit der Aufschrift "D. Dachs in Drei Dampfschiff-Dödel" wird hochgehalten.
Die beiden Fraktionen bewerfen sich dann verbal gegenseitig mit Storytiteln,
um festzuhalten, welche alte Story jede neue Story schlägt und umgekehrt.
Ein kurzer Blick in ein neues Heft entsetzt Klaus. Schnell fällt er wieder Rick und Mike auf die Nerven. Wir sehen
seine Worte illustriert mit ein paar bunten Comicszenen in animierten Panelen
aus dem Dachs-Universum. Im alten Heft ist Dietbert auf der Suche nach
Geldfälschern im Wald, verfolgt relativ behäbig einige Spuren,
sagt einem frechen Eichhörnchen mit langen Haaren, daß es immer
hilfreich sein muß, wenn ein Onkel Polizist es braucht und löst
am Ende mit einer Moral seinen Fall. Ein animierter Blick in den allerneuesten
Comic zeigt eine hochglanzpolierte Waldwelt, in der Dietbert durch ein
Dimensionstor in die Welt der Osterhasen gerät und dort dem dunklen
Oberhasen eine Sahnetorte ins Gesicht klatschen möchte. Die Story
ist beladen mit Piraten, Transformern, Matrix-Szenen und powervollen Tortensammelkarten,
die Dietbert braucht, um seine Feinde in einem Battle Pie Match zu besiegen. Rick schnappt Klaus die beiden Hefte weg und meint, daß man die
Sache auch aus einem anderen Blickwinkel sehen sollte. Die animierten Panele
aus Ricks Sicht zeigen Szenen aus dem alten Heft, in denen Dietbert seiner
kleinen Freundin hinter dem Herd sagt, daß sie sein Essen kochen
sollte, solange er den Fall löst. Als Dietbert die Geldfälscher
im Wald schnappt, stellen sich diese als lispelnde und gelbe Chinesen-Stereotype
heraus, die von Kommisar Rübe ganz schnell aus "seinem" Wald gejagt
werden. Am Ende sitzen die Charaktere biertrinkend am Stammtisch, prosten
synchron einem Bild von Bundeskanzler Ludwig Erhardt zu, und wünschen
sich weiterhin Beständigkeit und Gemütlichkeit. Im neuen Comic
flitzen die Szenen schnell vorbei. Wir sehen, daß aus Dietberts Freundin
nun eine gleichberechtigte Figur geworden ist, die geistreiche Dialoge
hat. Der Oberhasenschurke stellt sich als Kopf einer ominösen Zensurbehörde
heraus, die die Freiheit im Internet einschränken möchte. Das
Schlußbild ist eine detaillierte Satire gegen Kommerzialisierung
von Ostern und Feiertagen. Zufrieden stellt Rick fest, daß es doch gerade das neue Heft ist,
daß seine jungen Leser zum kritischen Nachdenken über Kommerz
anregt. Wobei sein Argument dadurch etwas verliert, daß beim Blättern
durch das Heft ein riesiger Haufen gestylter und zielgruppenorientierter
Werbung herausrieselt, inklusive der Prospekte für die Dachs-Sammelkarten
(Mike sagt freudig "Hey, eine seltene Level-12-Schwarzwälder-Kirsch
mit mystischer Fallenoption..." und beginnt in seinem Geldbeutel zu wühlen.
Er zieht gleich ein paar Scheine heraus.) Das Gimmick im Heft ist ein Furzkissen
für üble Dachs-Furze. Klaus ist absolut nicht überzeugt.
Mike fragt ihn achselzuckend, ob er das neue Heft denn richtig gelesen
hätte, worauf Klaus erklärt, daß er auf Seite 2 aufgehört
hatte zu lesen, weil Dinkelhund dort ein sogenanntes "Handy" benutzt hatte.
