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Ein Blog mit kritischen Texten zum digitalen und polierten Zeitgeist des 21. Jahrhunderts, zum persönlichen Leben im 20. Jahrhundert als Aspekt der privaten Individualität und Denkanregungen dazu, warum auch sogenannte "alte", analoge und imperfekte Dinge ihren Reiz haben. Warnung: das Blog kann blasphemischen Mangel an Respekt für die überlegene "Großartigkeit" der Moderne enthalten. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Toy Story 197723.8.2016
Weil ich gerade Zugriff auf einen Scanner habe, hier mal ein kleiner Beitrag, den ich schon lange machen wollte. Es ist ein etwas ungewöhnlicher Beitrag, aber ich kann ja nicht nur noch Geschreibsel und ewig gleiche Screenshots von meinen Rechnern bloggen. And now for something completely different...

Ich habe ja viele alte Comics aus den 70er Jahren herumliegen, die auch immer als Spiegel jener Zeit zu betrachten sind. Das zeigt sich in vielerlei Aspekten, z.B. auch in den Leseranzeigen. Besonders interessant sind hierbei aber auch Anzeigen und Werbung für die junge Zielgruppe jener Tage.

Exemplarisch habe ich mir mal ein paar klassische Fix&Foxi-Ausgaben aus den Jahren 1977 und 1978 rausgesucht, in denen besonders viele Spielzeug-Anzeigen vorkommen. Was können uns diese Anzeigen über ihre Zeit sagen?



Die 70er Jahre waren natürlich die Zeit der maskulinen Spielsachen mit toughen Actionmännern und ihren Gadgets. Obiger Bob Power ist dafür ein gutes Beispiel Mit Super Tornado, Action Radar und Blitz Pack mit Blitzstrahler. Klingt alles mächtig gefährlich, im Endeffekt dürfte aber nicht viel dahinter stecken. Aber zumindest kann er seine Ausrüstung für wahre Abenteuer und für den männlichen Kampf mit der Natur einsetzen.



Etwas problematischer erscheint mir da schon jene Anzeige zum "Mondbasis Adventure 2000" von Matchbox. Ja, das Wort "2000" klang noch futuristisch. Allerdings wirkt der martialische Ton in den Beschreibungen der Fahrzeuge doch irritierend. Der Jagd-Commander hat eine abschußbereite Rakete auf dem Dach. Der Felsbrecher mit Radargerät hat ebenfalls eine Abschußrampe. Der fliegende Jäger und Aufklärer zeigt uns zwei Geschützrohre. Und wem das alles zu pazifistisch ist, für den gibt es rechts natürlich noch den Kämpfer mit drehbarem Doppelgeschützturm. Auch die drei Spielfiguren haben ihre Waffen gezogen. Das ist der kalte Krieg auf dem Mond.



Wie uns dieser Ausschnitt aus einer Anzeige für ein elektronisches "Laserkampf"-Brettspiel zeigt, war auch dort der Krieg der Vater aller Dinge. Da konnte der Junior seinem alten Herrn als Feind noch richtig eine vor den Bug knallen.



Eine verkleinerte DINA4-Seite zu einer ganzen Familie von hypermaskulinen Actionmännern. Big Jim, Big Jeff, Big Jack, Big Josh und Dr. Steel (bei dem scheint es für das "Big" nicht gereicht zu haben, aber dafür hat er an der Kung-Fu-Akademie promoviert). Die können Karate schlagen, Bizeps anschwellen lassen und ein Muskelband sprengen. Außerdem sind es fünf spärlich bekleidete Herren, die zusammen in einer alternativen Community im Wald wohnen und mit ihrer Festhaltehand so richtig zugreifen können, wie uns die Skizze zeigt.

Also wirklich. Kann nicht mal einmal jemand auch nur für eine Sekunde an die Kinder denken? ;-)



Hier noch was ganz ohne Spielzeug, aber mit gesunder Ernährung. Es kommt ja bisweilen vor, daß sich irgendwelche Werbemaskottchen mit den Hauptdarstellern eines Comics zusammenfinden. Das ist dann meist irgendeine Anbiederung an den Werbekunden, bei der Maskottchen und Produkt gelobt werden. Daher finde ich das Beispiel hier aus dem Jahr 1977 immer ganz amüsant, weil Lupo dem Werbetony einfach mal so eine reinhaut. Vielleicht will uns das alles ja die Kraft und den Elan zeigen, die Frosties verleihen. Vielleicht mag Lupo aber auch einfach keine Instrumentalisierung für Werbung ;-).

Was sagen uns all diese Anzeigen über ihre Zeit aus? War es eine bessere Zeit, weil Spielzeug noch nicht in der augmented reality und ihrem Updatezwang existierte, und man sich nicht nur vernetzt mit anderen im Wettbewerb messen konnte? Weil die Fantasie und das "Begreifen" im Wortsinn noch mehr gefordert war und auch der Blitzstrahler von Bob Power doch nicht ganz hielt, was die Werbung versprach? Oder war es eine schlechtere Zeit, weil das Thema maskulines Rollendenken und Krieg auch die Spielzeugwelt sehr stark durchdrang? Und sind wir heutzutage wirklich weiter, oder sind die selben Themen noch immer präsent und haben nur ihr technisches Erscheinungsbild verschoben?

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Romanprojekt Selene - zweiter Nachtrag22.8.2016
Nach einer Schreibpause in der letzten Woche habe ich jetzt am Wochenende doch einige Seiten beigefügt, so daß es eigentlich einen neuen Beitrag wert ist. Und weil es dem Status der literarischen Fingerübung nun doch ein klein wenig entwachsen ist, nennen wir es auch einfach mal großspurig "Romanprojekt".

Ganz interessant zu sehen, wohin ein Projekt geht, das mit ein paar mageren Zeilen aus dem Prolog unter DOS-Works entstanden ist. Der aktuelle Stand sind nun 51 Seiten.

Ich habe den Titel des vierten Kapitels von "Gnosis" in "Theophanie" geändert. Ist zwar im weiteren Sinne dasselbe, aber Letzteres klingt irgendwie besser.

Hier wieder der Link. Die neuen Seiten beginnen ab Seite 39 mit Kapitel IV:

http://www.bruchbach.de/selene.pdf

Das neue Kapitel ist jetzt recht dialoglastig, weil viele Erklärungen anfallen. Da hapert es vielleicht ein wenig mit dem Stil. Die Traumsequenz, die mir vorab Sorgen gemacht hatte, gefällt mir nun eigentlich recht gut, außer vielleicht am Schluß. Mal gucken. Kritik und Vorschläge sind immer willkommen. Der nächste Schritt geht wieder ein wenig in Richtung Humor und dann wieder mehr Aktschn.

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Pentium 166 - powered by DOS19.8.2016

Weil ich gestern die alte Digitalkamera aus der Firma im Auto liegen hatte, hier mal wieder ein fauler Beitrag mit Fotos. Die sind wegen der ramponierten Kamera (Blitz kaputt etc.) auch recht grieselig und unscharf, da kann man aber wohl nix machen.


