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Ein Blog mit Neuigkeiten über meine fiktive Animationsserie/Satire "Bruchbach Serenade", den real existierenden Comic dazu und andere verwandte Themen wie z.B. Gedanken zur Serie, neue Ideen zu Handlungen, Skripte, Artwork etc. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Ein bißchen Notebook-Bastelei28.8.2010

Um nicht ganz aus der Übung zu kommen, hatte ich in den letzten Tagen mal wieder eine komplette Neuinstallation auf meinem 1997er Pentium-Notebook mit 120 Mhz und 24 MB RAM gemacht. Da war jetzt eine Weile nur reines DOS zum Daddeln und MP3-Hören drauf. Ach ja, und GEOS. Aber das ist für einen Powerpentium der 90er doch eine eher geringe Herausforderung ;-).

 

Aktuell habe ich jetzt zwei primäre Partitionen drauf gemacht, einmal 1,5 GB in HPFS für OS/2 Warp 3 (das letzte gute Warp und leider zu Unrecht derart vergessen) und einmal 500 MB in FAT für DOS 6.20 und WfW 3.11. Und ich war tatsächlich schon so aus der Übung, daß ich tatsächlich eine Weile überlegen musste, wie sich das bewerkstelligen läßt. Der fdisk von OS/2 ist aber ein gutes Programm, der kann das. OS/2 lasse ich einfach noch als Programm von 1994 durchgehen (siehe Startlogo), auf die Weise passt es noch in mein Versprechen, kein OS zu benutzen, das neuer als 1994 ist ;-).

 

Ich bin mit dem Ergebnis eigentlich recht zufrieden, alle relevanten Sachen wie Onlinekram, Daddeln, Emulieren, Textverarbeitung, Bildbearbeitung, MPG + VCD, Audio aller Art wie MP3, MOD, XM, C64-SID & Co etc. sind drauf und würden prinzipiell auch mit "weniger" als einem Pentium laufen.

 

Hier mal ein paar recht mißlungene und etwas wacklige Fotos:

 

 

Boot-Manager

 

 

Startlogo

 

 

Desktop von OS/2 in der HPFS-Partition

 

 

Kleine Bildbearbeitung unter OS/2

 

 

Desktop von WfW 3.11 in der DOS-Partition

 

 

Fullscreen-VCD unter WfW.

 

 

Das Übliche unter DOS...

 

 

...oder doch lieber einen Sega-Mega-Drive-Emulation unter DOS.

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Quo Vadis, Star Trek27.8.2010

Nun habe ich mir mal wieder nach längerer Zeit einen aktuellen Film angesehen, nämlich den 2009er "Star Trek" von einem gewissem J.J. Abrams. Den kenne ich eigentlich bestenfalls vom Namen her, und nach dem Ansehen dieses Films verzichte ich gerne auf weitere Kontakte mit seinem Schaffen. Das ist nicht zufällig ein Pseudonym, hinter dem sich Michael Bay verbirgt, oder?

 

Der Film wurde ja im Vorfeld schon mit "zeitgemäß" und "for a modern audience" bezeichnet - und das ist eigentlich die schlimmste Drohung, die es momentan für Filmqualität gibt. Und wenn man eine Reihe, deren eigentliches Evolutionspotential in Richtung Humanität und komplexere Fragenstellungen gehen sollte, zu einer hastig geschnittenen Popcorn-Nummernrevue macht, dann ist das ein Problem.

Coole Helden, schnelle Schnitte, sexy Babes, Product Placement und viele Explosionen. So macht man einen gut zu verkaufenden Blockbuster im Jahr 2009.

 

Man könnte sicher seitenweise Plotlöcher aufzählen, aber das würde schnell langweilig. Grundsätzlich sind viele der Plotlöcher wohl mit Stereotypisierung und Vereinfachung für mehr "Speed" verbunden. Warum nutzt Nero seine Zeitreise nicht dazu, um Romulus zu warnen? Warum rettet er nicht einfach seine Welt und verhindert die Supernova nun wirklich rechtzeitig? Stattdessen MUAAAARG. EVIL. REVENGE. DIE, FEDERATION, DIE. Seine Mannschaft folgt ihm kommentarlos und rechtfertigt damit ihre Existenz als finstere Gesellen von außerhalb, die man wortlos über den Haufen schießen darf. Ich habe auch meine Zweifel, daß die Comicreihe zum Film mehr Sinn in die Sache bringt.