Rick und Mike gehen achselzuckend. Klaus zieht sich schmollend in einen Ruhebereich der Messe zurück
und schläft dort auf einem Sofa kurz ein. In einem seltsamen Traum
begegnet er dem Geist des klassischen Dietbert Dachs, der ihm in einer
Hamlet-artigen Szene erklärt, daß er vom neuen Dietbert Dachs
umgebracht worden ist, und gerächt werden muß. Die Szene wechselt
zu einer surrealen Gerichtsverhandlung im Panelstil. Im Publikum sehen
wir leicht veränderte Karikaturen, in denen sich diverse urdeutsche
Comicfiguren wie z.B. Fix und Foxi, Mecki, Lurchi, Nick Knatterton, Jimmy
das Gummipferd und andere erkennen lassen. Einige davon werden dezent parodiert
- so behaupten die beiden Fix und Foxi-Figuren, daß sie noch immer
"cool" wären und es der Welt beweisen werden. Schon wieder. Die Umsitzenden
lächeln eher mitleidig. Die Verhandlung endet im Chaos, als Goethe
und seine Nichten den Gerichtssaal stürmen und gegen die cybertronischen
Horden des Phantomlords verbarrikadieren. Klaus wacht auf. Er hat nun einen Plan: man muß die Presse mit einer Aktion auf
das Schicksal von Dietbert Dachs aufmerksam machen (und auf das Schicksal
vieler alter Comicfiguren und ihrer Geschichten). Am Stand des Verlages
ist ein Auftritt des Erfinders von Dietbert Dachs geplant, bei dem Klaus
auf die Probleme aufmerksam machen will. Ein Streitgespräch zwischen
Klaus und dem Erfinder läuft schnell aus dem Ruder, weil Klaus auf
Stunk aus ist, und auch der alte Mann letztlich zugibt, daß eine
Comicfigur immer den Charakter hat, der die Verkaufszahlen am besten beflügelt.
Letztlich endet die Aktion damit, daß Klaus dem Erfinder eine dicke
Sahnetorte in sein Gesicht klatscht. Dummerweise ist der alte Mann auf
Sahne allergisch und landet im Krankenwagen. Beide Fraktionen von Fans
schütteln über Klaus den Kopf und erklären, daß es
doch nur um einen Comic geht und man alles übertreiben kann. Klaus
ist verdutzt und wird vom Sicherheitsdienst in einen abgesperrten Bereich
für kleine "Troublemaker" gebracht. Dort schmollt er in einer Gruppe schräger Kinder weiter vor sich
hin und erklärt den Anwesenden, daß er doch nur wollte, daß
sie auch die gleichen Chancen auf ernsthafte Charaktere und Comics haben,
wie er in seiner Jugend. Die Kinder hören ihm nicht zu, sondern blicken
allesamt traurig drein, im Hintergrund ist ein leises Schluchzen zu hören.
Als den Kindern jedoch ein Stoß Comics hingeworfen wird, stürzen
sich diese darauf. Der ganze Stoß besteht aus aktuellen Dietbert-Dachs-Comics
und schnell hört man Gelächter und Freude bei den Anwesenden.
Klaus schüttelt irritiert den Kopf und erklärt laut, daß
das keine guten Comics wären. Er beginnt schließlich ebenfalls
in den Stories zu blättern und nach und nach wandern seine Mundwinkel
mehr und mehr nach oben, bis er schließlich (über sich selbst
erstaunt) auch zu lachen beginnt. Er blickt sich nachdenklich in der fröhlichen
Gruppe um. Als Mike Klaus auslöst ("Ich nehme den Großen dahinten mit...")
steht ein einzelner Reporter vor der Tür und möchte von Klaus
wissen, was die Botschaft hinter seiner Aktion war, aber Klaus meint, daß
vielleicht auch das Lachen eine wichtige Botschaft ist. Mike sagt, daß
sie Rick am Besten nichts von dem Trouble erzählen, denn er hatte
ja Wert darauf gelegt, einen normalen Tag zu verbringen. Rick rennt an
ihnen vorbei. Er trägt eine rosa Perücke und ein ebensolches
Ballkleid, sowie einen großen Karton voll mit Schuhen und Socken.
Ein ganzer Trupp wütender Sicherheitsleute ist barfuß hinter
ihm her. Klaus und Mike rennen ebenfalls mit. Die Kamera schwenkt zur Seite
zu einem Stand, an dem junge Nachwuchszeichner und Talente ihre Werke ausstellen.