Was mir beim Durchlesen des Blogs neulich mal auffiel, war, daß ich zwar alle möglichen Fotos von etlichen meiner Rechner online habe, aber bisher kein einziges von meinem Hauptrechner, meinem hochgeschätzten Pentium 166. Das war der letzte Rechner, den ich mir seinerzeit neu gekauft habe, und der eigentlich ein Leben lang ausreichen sollte. Und obwohl er doch ein Baujahr aus der zweiten Hälfte der 90er hat, ist er noch ausreichend "oldschool" für meinen Geschmack - Diskettenlaufwerk, kein USB-Kram, Board mit PCI- und ISA-Steckplätzen. Zugegeben, eine Schönheit ist er äußerlich nicht, und war er auch nie, aber egal. Lieber Haltbarkeit für Jahrzehnte, als schöner Schein. Und die Zeichen der Zeit tragen ja zum Charme und der Eigenständigkeit eines Gegenstandes bei.



Pentium 166 in all seiner ästhetischen Schönheit ;-).


Die aktuelle WinWPS-Oberfläche in 1024x768 (unscharfes Foto, Röhrenbildschirme fotografieren mag die Kamera immer gar nicht).


So sieht es aus, wenn man den 16-bittigen Netscape Composer als Textverarbeitung verwendet. Geht alles, und man spart schon wieder den Plattenplatz, den eine eigene Textverarbeitung belegen würde. Und das html-Format zum Speichern ist ja nach wie vor kompatibel mit der Welt.


Semi-aktuelle Digital Talk unter C64-Emulation mit DOS-VICE. Leider erscheinen neue Digital Talks ja nur noch sehr sporadisch. Die wurde übrigens seinerzeit 1994 von Regulars aus dem "Computer-Flohmarkt" gegründet.

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Literarische Fingerübungen - Nachtrag12.8.2016
Wie angekündigt, habe ich noch ein paar Seiten an der Story weitergeschrieben, aktuell bis Seite 34. Da sind jetzt aber noch an zwei Stellen Sprünge in der Handlung drin, wo noch Abschnitte eingefügt gehören. Das hat jetzt nicht wirklich Stil, aber ich wollte zum Üben mal an eine Stelle kommen, wo etwas mehr Aktschn und Special Effects vorkommen ;-).

Wir brauchen ja auch einen Gegenspieler, und bei der ganzen Betonung von Natur und organischen Dingen sollten das doch irgendwie Maschinen sein, in diesem Fall space invaders namens Morgresch.

Hier nochmal der Link. Wer schon gelesen hat, am Besten ab Seite 26/Kapitel 3 weiterlesen. Ich habe zwar weiter vorne auch noch ein paar Details korrigiert, aber viel hat sich dort nicht geändert.

http://www.bruchbach.de/selene.pdf

Ansonsten sind noch jede Menge holpriger Zeilen und Wortwiederholungen drin, müsste also alles noch nachgebessert werden. Woran ich auch noch rumüberlege, ist etwas mehr Konfliktpotential. Da wird das Betreten des Feldes vermutlich helfen, da Rick dann seinen eigenen Kopf durchsetzen kann und die Sache generell etwas interessanter und gefährlicher wird. Wenn ein Charakter allzu überlegen ist, trägt das nicht unbedingt zur Spannung bei. Wir werden sehen. Oder auch nicht. Das Feedback war sehr gering, also vermute ich mal, ich vergeude meine Jugend mit der Tipperei ;-).

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Videorekorder und RFID10.8.2016

Im letzten Monat hat ja laut Internet der letzte noch verbliebene Hersteller von VHS-Videorekordern, die japanische Firma Funai, die Produktion von Geräten endgültig eingestellt. Auch Kassetten werden nicht mehr produziert. So hat man nun also den Punkt erreicht, an dem die vorhandenen Geräte und Datenträger schlichtweg überleben müssen, um weiterhin als analoge Alternative zur medialen Volldigitalisierung verfügbar zu sein. Und alle Qualitäts- und Bequemlichkeitsfragen hin oder her: ich denke einfach, daß immer eine Alternative vorhanden sein sollte - und zwar eine richtige Alternative und keine Simulation einer solchen.


Die "Last" der Erhaltung dürfte dabei generell bei den älteren Geräten liegen, denn die Videorekorder, die in den letzten Jahren noch gebaut wurden, waren IMO doch oft von zweifelhafter Qualität, gerade durch sehr viele Plastikteile, wo keine sein sollten. Aber man war wohl der Ansicht, daß solche Geräte im 21. Jahrhundert nichts anderes als Plastik mehr verdient hatten. Meh.


Das hat mich auch wieder an die Aussage erinnert, die ich vor einiger Zeit mal bei einer Besucherführung in der Stadtbücherei aufgeschnappt hatte. Wie den Leuten dort erzählt wurde, werden keine VHS-Kassetten mehr verliehen, weil die Abspielgeräte dafür ja inzwischen ohnehin alle defekt sind.


Kurioserweise fiel mit dem globalen Produktionsstop auch das erste technische Problem zusammen, daß ich in fast 25 Jahren mit meinem Videorekorder Marke Schneider hatte. Nun ist Schneider nicht unbedingt bekannt für extrem hochwertige Hardware, aber zumindest mein Videorekorder läuft treu seit 1991. Und das immer klaglos und problemlos, selbst bei Kassetten, bei denen schon Einzelteile davon hängen.


Als ich aber letzte Woche ein Band einlegen wollte, produzierte er auf einmal lautes Brummen und Schleifen, das Bild zitterte und der Ton war verzerrt. Also vermutlich ein Problem mit der Bandführung. Ich gebe die Schuld jetzt einfach mal einer allzu hakligen britischen VHS mit ST-TOS-Folgen drauf, die ich kürzlich zuvor angeschaut hatte.


Was also tun? Ich habe es einfach mit einem freundlichen "bittebittebitte" versucht, dann das ganze Gerät geschüttelt, dann auf den Kopf gestellt und nochmals geschüttelt, und dann noch eine Kassette ein paar mal rein und rausgefahren. Und siehe da, er lief und läuft wieder ganz normal und ruhig. Ich hoffe also, das Problem ist dauerhaft gelöst. Auf die nächsten 25 Jahre.


Ist wieder ähnlich wie bei meinem Notebook, bei dem ich mir ja vor einiger Zeit auch ernsthafte Sorgen gemacht hatte, nachdem einige Tasten nicht mehr funktionierten oder falsche Ergebnisse brachten. Nach ein paar Wochen lief das Gerät wieder ganz normal und 100% einsatzbereit - und das tut es bis heute. Manchmal hilft also einfach Schütteln und/oder Warten :-).


Ach ja, eine andere aktuelle Beobachtung noch: in der oben genannten Stadtbücherei wurde jetzt der gesamte Ausleihverkehr auf ein RFID-System umgestellt. Was vermutlich an vielen anderen Orten schon die Regel ist. Dafür wurden alle Bücher und Medien schon vor einer Weile mit den entsprechenden Chips "implantiert", was noch mal eine gute Möglichkeit bot, die meisten älteren Titel und Medien gleich ganz aus dem Verkehr zu ziehen.


Nun findet die Ausleihe nicht mehr bei anderen Menschen statt, sondern an Terminals mit Touchscreen, die die auf den Tisch gelegten Bücher anhand der Chips automatisch einlesen und verbuchen. Das ist sicher effizient, aber irgendwie unpersönlich. Laut Bücherei dient es übrigens auch der Diskretion, da man seine ausgeliehenen Bücher nur noch selbst sieht. Ob allerdings die Worte Diskretion und RFID in der gleichen Zeile stehen sollten, ist eine andere Frage.


Seit soviele wunderbare alte Bücher und Medien aus den Regalen verschwunden sind, ist mein Interesse an der Bücherei sowieso gesunken, da hilft auch keine neue Effizienz. Da ziehe ich dann doch die Flohmärkte vor.

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Literarische Fingerübungen8.8.2016

Weil ich sonst auch nichts Neues für das Blog habe, hier mal ein wenig selbstgebastelte Literatur aus meiner Richtung. Ich habe mich die letzten Tage mal wieder an eine fiktive Story gesetzt und einfach drauflos getippt.


Und weil jener seine Werke immer gut verkauft, habe ich in grandioser Selbstüberschätzung mal was fantasy-scifi-mäßiges in der Stilrichtung von Neil Gaiman versucht. Und das bedeutet ja doch fast buchstäblich, sich mit den Göttern anzulegen ;-).


Angefangen zu schreiben habe ich auf dem 386er mit DOS-Works (mit der Version aus den späten 80ern, die jedem Euro-PC beilag). Das Schreiben auf dem 386er macht allein schon deswegen Spaß, weil die IBM-Tastatur so schön klickediklack macht. Ungefähr nach der Hälfe des fertigen Textes bin ich dann per Diskette zum Pentium gewechselt, habe die DOS-Datei dort einfach per "write" in WfW importiert (keine Probleme), dann über die Zwischenablage in den Netscape Composer übernommen, und dort nochmals weitergeschrieben, bis es ca. 27 Seiten waren.


Wobei ich mich doch mal bei der Fa. Netscape beschweren sollte, daß ihre ansonsten grandiose Textverarbeitung namens Composer weder eine Rechtschreibprüfung, noch eine Seitenansicht hat ;-).


Ein Meisterwerk an Einfallsreichtum und Originalität ist die Story bisher nicht, und wird es auch nicht werden, aber es ist wohl seit langem die erste fiktive Geschichte, bei der ich beim Schreiben länger als 3 - 4 Seiten durchgehalten habe. Und die späteren Seiten sind besser als der holprige Anfang. Es sind ein paar sehr verbockte Abschnitte drin (unterstes Groschenheftniveau), aber auch ein paar Szenen, Dialoge und "Bilder", die mir sehr gut gefallen.


Die erste Formulierung, die mir so gut gefallen hat, daß ich (nachdem ich mir selbst auf die Schulter geklopft hatte) ernsthaft einplante, die Geschichte eventuell weiter zu schreiben, war glaube ich jener schöne Satz hier:


"Wir sind das Feuer in euren Synapsen in reiner Form, nur viel größer und mächtiger zwischen den Räumen und Zeiten und allem jenseits davon. Stellt euch einen Bereich der Raumzeit von der Größe einer Galaxie vor, der in Flammen steht, nur weil ein bewußter Gedanke in ihm ist. Weil ein Funke in ihm geboren wurde..."


Wer also Interesse an einer Lektüre der gesamten Arbeit hat, siehe hier:


http://www.bruchbach.de/selene.pdf


Dafür musste ich mir sogar die Zugangsdaten für meinen Webspace wieder suchen. Stellte sich heraus, daß sie in einer txt-Datei auf dem Notebook lagen. Kommt ja nix weg.


Kritik ist gerne willkommen. Es ist mir bewußt, daß viele Tippfehler und Plotlöcher drin sind, und auch viele Abschnitte auf niedrigem Niveau. Da müsste viel überarbeitet werden, auch strukturell. Es ist eine Art von Fingerübung. Ich habe einfach mal für ein paar Tage drauf los geschrieben, und das kam dabei heraus. Wer der Meinung ist, daß ich meine Energie lieber für bessere Dinge verwenden sollte, darf dies gerne sagen. Und wer der Meinung ist, daß das völlige Fehlen von Smartphones in der Story klar aufzeigt, daß sie nur von mir sein kann - weiß ich selber ;-).


Wer ernsthafte Ideen für den Storyfortschritt hat, kann die auch gerne vorbringen, denn im Moment habe ich nur einzelne Szenen und Dialoge ab Seite 27 und noch keinen festen Zusammenhang.

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CPBF06 spielregelt8.7.2016
Um mich vielleicht ein wenig für neue Bruchbach-Skripte zu inspirieren, habe ich mal wieder meine alten Simpsons-Fanskripte auf uloc durchgelesen. Da wusste ich einige Handlungen und Dialoge gar nicht mehr so 100% genau, und konnte mich daher wieder über meinen eigenen Kram amüsieren ;-). Ein paar gute Ideen hatte ich seinerzeit schon. Aber ich wollte halt nicht zu den Leuten gehören, die nur an den neuen Simpsons-Folgen rumnörgeln, ohne zu versuchen, es besser zu machen.

Was mir jetzt wieder richtig gut gefiel, war das "Day of Confusion"-Skript mit der etwas komplizierten Story im Pulp-Fiction-Erzählstil. Da finden sich die Handlungslinien richtig nett zusammen, auch wenn der Leser an den jeweiligen Cliffhangern der Segmente zugegeben etwas veräppelt wird.

Gut, es sind einige allzu krude Gags drin, und auch ein paar sehr holprige Sätze und Dialoge. Eine Tüte Rechtschreibung und Zeichensetzung wäre auch hilfreich gewesen, und die htm-Konvertierung auf uloc hat zusätzlich noch ein paar Buchstaben durcheinander geworfen und Leerschritte entfernt. Dabei war das so schön mit Works 3.0 als rtf geschrieben. Heute würde ich es wohl wie die Bruchbach-Skripte mit dem Netscape Composer 4.08 gleich als htm schreiben.

Hier das Skript, etwaige Rechtschreib- und Konvertierfehler bitte überlesen:

http://www.uloc.de/cgi-bin/wiki.pl?Informationen/CPBF06

Und falls es jemand noch gar nicht kennt, hier alle Fanskripte auf uloc:

http://www.uloc.de/cgi-bin/wiki.pl?Informationen/Fanscripts

Warum kommt da eigentlich nix mehr dazu? Tut mal was. Mein ja nur.

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Bruchbach-Szene für 20164.7.2016

Aus aktuellem Gedenk-Anlaß fiel mir eine Bruchbach-Szene ein, die ich schon vor längerer Zeit geschrieben hatte. Sie ist bisher keiner speziellen Folge  zugeordnet, sondern gehört zum allgemeinen Gagreservoir. Ich habe jetzt die originale Diskette mit dem Text auf Anhieb nicht gefunden, aber ich denke, ich bringe die Szene noch halbwegs zusammen.


In Memoriam Carlo Pedersoli


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Rick, Mike und Alex verstecken sich hinter einer Ecke und spähen nach drüben zu einem Gebäude, in das sie sich einschleichen wollen. Vor dem Gebäude steht eine Gruppe von fünf muskulösen Wachmännern mit grimmigen Blicken.


Alex: "Wie sollen wir an den Kleiderschränken vorbeikommen? Sagt dein Plan dazu vielleicht irgendwas?"


Rick: [nachdenklich] "Naja. Ich und Mike könnten sie ja alle verprügeln..."


Alex: [ungläubig] "Ihr beide gegen alle? Wie soll das funktionieren?"


Rick: [grübelnd] "Hmmmmm....."


Die Szene blendet in Ricks Fantasie. Wir sehen Rick und Mike in einem Outfit wie Bud Spencer und Terence Hill. Mike trägt ein kariertes Hemd mit etwas ausgestopftem Bauch. Er guckt grimmig. Rick hat blaue Kontaktlinsen, ein doofes Käppi, ein ebenso doofes T-Shirt und ein breites Grinsen auf den Lippen.


Sie stellen sich den Wachmännern breitbeinig gegenüber. Diese mustern sie  halb grimmig, halb abschätzig amüsiert.