Dort sehen wir ein Poster, daß sowohl den klassischen Dietbert, als
auch den neuen Dietbert Dachs zeigt. Beide Figuren sitzen friedlich zusammen
an einem Tisch, trinken Tee und essen Sahnetorte. => Spaßfolge, Mediensatire | ||
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| Amüsante Klopperei zum Thema "Warum rückständig sein verboten ist" im Who-Forum: http://www.drwho.de/forum/small-talk/offtopic/5179-retro/ So langsam geht mir aber ein wenig die Motivation aus, weil die Argumente sowieso immer dieselben sind und meistens weit am Thema vorbeigehen. Aber es kann halt nicht sein, was nicht sein darf. Es möge sich ein jeder Leser selbst ein Bild zum Thread machen. Wer die Schnauze voll hat von "Früher war alles besser"-Themen, sollte aber gar nicht zu Lesen anfangen ;-). Die neue Bruchbach-Folge gibt es wohl erst am Wochenende, sorry. | ||
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| Am Wochenende hatte ich in einer Mail (nochmals vielen Dank an
SD für die Anregungen) folgende Idee zu einer kommenden und eher geradling
humoristischen S9-Folge ausformuliert, die ich in ergänzter Form
gerne auch hier präsentieren möchte. Ich zitiere aus der Mail:
---------- Die Frage ist aber, ob aus Balancegründen nun wirklich emotionale oder inhaltlich gewichtige Folgen eine gute Idee sind, oder ob man vor einem großen und verzwickten Finale eher humoristische und "simplere" Sachen machen sollte, damit das Finale mehr Wirkung hat. Wobei sich die Frage natürlich nicht stellen würde, wenn es eine 10. Staffel gäbe. Dann wäre Folge 180 nur ein normales Season Finale, wenn auch eines, mit einem recht fiesen Cliffhanger. Eine Idee für eine einfachere Popkulturfolge, die ich noch hatte, wäre eine Satire zum Thema "Kaschperl-Micky". Da gab es doch eine Kontroverse bei Disney-Comiclesern, daß Micky Maus als ernsthafter Held und schlauer Detektiv wie aus den 50er - 80er Jahren mehr und mehr verschwunden wäre, und ein kurzhosiger, italienischer Kaschperl-Micky als Witzfigur auftrat bzw. Micky Maus zu einer Figur für Vorschulkinder degradiert wurde. Viele sagen ja, daß es reine Kommerzgründe (größerer Markt) für diese Verkindlichung der Figur gab. Andererseits ist die Witzfigur aber auch wieder weitaus näher an den Wurzeln des Charakters dran, als spätere "ernste" Umsetzungen. Diese Folge sollte sich vielleicht um Rick und Mike auf einer Comicmesse
drehen, die zwischen die Fronten der Befürworter des einen oder aber
des anderen Stils geraten (natürlich ohne Disney und Micky Maus zu
nennen, aber eben doch kenntlich, um was es geht). Da könnte man durchaus
auch interessantere Fragestellungen unterbringen, z.B. jene nach dem "Recht"
von Comic-Figuren auf einen einheitlichen Charakter oder nach Integrität
eines Charakters vs Druckauflage und Kommerz. Da könnte man dann eventuell auch das "Sullivan"-Thema reinbringen, z.B. bei einer Auswahl zweier möglicher Stories für einen Comic: sollte sich die tierische Comicfigur im nächsten Strip als Detektiv in einem äußerst düsteren Kriminalfall vor realem Hintergrund bewähren (und damit wieder sie selbst sein) oder sollte sie in das Reich der Osterhasen reisen und dort dem Oberhasen eine Torte ins Gesicht klatschen (und damit zwar nur ein Kommerz-Kaschperl sein, aber viele Menschen zum Lachen bringen)? Was meinst du zu einer solchen Folgenidee? -------- Weiterführend könnte man die Idee vielleicht auch so erweitern, daß Klaus (und Alex?) Rick und Mike begleiten und sich Klaus in die Idee versteigt, daß "seine" Comicserie aus seiner Jugend (nennen wir sie einfach mal "Dietbert Dachs", ein Comic-Dachs, der früher zusammen mit seinem Freund Waldkommisar