Wachmann 1: [höhnisch] "Können wir euch beiden Gentlemen behilflich sein?"


Höhnisches Gelächter aus der Gruppe.


Rick: [zu Mike] "Du Dickerchen. Da tröpfelt ein gar freundlich Wort in meinen Gehörgang. Der haarige Louie spricht mit dir..."


Wachmann: [verwirrt] "Häh?"


Mike: [knurrt grimmig] "Hör mal, du Waldfee. Jetzt holt Mama gleich den großen Löffel mit Matzebrei aus der Schüssel..."


Die Wachmänner sind verwirrt und verstehen kein Wort. Achselzucken.


Wachmann: [verwirrt] "Häh?"


Rick: [erklärend] "Was dir Freund Keule verklickern will: er wird gleich auf eurem Grätenklavier den La Paloma spielen..."


Wachmann: [noch verwirrter] "Häh?"


Alle zucken mit den Achseln und stehen untätig herum.


Mike: "Jetzt hol ich den Gumbo aus der Lutscherfabri..." [unterbricht] "Ähm. Könnten wir bitte die deutsche Synchro mal kurz abschalten?"


Stimme aus dem Off: "Okay..."


Plötzlich sprechen alle mit anderen Stimmen auf Italienisch. Wir lesen dazu die deutschen Untertitel.


Mike: [Italienisch, mit Untertitel] "Wir wollen uns mit euch prügeln..."


Wachmann: [Italienisch, mit Untertitel] "Ach so. Kein Problem. Los gehts..."


Die Szene blendet dunkel und wir hören Prügelgeräusche. Dann blendet die Szene aus der Fantasie zurück zu Rick in die Realität.


Rick: "Eh. Das ist zu kompliziert. Überlegen wir uns was anderes..."


-------


Gefällt mir jetzt irgendwie, die Szene. Und wenn es nun ganz viel Lob dafür gibt (best Bruchbach comedy scene ever ;-)) setze ich mich vielleicht sogar mal an ein Bruchbach-Skript, in das man die Szene einbauen könnte. Es sind ja noch so einige Sachen auf der to-do-Liste. Ja, Bart Wars Teil 3 steht auch noch drauf.


Was mir auch wieder auffiel: einige der Leute, die ich seinerzeit als Gastsprecher für Bruchbach eingeplant hatte, sind inzwischen nicht mehr verfügbar, wie z.B. Dietmar Schönherr, Ivar Combrinck oder Peter Lustig. Naja, jetzt haben wir Sprecher, die es nicht mehr gibt, für eine Serie, die es auch nicht gibt. Das Problem hebt sich ja dann wieder auf.

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Nachtrag zu Forum6424.6.2016

Um die Themen, die mich zum Forum bewegen, auch einmal direkt anzusprechen, habe ich den folgenden Beitrag dort gepostet. Direkt verlinken kann ich den Thread leider nicht, weil der Beitrag thematisch eigentlich nur in die Unterrubrik "Gelaber" passt, und diese ist nur für angemeldete User zugänglich. Allzu viele Antworten erwarte ich mir auch nicht, aber mal sehen...


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Um mal einen etwas provokanten Beitrag zu schreiben:


Kann es sein, daß der moderne Retrofan immer eine gewisse Komfortzone bevorzugt? Also eine Zone, in der das Retrohobby sozial und zeitgeistig akzeptabel betrieben wird, ohne allzu negativ aufzufallen - quasi als Teil eines etablierten, nostalgischen "Lifestyle"? Außerdem als Zone, in der man die moderne Bequemlichkeit und aktuelle "gadgets" gerne und bereitwillig annimmt (und damit auch zum Teil einer Retro-Industrie wird) um das Retrohobby in Einklang mit dem Verständnis von Lebensqualität im Jahr 2016 zu bringen? Bewegt sich jemand aber allzu sehr aus dieser Komfortzone heraus, führt das zu einer gewissen Irritation und Stirnrunzeln und Bekehrungsversuchen. Ich spreche aus Erfahrung.


Warum gibt es (angenommen) z.B. Leute, die sich als echte C64-Fans betrachten und ihrem Rechner eventuell all die bequemen Gadgets der Moderne verpassen, auf der anderen Seite aber keinen Film mehr von VHS-Kassette gucken möchten, weil das zu veraltet und "unscharf" und unbequem ist? Wie finden sich die Mentalitäten zusammen? Warum kann sich kaum mehr jemand vorstellen, den C64 in Originalausstattung z.B. als einzigen Computer im Haus zu betreiben?


Wo bleibt der Respekt oder die Faszination für das Imperfekte, die für mich das Herz jedes Retrogedanken sind? Alte Technik sollte doch immer um ihrer selbst Willen respektiert werden, nicht weil sie sich so schön nostalgisch anfühlt.


Man verzeihe mir, wenn ich beim Lesen der Beiträge hier im Forum etwas diesen Eindruck gewinne. Mein Standpunkt: Ich sehe meine "Retro"-Einstellung halt immer auch als Aspekt von Zeitgeistkritik und unbequemer Hinterfragung der Moderne. Fight the System. Mir persönlich erscheint es so, als hätte der moderne digitale Zeitgeist in seiner gewissen Überhöhung einen zu starken Einfluß auf die menschliche Individualität, z.B. durch angelernte Ausfilterung von Imperfektion. Mir kommt das 21. Jahrhundert nicht zur Tür herein, und wenn ein Problem zu lösen ist, dann wird es eben mit Technik und Hardware gelöst, die mindestens 20 Jahre alt ist, vorzugsweise natürlich älter. Wenn das mal nicht geht, okay, soll mir recht sein. Es gibt noch soviel anderes zu entdecken. Nächste Anforderung, nächste Idee.


In einer Form von egozentrischer Selbstüberschätzung sehe ich mich dadurch als freierer Mensch an, als z.B. Leute, die für alte Technik nur Spott übrig haben, oder aber diese für Nostalgie in ein modernes Bequemlichkeitsschema einfügen möchten. Wie also soll man Retro betreiben - in einer eher unverfänglichen Komfortzone oder Weltkritischer auch außerhalb? Oder ist das alles Unfug, der nur in meinem Kopf existiert?

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Forum6422.6.2016

Trotz meiner Abneigung gegen moderne Webforen habe ich mich vor einigen Tagen mal beim Forum auf www.forum64.de angemeldet - das (Zitat) "größte deutschsprachige Forum zum Thema Commodore 64 und Retro Computer". Und in der Tat ist der rege Publikumsverkehr dort ein klarer Hinweis darauf, daß das Beschäftigen mit und Verwenden von sogenannter "veralteter" Technik wieder salonfähig geworden ist. Aktive Hardwareprojekte, Softwareprojekte, Buch- und Zeitschriftenprojekte, Fragen und Antworten - dort findet sich alles.


Und dennoch fühle ich mich nicht wirklich zu 100% heimisch (wer hat jetzt ehrlich erwartet, daß ich nichts zum Nörgeln finden würde? ;-)) Es sind viele nette und erfahrene Leute da, aber der Fokus liegt doch sehr stark auf dem nostalgischen Retrohobby, gerne mit moderner Bequemlichkeit oder Emulation. Retro in der sozial akzeptierten Komfortzone. Retrokonzepte als Aspekt von Zeitgeistkritik oder als Ansatz für kritische Hinterfragung der Moderne scheinen mir aber eher spärlich gesät.


In meiner selbstdarstellend-pompösen Vorstellung habe ich natürlich gleich die wichtigsten Punkte erwähnt. Kein moderner Rechner. Keine Digitalkamera. Kein Smartphone. Kein DVD-Player. Nix Neues seit 1996. Das 21. Jahrhundert kommt bei mir nicht zur Tür rein, dies ist quasi befreites Gebiet. FIGHT THE SYSTEM. Insgeheim hatte ich vielleicht sogar auf eine Antwort der Art "Ja hier, ich auch. Willkommen, Kollege, Freund, Seelenpartner..." gehofft, aber eigentlich nicht so wirklich. Es gibt sicherlich Leute dort draußen, die eine ähnliche Philosophie haben, aber die sind dann wohl eher selten in Webforen anzutreffen - und damit auch konsequenter als ich.


Stattdessen gab es halt einige nette Willkommensgrüße und vorgefertigte Winkesmilies, aber auch ein paar eher irritierte Antworten ob soviel (aka zuviel) Retro. Ich habe dann gleich noch ein wenig nachgesetzt, und einen Lobesthread zu DOS und Windows 3.11 gestartet, mit voll kewlen und bunten Screenshots, die unwiderlegbar und ohne die Notwendigkeit von Fakten beweisen, daß 3.11 jedem neuen 64-Bit-Betriebssystem haushoch überlegen ist. Denn was so bunt ist, muß doch einfach supergut sein. Deal with it ;-).


Und irgendwie hatte ich in beiden Threads schon das Gefühl, daß sich meine Philosophie zum Thema und die allgemeine Meinung im Forum nicht so wirklich zusammenfinden. Die Irritation wurde deutlicher und es klang z.B. die Frage an, warum ich denn "sowas" freiwillig mache. Außerdem dauerte es nicht sehr lange bis zum obligatorischen Ratschlag "Man muß mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit..." Naja. Es mag auch daran liegen, daß mir die Ironie moderner Retroleute oft etwas fremd bleibt - wenn z.B. jemand schreibt, daß man in den 90ern halt immer aufrüsten musste, sonst konnte man bald nur noch "Pong" spielen, so ist mir nicht ersichtlich, wie ernst das gemeint ist. Das klingt für mich eher nach Mentalität aus den Aufrüstheftchen jener Zeit.


Meine Threads bekamen zwar zum Teil viele Antworten, aber oft auch in manche Richtungen, mit denen ich wenig anfangen kann. Andere Threads fielen auch gleich völlig auf die Nase, z.B. ein paar verfaselte Blogbeiträge, die nur geringe Beachtung erhielten. Ein Thema, das mich ja immer sehr interessiert, ist der "Computer-Flohmarkt" - im Prinzip ein interessantes Thema, da er ja der Vorläufer so mancher Webforen, Gründungsfundament mancher Szeneprojekte (Digital Talk) und auch ein Spiegel seiner Zeit ist. Und was ist aus all den Schreibern von damals und ihren Überzeugungen geworden?


Auf einen Beitrag dazu im Forum gab es erst mal ein Kloppesmilie, weil ich einen "uralten" Thread wieder nach vorne geholt habe - letzte Antwort darin war glaube ich von 2013. Auch ansonsten verlief das für mich interessante Thema schnell wieder im Sand. Kann es sein, daß im Zeitalter von 2.0-Onlinevernetzung und Hochglanz-Retroheften eine so alte Zeitschrift auf Billigpapier trotz ihrer kulturellen Signifikanz für die Computerszene einfach nicht mehr interessiert? Das würde meinem Konzept vom Respekt für das Imperfekte zuwiderlaufen.


Alles in allem also viele nette Leute, aber auch ein wenig viel moderner Zeitgeist und Irritation, sobald das Retrohobby eine gewisse Komfortzone verläßt. Wobei der Eindruck natürlich an mir liegen kann, Gegenmeinungen sind willkommen.

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Super-up-to-date15.6.2016
Gestern habe ich mir wieder die aktuellste Fassung vom MpxPlayer installiert. Die exe-Datei für die DOS-Version stammt gerade mal vom 17.04.2016, und ist damit die aktuellste Programmdatei auf meinem Rechner. Nicht, daß ich sie unbedingt bräuchte, aber die kann man dann auch Leuten unter die Nase halten, die sagen, für DOS bekommt man eh nur noch Kram aus der Steinzeit.

Jetzt komme ich mir wieder richtig modern vor. Kann man da irgendwas dagegen tun? ;-).


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Computer Chronicles14.6.2016
Hier ein ganz interessanter Schnickschnack-Link auf archive.org:

Mit der dortigen "Exotenschau" im Bezug auf DOS und Windows 3.1x im Browser bin ich ja (wie geschrieben) nicht wirklich glücklich, aber es gibt auch bessere Aspekte der Seite, die sich in den Dienst älterer Technik stellen bzw. diese repräsentieren können.

Unter folgendem Link findet man z.B. eine Vielzahl an Folgen der amerikanischen Computersendung "Computer Chronicles" zum legalen Download. Den MP4-Download kann man natürlich in MPG1 umwandeln, dann klappt das Flogengucken auch mit dem 486er :-).

https://archive.org/details/computerchronicles

Die Serie lief tatsächlich von 1983 bis 2002 und hat damit in diesen 19 Jahren so ziemlich sämtliche Umbrüche und "Fortschritte" in der Branche mitgemacht. Daher dürfte sie auch als Zeitzeuge ganz interessant sein. Vor allem sprechen die Sendungen eben aus den Positionen ihrer jeweiligen Zeit und nicht amüsiert-rückblickend als Nostalgieparade.

In den Folgen aus den 80er Jahren sehen wir als Co-Moderator übrigens den zu früh verstorbenen "Mr. CP/M" höchstpersönlich, Gary Kildall.

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Radiogedanken 20166.6.2016

Ein paar kurze Beobachtungen zu einer aktuellen Entwicklungen, die als „modern und zeitgemäß“ verkauft wird, bei genauerer Betrachtung aber eigentlich eine immense Einschränkung und Vorfilterung der Auswahlmöglichkeiten bedeuten:


Es betrifft die aktuellen Radiosender, besonders auch das kommerziell orientierte Radio. Daß hier gerade in den letzten Jahren eine negative Entwicklung weg von individuellen Senderprofilen und hin zum leicht verkäuflichen Einheitsbrei vorliegt, ist sicherlich auch schon anderen Leuten aufgefallen, man findet online ja so einige kritische Artikel dazu. Aktuell hat es auch einen Sender hier aus der Region sehr übel getroffen, daher einige eigene Gedanken dazu.


Daß man als moderner Zuhörer von Radiosendern beschummelt wird, sollte keine große Neuigkeit sein. Für Unterhaltung und gute Laune, sowie oftmals auch für die Illusion von Information, bekommt man dort einiges an Scheinwelten geboten. Die Quote und Anpassung an marktpolitische Faktoren zählen, nicht der individuelle Zuschauergeschmack. Ich hatte ja vor einiger Zeit mal über ein Hörerlebnis geschrieben, bei dem der Moderator erklärte, zu einem aktuellen Zwischenfall (Großbrand) wäre man jetzt mit Herrn Soundso von der Feuerwehr verbunden. Kurioserweise wurde aber dann auf eine Frage des Moderators versehentlich nochmals das selbe, vorab aufgezeichnete Soundsample aus der Konserve abgespielt, was gar nicht zur Frage passte, und den Moderator doch hörbar peinlich berührte („Ähm. Äh. Ja. Das hatten wir schon mal...“).