Rübe Kriminalfälle gelöst hat, und in modernen Zeiten zum Kaschperl wurde) wieder genauso sein sollte, wie eben in den 70er Jahren. Allerdings findet er dafür keine Zustimmung, und es wird auch deutlich, daß der Stil seiner Comiczeit geprägt war von z.B. Kleinbürgertum und konservativen Idealen. Klaus versucht die ganze Folge über, alle von der "Überlegenheit" der klassischen Comic-Figur zu überzeugen, muß aber dann am Ende beim Lesen eines der aktuellen Comics erkennen, daß auch er befreit darüber lachen muß. Das Lachen von Lesern und Kinder ist also wichtiger, als das Festhalten am alten Stil. Damit wären wir thematisch auch wieder bei Preston Sturges "Sullivan". Wobei die Botschaft aber eben unklar sein sollte, weil genauso betont wird, daß die Figur aus Kommerzgründen geändert wurde. Meinungen oder gar Titelvorschläge zu dieser Folgenidee? | ||
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| Hier noch ein Nachtrag zum Who-Thema. Im betreffenden Forum zur Serie kam das Gegenargument, daß ich die Plotlöcher der neuen Serie nicht ankreiden kann, während ich die selben Plotlöcher (oder noch schlimmere) bei den Classics durchgehen lasse. Ein sicher gutes Argument, zu dem mir eigentlich nur das Folgende als Antwort einfiel. Es ist als Zusatz zum vorherigen Beitrag eigentlich interessant, daher stelle ich es hier noch mit rein. Das soll aber jetzt der letzte Beitrag zu diesem Thema sein, daß hier vermutlich den meisten Mitlesern nicht das geringste sagt: Wie gesagt, es ist ein sehr subjektiver Eindruck. Mir persönlich fallen die Ungereimtheiten im Plot bei der neuen Serie einfach viel deutlicher auf. Ich habe mir jetzt z.B. das Staffelfinale nochmals angesehen und es blieben doch einige große Fragezeichen zurück. Spontane Beispiele mit sicher viel nitpicking: Warum läßt sich die gar mystische Pandorica so einfach durch Rumwackeln mit dem sonic screwdriver öffnen? Okay, es wird damit erklärt, daß das Öffnen von außen "kein Problem" ist, aber hätten die bösen Jungs bei ihrem komplexen Plan nicht auch wert darauf gelegt, daß niemand den Doktor von außen befreien kann? Warum wird die Pandorica plötzlich zum deus ex machina und kann nicht nur Leben dauerhaft erhalten, sondern sogar Leben spenden? Welches Interesse hätten die bösen Jungs daran, den Doktor unbegrenzt am Leben zu erhalten? Wenn der Doktor mit seinem Armband durch die Zeit springen und Leute mitnehmen kann, warum holt er nicht einfach Klein Amelia 1.800 Jahre zurück, damit sie ihre Hand auf die Pandorica legt, Amy wiederbelebt und nimmt dann alle mit zurück in die Zukunft? Warum bringt der Riss auf einmal nur die Sonnen zum Explodieren, anstatt alle Materie zu vernichten? Warum bleibt ausgerechnet die Erde allein übrig, und entschließt sich dann spontan nach ca. 1.800 Jahren Existenz ohne restliches Universum ebenfalls hastig zum Untergehen innerhalb von nur wenigen Minuten? Warum ist die TARDIS von außen ein riesiger Feuerball, wenn sich das Innere in einer Zeitschleife befindet und eine Explosion eigentlich gar nicht stattfindet bzw. immer wieder nur ganz von vorne beginnt? Nebenbei trivialisiert das simple "Zurückerinnern" des Doktors die ganze komplexe Situation auch wieder und macht aus einer galaktischen Katastrophe ein leicht lösbares Happy End (für den Moment). Natürlich gibt es auch bei den Classics immense Plotlöcher, aber dort fallen sie mir persönlich weit weniger deutlich auf, eventuell, weil es in der Welt aus alten Steinbrüchen und Low-Budget-Sets eher um die abstrakte Idee einer Thematik oder Fragestellung aus der SF geht. Wenn eine Serie aber mit soviel Tamtam und digitalem Brimborium daherkommt, und