Man sollte sich natürlich auch nicht der Illusion hingeben, daß lustige Zuhörer und Anrufer spontan und zur Überraschung des Moderators in die laufende Sendung live durchgestellt werden. Da könnten ja dann irgendwelche unlustigen Leute dran sein, die ungebührliches und/oder politisch inkorrektes Zeug reden. Hier ist eine gewisse Vorfilterung sogar notwendig und verständlich, und ich nehme mal an, daß Anrufe immer aufgezeichnet und auf Sendefähigkeit hin geprüft werden, während gerade Musik läuft. Dem Zuhörer gegenüber wird dennoch die Illusion erzeugt, spontane Live-Reaktionen und "Überraschungen" zu erleben.


Aber sei es drum. Das gehört zum Geschäft und soll hier eigentlich gar nicht das Thema sein.


Der private Radiosender, den ich meine, hatte bisher immer eher das Image eines „Oldiesenders“ für eine etwas ältere Zielgruppe im 30+ Bereich. Es lief Musik aus dem Zeitraum der 70er, 80er, 90er Jahre und dazwischen auch mal aus dem 21. Jahrhundert bzw. aktuelle Charthits. Natürlich auch damals schon mit einer starken Betonung von nostalgischen „Hits“, die von den Meisten gehört werden wollen, aber ab und zu auch mal mit ein paar kleinen musikalischen Perlen. Die Moderatoren waren meist etwas älter und hatten zumindest ein wenig Ahnung von der Musik, die sie spielten.


Seit dem letzten Jahr ist alles „neu“ und „noch viel besser“, was einem mit ständigen Jingles und der laufenden Erwähnung durch die Moderatoren dick unter die Nase gerieben wird. Die noch bessere Auswahl, die noch besseren Hits, der beste und vielfältigste Mix aus den 80ern und von heute. Und spätestens hier sollte man stutzig werden bzw. sollte auch jedem Moderator, der das Sprüchlein ablässt, der Widerspruch auffallen. Sie haben also angeblich eine noch vielfältigere Auswahl, haben aber gleichzeitig den Auswahlbereich für Musik zeitlich weiter eingeschränkt? Anstelle von 4 Jahrzehnten plötzlich nur noch Fokus auf „die 80er“ und die „aktuellen Hits“? Und auch hier natürlich wieder das Standardprogramm, um a.) bei der Zuhörergruppe 30+ nostalgische Gefühle anzusprechen und b.) junge Zielgruppen mit Charthits anzulocken, was auch durch den ständigen Einspieler „Und jetzt noch ein aktueller Hit...“ unterstrichen wird.


In der Übergangsphase hörte man zum neuen Image auch gerne mal „spontane“ Hörermeinungen als Einspieler, die alle nur bestätigten, wie supergenial sie die neue Ausrichtung und den noch besseren Mix finden. Hippe junge Moderatoren wirken in ihrer aufgesetzten Fröhlichkeit noch künstlicher und können oft nicht mal die Namen von Interpreten älterer Songs richtig aussprechen.


„Selber schuld...“ höre ich da den modernen Blogleser sagen „Hol dir ordentliche Hardware, dann kannst du über Webradio jederzeit gute Sender für jeden Musikgeschmack hören, ohne auf kommerzielles Radio und dessen Schattenseiten angewiesen zu sein...“ Das mag schon sein, aber warum ist die einzige Ausweichmöglichkeit wieder digital?


Wenn ich einen schönen Oldie hören möchte, dann möchte ich das vielleicht ja über mein Röhrenradio tun, und nicht über einen standardisierten Digitalkanal per Windows-Radiokachel auf upgedateter Software für sicheren Webempfang. Mit der Anpassung von Radiosendern an einen Einheitsbrei und der Reduzierung auf immer weniger Auswahl (trotz fröhlich-gegenteiliger Behauptung) verlieren klassische Radios brauchbaren Input. Was im Endeffekt aber natürlich nur eine Vorstufe darauf ist, daß irgendwann der Tag kommt, an dem nichtdigitale Radios überhaupt keine Signale mehr empfangen werden.

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Imphobia-Diskmag19.5.2016
Beim Rumsuchen auf älteren CDs habe ich kürzlich wieder alle 12 Ausgaben des berühmten 90er-Jahre-DOS-Diskettenmagazins "Imphobia" gefunden. Das erschien als Scene-Produkt von 1991 bis 1996 in eher unregelmäßigen Abständen und hatte den Ruf, daß vielleicht technisch, optisch und inhaltlich beste Szenemagazin zu sein. Lobend muß man natürlich erwähnen, daß auch die letzten Ausgaben noch anstandslos auf einem 386er liefen, siehe Ausgabe 12 hier.


Beim Anlesen aller 12 Ausgaben fiel mir aber dann doch auf, daß sich der Ruhm des Magazins zumindest für mich hauptsächlich aus den letzten 4 - 5 Ausgaben erschließt. Gerade die frühen Ausgaben waren doch ein ziemlicher Verhau, und weit unter dem Niveau von z.B. C64-Scenemags wie der "Digital Talk" (die zugegeben ein wenig später erschien, und dies sporadisch ja noch immer tut). Damit meine ich nicht mal so sehr die einfache grafische Gestaltung, sondern das generelle Design und den Inhalt. Oft war die Schrift kaum lesbar, weil seltsame Zeichensätze und Farbgebungen verwendet wurden. Auf dem Pentium 166 lassen sich die älteren Ausgaben zudem nur stumm abspielen, da sich die Soundroutine vermutlich am Prozessortakt verschluckt. Ansonsten funktioniert alles, obwohl die Ausgaben kompatibel zu den weitverbreiteten 286ern entworfen wurden.


Was mich aber wie gesagt hauptsächlich stört, ist der Inhalt. Jede Menge schlechtes Englisch und Tippfehler, und trotzdem elitäres Rumgeblubber über Elite vs Lamer, zotige Sprüche und Artikel, der übliche Computerkrieg-Kram oder schlicht und einfach kindisches Zeugs. Exemplarisch sei ein Artikel genannt, der erklärt, wie man die "dummen Affen" namens Informatiklehrer veräppeln kann - zum Beispiel, in dem man sich vor den Ferien Fachbücher ausleiht, und dann nicht mehr zurückgibt. Merkt angeblich niemand. Da sieht man doch gleich, daß die wahre Elite am Werk ist ;-).


Interessant fand ich aber z.B. daß schon ein Artikel von 1991 (?) begeistert auf ein neues Net hinweist, von dem wir noch viel hören werden - das sogenannte "Internet". Damals natürlich noch ohne www und bunte Bildchen, aber dafür zumindest schon mit klassischen Diensten wie Usenet, IRC und ftp. Und wie der Artikelschreiber bewundernd schreibt, kann es einem sogar passieren, daß man auf Fragen Antworten aus Amerika oder Japan bekommt. Hilfe. Außerdem waren die Freaks der Ansicht, daß sie im Internet weiterhin unter sich bleiben werden, da es zu kompliziert für irgendwelche Lamer ist. "There is no manual for the internet - and there will probably never be one..."


Es müsste alle 12 Ausgaben hier auf pouet.net geben:


http://www.pouet.net/search.php?what=imphobia&type=prod


Wobei die Einträge dort seltsamerweise 1992 als Erscheinungsdatum der ersten Ausgaben angeben, in den file_id.diz-Dateien meiner jeweiligen Ausgaben jedoch Daten von 1991 stehen, z.B. "released on 27-12-1991" bei Ausgabe Nr. 4. In der Regel sind die diz-Dateien verläßlicher, da diese zur Info für Mailbox-Downloads erstellt wurden.

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PC-Welt sagt "Windows 3.1 rockt" 9.5.2016
Ein ganz kurzer Beitrag mit einem Link, den mir Andi am Freitag geschickt hat - vielen Dank hierfür:

http://www.pcwelt.de/news/Windows-faellt-auf-unter-90-Prozent-bei-Desktop-Betriebssystemen-9975167.html?google_editors_picks=true

Wie uns der Artikel berichtet, hat sich der Marktanteil von Windows 3.1x auf 0,45% gesteigert. Die PC-Welt ist darüber erstaunt und sucht nach Erklärungen für das große Mysterium, aber wir wissen natürlich, woher das kommt. DAS WAR ICH. ICH HABE DAS GEMACHT. MUAHAHAHAHA...

Und eigentlich eine gute Frage: sind Formulierungen wie "Windows 3.1 rockt" und "explosionsartiger Anstieg" der Nutzerzahlen nun Sarkasmus oder Ironie oder keines von beidem?

Ernsthaft: ich denke mal, daß sich das wirklich hauptsächlich auf virtuelle Installationen bezieht. Denn so alte Computer, um das im Original laufen zu lassen, gibt es doch gar nicht mehr. Sind ja alle kaputt ;-). Mich würde aber wirklich in Stückzahlen interessieren, wieviele DOS/Windows 3.1x tatsächlich noch auf alten Rechnern laufen und aktiv verwendet werden. Aber die Leute, die das tun, wird man in solchen Markanteilsdarstellungen vermutlich gar nicht finden.

Interessant ist auch, daß sich XP immer noch mit über 10% hält, obwohl Microsoft einiges getan hat, um das einstmalige Flaggschiff als unfähig und gefährlich darzustellen.

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Weitere Gedanken zur Sinus-Studie2.5.2016
Ein paar Gedanken noch zum Thema der Sinus-Studie bzw. zum "Mainstream" ohne Ecken und Kanten bei Jugendlichen und in der heutigen Welt allgemein:

Prinzipiell bin ich solchen Studien gegenüber wie gesagt immer skeptisch. Noch skeptischer bin ich Webartikeln gegenüber, die Schlußfolgerungen zu solchen Studien online präsentieren wollen. Das soll zum Einen für Leser mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne so leicht verdaulich wie möglich geschehen, zum Anderen aber auch einen bedeutungsvollen Unterton haben. Das mit dem bedeutungsvollen Unterton ist relativ leicht gemacht, man muß ein Thema nur damit umschreiben, daß "wir alle" davon betroffen sind, und niemand entfliehen kann. Irgendetwas tut sich und/oder wird upgedatet, und die Welt wird ab jetzt nie mehr dieselbe sein. "Google präsentiert einen neuen Dienst. Warum wir alle ab jetzt alles mit anderen Augen sehen werden und nichts mehr so sein wird wie vorher..." In dem Sinne sollte man also skeptisch sein, wenn eine relativ überschaubare Anzahl von Jugendlichen interviewt wird (vermutlich noch mit der Vorgabe bzw. dem sozialen Druck an einer Studie über den modernen Menschen teilzunehmen) und das Ergebnis dann als repräsentativ für die Homogenität und Anpassung einer ganzen Generation dargestellt wird.


Wobei es allerdings durchaus wahr ist, daß es im 21. Jahrhundert einen Mangel an Gegenkulturen gibt. Sätze aus der Studie wie "Ich versuche, mich allen anzupassen. Das gelingt mir hoffentlich..." würde man doch eher aus konservativen und "kleingeistigen" Zeiten wie den 1950ern erwarten, und nicht aus dem Jahr 2016, wo das Internet doch vermeintlich soviel neue Individualität und Kreativität des Einzelnen hervorbringt. Leider ist das Internet halt inzwischen großflächig dazu übergegangen, besonders für die junge Zielgruppe all das mit sozialem Erfolg und Aufmerksamkeit (und likes und Sternchen und sonstwas) zu belohnen, was einer möglichst großen Gruppe gefällt, oder ganz oben in einem Ranking steht. Was nicht in das Schema passt, bleibt schnell außerhalb der persönlichen Filterblase, speziell wenn diese für Bequemlichkeit und automatisches Aussortieren vorgeplant ist - wobei eben auch jenes Vorplanen mittlerweile maschinell geschieht.


Gerade die Mentalität, daß "das eben so ist" und man sich damit abfinden muß, wenn man dazugehören will bzw. generell das Konsumdenken, daß nur neue Technologie und Updates helfen, den nötigen Erfolg, die nötige Kompatibilität und die nötige Vernetzung zu haben, würde eine konkrete Gegenkultur benötigen. Daß das für mich eine Gegenkultur sein sollte, die dem stylischen Facebookupdate und der allgemeinen Verdatung einen konkreten Respekt für Imperfektion und für die Vergangenheit entgegensetzt, sollte bekannt sein. In der Gruppe der 14 - 17-jährigen dürfte ein solches Denken aber eine absolute Ausnahme sein, und in der Regel bestenfalls als exotisches Kuriosum durchgehen. Leider ist es inzwischen auch so, daß sogar die Generation, die sich selbst als "Retrofreunde" bezeichnet, oft sehr stark in das System integriert ist. Waren es mal die Leute, die aus einer gewissen Überzeugung heraus eine Opposition zum Zeitgeist darstellen, sind es heute oft jene, die über jeden Mangel an Komfort und Style beim "Retrohobby" gleich die Nase rümpfen.


Wir haben also eine Kultur, die laut manchem Schreiberling so mächtig ist, daß "wir alle" und unser Blick auf die Welt davon beeinflußt werden. Gleichzeitig gibt es kaum mehr Gegenkultur dazu bzw. nur noch in harmloser Hobby-Form. Wenn in der Studie ein wahrer Kern ist, dann wird die nächste Generation noch weniger interessiert an einer Gegenkultur sein, da diese (wenn sie etwas erreichen wollte) so radikal sein müsste, daß man damit aus dem sozialen Mainstream fallen würde.


Eine Ausage in der Studie fiel mir noch auf, nämlich jene, daß eine digitale Sättigung eingetreten ist, und die Zielgruppe eigentlich gar keine weitere Digitalisierung in ihrem Leben mehr möchte - aber natürlich auch keinerlei Schritt "zurück" durch Wegfall von Diensten und Technologie. Das halte ich für eine fragwürdige Feststellung, denn mit einer Sättigung wären die Marketingstrategen der Konzerne sicher nicht einverstanden. Es wird sich immer ein Weg finden lassen, die Zielgruppen davon zu überzeugen, daß sie unbedingt dieses oder jenes brauchen, um nicht in der Steinzeit zu leben (also so wie im Jahr zuvor). Den Leuten zu sagen, was sie unbedingt für ihr Leben brauchen, ist schließlich die Aufgabe ganzer Berufszweige. Wenn die Zielgruppe in der Studie also heute von einer Sättigung spricht, dann vermutlich nur aus dem Unwissen heraus, was die glorreiche Zukunft noch an digitalen Grundbedürfnissen bringen wird. Die Marketingstrategen wissen zum Glück Bescheid. Meh.


In diesem Sinne: FIGHT THE SYSTEM...