den Zuschauer mit Reizen und Ideen bombardiert, wie heutzutage, dann tritt ein Schreiben mit Plotlöchern und arg vielen Konstrukten und Trivialisierungen für mich deutlicher zutage. Damit meine ich keinesfalls eine Herabsetzung der Leistungen der Autoren und besonders von Steven Moffat. Ich bin ja wie gesagt im Grunde auch durchaus beeindruckt. Eine der sporadischen Folgen, die ich aus der neuen Staffel 2 gesehen hatte, war jene mit dem Teufel auf dem Planeten am Rande des Schwarzen Lochs. Und das war seinerzeit auch keine Folge, die mich sonderlich beeindruckt oder gar zu einem "Fan" der neuen Serie gemacht hat. Der Plot erinnerte mich einfach zu sehr an amerikanische B-Movies, in denen Astronauten das übernatürliche Böse im Weltraum finden. Der ganze Look und das ganze Auftreten der Darsteller und Crew zielte auf einen amerikanischen Markt ab. Meh. Als der Doktor dann in das Loch hinunterstieg, hatte ich dennoch auf irgendetwas britisch-skurriles als Lösung gehofft: was weiß ich, eine außerirdische Maschine, die ursprünglich eine ganz triviale Aufgabe hatte, sich aber durch einen Systemfehler für das Böse hält oder irgendein winzigst kleines Wesen oder etwas völlig-innovativ anderes, daß dem religiösen Unterton der vorherigen Folge einen who-skurrilen Dämpfer verpasst hätte. Und was kam dann als Lösung? Ein erzkatholischer, roter CGI-Buhmann mit religiöser Moral. Und das finde ich persönlich enttäuschender (und angepasster), als jetzt z.B. einen alten Steinbruch im Inneren eines schwarzen Loches und Omega und seine Wobble-Monster, die durch eine auf den Boden geworfene Flöte besiegt werden. Ansonsten schaue ich keine aktuellen Serien bzw. seit 12 Jahren überhaupt kein Fernsehen. Mein Serienkonsum besteht momentan eigentlich fast nur aus Classic Who, Avengers-Folgen aus den 60ern und der Muppet Show aus den 70ern. Filme schaue ich eigentlich auch meist nur aus der Zeit vor 1980. Ansonsten habe ich eigentlich keinen digitalen lifestyle, kein Handy, keinen iPad und kein iPod, sehe mir Filme gerne von VHS auf Röhrenfernsehern an und mein aktuellster Rechner ist ein Pentium 166 mit DOS und Windows 3.11 (wobei ich momentan "nur" mit einem 386er und einem C128 arbeite). Von den modernen Errungenschaften bin ich nur sehr schwer zu begeistern, daher ist es eben ein großes Lob von meiner Seite, wenn ich Staffel 5 durchaus beeindruckend finde. Das vielleicht noch als Erklärung, woher meine eher seltsame Einstellung zum modernen Stil der Serie kommt. | ||
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Hier mal wieder ein längerer Beitrag, um etwas Substanz im Blog zu haben. Es geht um das Thema "Doctor Who". Kenner wissen, daß ich seit vielen Jahren ein großer Fan dieser langlebigen Serie bin, aber wie gewohnt natürlich "nur" der klassischen Serie. Meine Lieblingszeit der Serie liegt zwischen 1967 und 1973, in etwa zwischen den Folgen "Evil of the Daleks" und "The Green Death". Mein Lieblingsdoktor ist der geniale space hobo Patrick Troughton. Sicherlich hat auch der wohl berühmteste Doktor, Tom Baker, während seiner 7 Jahre Dienstzeit bis 1981 noch manch gute Folge, aber meine bevorzugte Baker-Ära endet etwa zu dem Zeitpunkt, als Produzent Phillip Hinchliffe wegen zuviel "Horror und Gewalt" in seinen Folgen abgesägt wurde. Spätere Baker-Folgen sind für mich etwas zu märchenhaft und "silly", ganz späte Folgen generell von Lustlosigkeit seitens Tom Baker geprägt. In dieser Zeit wurde auch John Nathan-Turner Produzent und hat die Serie in den 80ern an die Wand gefahren. Aber das würde jetzt zu sehr ins Detail gehen und ist ein anderes Thema. Wenn ich auf meine persönliche Schlußszene für klassischen Who deuten sollte,
dann ist es für mich das Endbild von Douglas Adams "City of Death", als Romana und der Doktor in Paris winkend aus dem Bild verschwinden. Das ist
für
mich die definitive Schlußszene einer Ära, so wie z.B. der Schluß von "Summer
of 4 Ft 2" für mich die Verabschiedung von den klassischen Simpsons ist. Dies aber nur als kurze persönliche Umschreibung meiner
Ansicht. Prinzipiell
kann man davon ausgehen, daß ich einen Großteil der existierenden Folgen aus den 60ern und 70ern kenne. Auch dort war die Qualität schwankend (Gurken wie
den arg reaktionären "The Dominators" kann nicht mal Troughton retten), aber generell haben alle Klassiker meine Sympathie. Ich könnte jetzt gerne in die üblichen Details gehen, wie z.B. die schnellen
Schnitte und hastigen Kamerafahrten, den hibbeligen Doktor, den companion im 21st century tough girl/Lena-Meyer Landruth-style, die Szenen, in denen einem
die Musik sagen soll, was man gerade zu fühlen hat, ziemlich dicke Plotlöcher
kaschiert mit HD-CGI, kunterbunte Daleks vom Rummelplatz, das ständige und arg dicke Auftragen zum größeren story arc etc. Ebenfalls
zum üblichen würde natürlich die Frage gehören, warum eine einzelne Handlung nicht genug Zeit bekommt, sich
über 4 bis 10 Folgen auszubreiten, sondern eben in 45 Minuten abgehandelt wird, wobei sich galaktische Probleme oft durch hibbeliges rennen
und babbeln lösen lassen (oder ein Plotloch oder einen Zauberer...). Aber meine Probleme mit der aktuellen Staffel lassen sich vielleicht auch
kürzer
auf einen Nenner bringen. Bei den alten Folgen war es oft so, daß mit wenig begonnen wurde, aber es am Ende Bilder und Ideen gab, die berührten und im Gedächtnis blieben. Bei den neuen Folgen scheint es mir oft, als wird viel versprochen, aber nach einigen effektiven Szenen und Ideen bröckelt alles recht schnell, weil die 45 Minuten Laufzeit vorbei sind oder die Action/Dialoge halt einfach schnell, bunt und digital-visuell beeindruckend sein müssen und einem ein story arc gerne dick unter die Nase gerieben wird. Es werden einem Mysterien, Action, schillernde HD-CGI und fremde Welten um die Ohren gehauen, aber viele Endbilder sind als schnelle Lösungen oft arg weit hergeholt und seltsam "sense of wonder"-los. Die alten Folgen hatten so manchen Quark und schlechte Effekte, aber dennoch die Qualität, Momente zu haben, die haften blieben. Man verzeiht einer Folge wie "Green Death" ihre mauen Effekte, weil sie mit echter Überzeugung Stunk gegen das Großkapital macht, und weil die melancholische Schlußszene mit dem einsamen Jon Pertwee wunderbar ist. Man verzeiht den Silurians (von 1970) den grottigen Soundtrack, weil sie ein Zeitgeistspiegel sind und weil der nette Doktor aus dem Weltraum am Ende ausgerechnet die guten Jungs (also die Menschen) als Mörder bezeichnet. Man verzeiht "Inferno" die grünen Hündchen, weil der Doktor verliert und es einen wunderbar atmosphärischen Weltuntergang gibt. Man verzeiht den "War Games" die extreme Plotdehnung auf 10 Teile, weil es neben so vielen guten Ideen einen wunderbaren Abschied von zwei Companions gibt. Und Jamies und Zoes Vergessen ihrer Reisen mit dem Doktor finde ich irgendwie trauriger, als die Behandlung ähnlicher Themen in aktueller Staffel 5. Und Patrick Troughtons Kuss of Zoes Stirn zum Abschied ist berührender, als popmusikalisch betonte Heulemotionen der Moderne. Das Problem ist vielleicht auch das Fehlen eines zeitgeistigen Backgrounds. Die klassischen Silurians funktionieren, weil sie ein Spiegel der politisch
linken Ideen von Malcolm Hulke sind, der verklausuliert für eine Ko-Existenz mit der Sowjetunion eintritt.