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Sinus-Studie27.4.2016
Und gleich noch ein Beitrag am selben Tag. Aktuell liest man ja online doch so einige Artikel zur Sinus-Studie, die herausgefunden haben will, wie angepasst und "Mainstream" heutige Jugendliche sind, und wie wenig diese noch "aus der Rolle" fallen möchten. Und obwohl versucht wird, auch die positiven Aspekte zu betonen (wie etwa allgemeine Eintracht und Harmonie etc.), kann ich mich nicht wirklich mit so wenig Freigeistigkeit und Rebellion anfreunden. Aber das mag an mir liegen...

Generell traue ich solche Studien ja nicht (auch nicht, wenn sie mich bestätigen), aber weil es generell zum Thema des Blogs passt, hier einfach mal ein Link zu einem beispielhaften Artikel in der Süddeutschen:

http://www.sueddeutsche.de/leben/sinus-studie-alle-wollen-mainstream-sein-1.2967488

Meinungen zur Studie und dem Ergebnis sind gerne willkommen. Ist Anpassung als Weg zu Harmonie, sozialem Erfolg und digitaler Lebensqualität wirklich der richtige Weg? Erinnert mich etwas an die eher unschöne Mentalität, die in Japan schon lange üblich ist.

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386er - 25th Anniversary Edition27.4.2016

Hier noch ein fauler Standardbeitrag Marke "1001 langweilige und im Prinzip immer gleiche WfW-3.11-Screenshots von CPs Uralt-Rechnern" mit großen bunten Bildern.


Ich hatte ja schon lange keinen aktuellen Screenshot vom 386SX25 mehr online. Der lebt natürlich auch noch, und ist jetzt gerade 25 Jahre alt geworden. Okay, da hat sich zum Jubiläum auch nicht viel geändert, ich hab nur ein paar neue Icons ausprobiert und der Desktop gefällt mir visuell und farblich ganz gut, weil die relativ einfachen Icons recht schön in den "dunkleren" Bereich des Hintergrundes fallen und gut lesbar sind. Die 512-KB-Limitierung auf 256 Farben fällt bei näherer Betrachtung natürlich auf (am Röhrenmonitor weniger), aber mir gefällt der Transparenzeffekt der Icons, die wohl wieder aus dem Mac-Bereich kommen.


Hier zwei Bilder, einmal Desktop ziemlich leer und einmal mit Schablonen-Ordner der WinWPS und Html-Reader für DOS. Vielleicht mag ja jemand noch "Immer der gleiche Mist..." als Kommentar schreiben. Sonst mach ich das selber ;-).





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Windows 3.1x im Browser22.4.2016

Okely-Dokely, hier ein kurzer Beitrag. Vor einigen Wochen konnte man ja online an verschiedenen Stellen die Meldung lesen, daß man auf archive.org jetzt auch Software für Windows 3.11 direkt im aktuellen Browser ansehen und anwenden kann:


https://archive.org/details/softwarelibrary_win3_showcase&tab=collection


Der Nutzwert ist mir kaum ersichtlich, aber das ist natürlich ein nettes Beispiel für die "Leistungsfähigkeit" moderner Technologie, die einfach das DOS und Windows 3.1 und gleich noch die Anwendung dazu als Emulation nebenbei im Browser laufen lässt. Mit einer konkreten Erfahrung von Hard- und Software vom Anfang der 90er hat das aber wenig zu tun - dazu gehört IMO die originale Hardware und die eigenhändige Installation von Hand und eben auch der Einblick in die Hintergründe, ini-Dateien etc. Im Browserfenster ist es reiner Konsum oder wie das Betrachten eines exotischen Tieres im Zoo durch ein kleines Guckloch - für ältere Anwender mit amüsiertem Nostalgiefaktor und für jüngere Anwender mit Irritation verbunden.


Die Überschrift im Archiv verspricht uns: "meant to show the range of software products available for the 3.x Operating System in the early 1990s" und die präsentierte Software besteht dann hauptsächlich aus kleinen 16-Farb-Spielen und Freeware. Das mag ja für den Anfang der 1990er und die frühe 3.0/3.1-Zeit durchaus repräsentativ sein, zeigt aber IMO wieder nur einen kleinen Ausschnitt aus den Möglichkeiten (und gerade das Überschreiten von 16-Bit-Grenzen war ja im Laufe der Jahre der interessanteste Faktor) und aus der Entwicklung. Aber so soll es wohl heutzutage sein - schließlich will sich der Betrachter ja darin bestätigt sehen, wie glücklich er doch ist, im Jahr 2016 zu leben und all das hinter sich gelassen zu haben.


Bezeichnend sind auch die Kommentare dazu, die es z.B. bei heise.de gab - siehe hier:


http://www.heise.de/forum/iX/News-Kommentare/Retro-Computing-Software-Sammlung-fuer-Windows-3-11-im-Browser/forum-254548/comment/


Da findet man wieder die üblichen Einschätzungen der Art, daß DOS und Windows 3.1x ja sowieso der letzte Dreck sind/waren, daß niemals irgendetwas funktioniert hat, daß das Gutfinden von sowas gar mit einem Stockholm-Syndrom gleichzusetzen ist (der Betroffene also auch psychologische Hilfe braucht - das kommt mir doch bekannt vor ;-)) und noch einiges mehr. Das Vokabular ist durchsetzt mit negativen Wörter wie "Foltermethode" und "Horrorvorstellung". Besonders hübsch fand ich den Kommentar, der Anwendungen für Windows 3.11 wie folgt beschrieb:


"...eine echte Latrine aus dem Mittelalter von innen sehen und schmecken"


Naja, wenn das die Leute aus dem Internet sagen, dann wird das schon so sein. Ich habe zugegeben kein Windows 3.1 und im Moment auch keine grellbunte Freeware aus dem Jahr 1991 laufen. Mit einem ordentlich eingerichteten DOS/WfW und guter Software darauf verbinde ich jedenfalls etwas anderes. Wie auch immer - wenn man es selbst herausfinden will, sollte man sich meiner Meinung nach einen guten 386er oder 486er holen und einfach probieren. Das ist allemal besser, als der vorgefertigte Konsum über irgendwelche emulierte "Exotenschau" im Browser.

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Ahoy-Hoy 201620.4.2016

Vermisst mich eigentlich niemand, wenn ich schon seit Monaten nichts mehr schreibe?


Wie wohl jeder vermutet, habe ich zur Zeit einfach wieder keine oder kaum Motivation für Onlinekram. Die ganze Mentalität im modernen Internet langweilt mich und/oder schreckt mich einfach nur ab. Man kann kaum mehr einen Beitrag oder Kommentar(e) online lesen, ohne auf Aggressivität, Meinungsmache, Bewertungsdenken, Selbstdarstellung, Manipulation, Arroganz, Fehlinformation, zeitgeistige Herablassung etc. zu treffen. Und das betrifft alle Themen - sei es nun Weltpolitik oder Medien oder Technik oder zum Produkt umgeformtes "Retrotum" und so weiter.


Und wenn ich so was lese, verhagelt es mir auch persönlich die Laune, mich noch groß online zu präsentieren und einzubringen. Wie ich schon öfter schrieb - meine Meinung ist meine persönliche und private Sache, warum also soll ich die online groß "bewerben" oder in die Falle geraten, eine digitale Selbstdarstellung und Meinungsmache zu betreiben, die ich an anderen Stellen ablehne? Als das Internet für mich noch einen gewissen Sympathiefaktor hatte, ging es noch so halbwegs, aber das durchgestylte und in Kategorien und Wertungen gestaffelte Internet im Jahr 2016 ist mir so fremd geworden, daß ich aktuell kaum noch bloggen mag.


Mehr fällt mir im Moment zu dem Thema leider nicht ein.

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