Außerdem stellen sie durchaus auch kritische
Anregungen zum Thema Kapitalismus in der Wissenschaft dar, zum Thema Politik 1969/1970, zum Thema "Wie weit sollte man
für Wissen gehen?" und noch manch
andere Fragen. Es sind ja auch 175 Minuten Zeit dafür. Und der nette Doktor vom Kinderprogramm stellt sich am Ende hin, sieht die
Menschheit an, und sagt "That´s murder..." Welches deutsche "Kinderprogramm" hätte wohl Anfang der
70er die Botschaft vertreten (siehe Silurians, Inferno, Claws of Axxos, Green Death etc),
daß man den Autoritäten nicht vertrauen sollte? Und wie gesagt - für dieses Themenspektrum verzeiht man
lasche Kostüme, dezent arroganten Pertwee und
einen befremdlichen Soundtrack. Bei den aktuellen Silurians in der neuen Staffel (und mir ist durchaus klar,
daß es eventuell die schwächsten Folgen
in der neuen Staffel 5 sind) ist davon eigentlich nichts da. Es ist viel Gerenne,
Klischees, CGI, unmotivierte voice-over und deus ex machina. Prinzipiell liegt der Unterschied für mich auch stark in der Person des Doktors. Dessen
Überhöhung als Charakter begann allerdings auch schon in den 70ern als Tom Baker mal eben berichtete, da Vinci beim Malen geholfen,
für Shakespeare ein Stück geschrieben und Newton die Gravition erklärt zu haben.
Außerdem kamen immer mehr "Superkräfte" des Doktors dazu, um sich aus Problemen zu befreien - die
märchenartige "Key to Time"-Staffel ist da symptomatisch. Diese Entwicklung ist in der modernen Serie auf die Spitze getrieben. Wo die
klassischen Doktoren sagten "Let us put our wits together and defeat them" (oder auch mal zugaben, keinen Plan zu
haben oder lieber weglaufen zu wollen) ruft der aktuelle Doc "I AM THE DOCTOR. RUN OR BE DESTROYED..." - und die bösen Jungs rennen. Und wenn
ich persönlich die Wahl habe zwischen einem kleinen und etwas ängstlichen space hobo auf neugieriger
Reise, der die Lösung zu einem Problem in einem Alltagsgegenstand in seinen weiten Hosen findet, und einem gottgleichen
Doc, vor dessen Angesicht die dunklen Mächte fliehen und vor dessen sonic screwdriver sich die Mysterien verneigen, dann liegen meinen Sympathien klar beim
kleinen space hobo. Bei dem verbarg sich nämlich subtil mehr hinter der Fassade. Es wird heute einfach auch sehr stark trivialisiert. War es am Ende sogar die klassische "Kinderserie", die ihr Thema ernster genommen hat? War
früher das Thema Zeitreisen eines der großen Mysterien der Serie, macht es heutzutage im
Whoniversum wohl ziemlich jeder. Man braucht keine TARDIS mehr, man springt mit einem kleinen Armbandspielzeug durch die Jahrtausende.
Am Ende des Staffelfinales erhält der Doktor den königlichen Anruf, daß eine
ägyptische Göttin im Orientexpress im Weltraum "on the loose" ist, was er mit einem fröhlichen
Kommentar als Auftrag annimmt. Als zum letzten Mal ein ägyptischer Gott "on the loose" war (es war 1975) verging sogar Tom Baker das Grinsen. Mir ist
auch klar, daß die Schlußszene der neuen Folge nur ein Gag ist, aber es ist dennoch irgendwie bezeichnend
für die Trivialisierung - was früher bei Tom Baker die Kernidee einer düsteren
Gothic-Folge war, ist heute ein Nebengag über die Coolness des Doktors. Paradoxerweise geht mit der Trivialisierung
der Umstände auch eine Übermystifizierung von Doktor und TARDIS einher. Um zu einem Ende zu kommen: trotz aller negativen Argumente ist die aktuelle Staffel 5 mit Matt Smith für ihre Zeit durchaus gelungen. Und wenn man sich im 21. Jahrhundert eine Lieblingsserie sucht (was ich ja nicht tue), dann ist New Who sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Die beindruckendste aktuelle Folge ist eventuell jene mit Van Gogh, besonders die Szene mit Van Gogh und Bill Nighy als Kunsthistoriker. Was ich jedoch nicht sehe, ist eine völlige Überlegenheit der aktuellen Serie in allen Bereichen. Da ist durchaus in manchen Aspekten eher das Gegenteil der Fall. | ||
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