 

Sehen wir uns den Plot mal an. Wir haben einen ungeschliffenen, jungen Soldaten, in dem aber schon das Potential für militärische Größe schlummert, da bereits sein Vater wußte "No sacrifice, no victory". Wir haben den Auftritt des commanding officer und weisen Mentors. Der Held fügt sich in das System ein, bleibt aber pseudo-rebellisch. Wir haben einen (arg sinnbefreiten) Notfalleinsatz für die gesamte Rookie-Staffel. Der Held beweist sich und klettert in der Hierarchie. Eine undisziplinierte Nebenfigur hält sich nicht an die Regeln und wird zur Heldenwarnung gegrillt. Die Feinde sind alle so böse, daß sie kommentarlos gegrillt, aufgespießt und über den Haufen geschossen werden. Es gibt ein paar Hierarchie-Streitereien. Der Held kehrt zurück und der Streit um das Alpha-Männchen wird mit einer Prügelei gelöst. Anschließend wird der commanding officer aus der Kriegsgefangenschaft befreit und noch mehr Glatzköppe über den Haufen geschossen. Am Ende gibt es Lob vom Mentor. You are a soldier now. Der Held hat erkannt, daß "Ehre" und Freundschaft im militärischen System der richtige Weg sind und wird sein Rebellentum zukünftig für die richtige Sache einsetzen.

 

Das Aussetzen von Kirk auf dem monsterverseuchten Eisplaneten (krasse Aktschn) ist derart absurd, daß ich für eine ganze Weile dachte, es sei vielleicht ein Traum und Kirk liegt in seiner Arrestzelle auf der Enterprise. Aber nein, das Plotkonstrukt ist ernst gemeint. Die Gesetze der Logik und der Physik kriegen eines auf den Deckel, aber die vielen Explosionen sind dafür echt super. Meh. Es ist ja schön, wenn man dickes Budget für Effekte hat, aber was hat man eigentlich von den Effekten, wenn derart hastig und verwackelt rumgeschwenkt und rumgeschnitten wird? Ich würde mir gerne einen Effekt in Ruhe ansehen, vielleicht etwas "sense of wonder" entdecken. Stattdessen gibt es WUSCH WUSCH WUSCH und hastige Schnitte, Schwenker und Dreher, daß man nicht mehr hinsehen mag.

 

Überhaupt wird der ganze Sinn für Zeit und Drama auf dem Altar des Speed geopfert. Gerade in den Trek-Serien/Filmen war es bisher auch immer so, daß der Weg mit das Ziel war, daß Reisen gedauert haben und sich Einsichten oder Plotlinien dazu parallel entwickelt haben. Nicht so hier. Die Enterprise bricht von der Erde auf, es macht überall WUSCH WUSCH WUSCH. Es wird hastig gerannt und geschnitten, ein bißchen Comedy und flugs heißt es auf der Brücke, daß man in fünf Sekunden am Ziel eintrifft. Say what? Der Rückweg gestaltet sich länger, weil die Laufzeit gefüllt werden muß. Technik ist immer dann richtig schnell und gut, wenn es dem Plot passt. Superunauffindbarer Superwarp und Stop auf den Meter genau? Kein Problem, dann braucht man keinen wirklichen Plan. Der Genozid an den Vulkaniern wird mit einer Beiläufigkeit zwischen die Action gestellt, daß es einen fast schaudert.

 

Mit dem Auslöschen der bisherigen Zeitlinie unterstreicht der Film auch eine anderen Mentalität des 21. Jahrhunderts - wenn etwas nicht passt, wird es künstlich passend gemacht. Nun ist der Weg frei für eine militärische 5-Jahres-Mission, bei der die Phaserbänke schon geladen sind, die Helden noch mehr über Ehre und Föderation lernen können und sich irgendwann auch entscheiden wird, welcher Soldat nun mit dem sexy Babe dauerhaft in die Kiste springen darf. Meh.

 

Wie üblich stellt sich am Ende natürlich auch die Frage, wie anders der Film hätte werden können. Hatte nicht auch der vorherige Film "Nemesis" schon starke Qualitätsprobleme, nicht zuletzt durch seinen obskuren Schurken, einen glatzköpfigen Romulaner, der die Föderation zerstören wollte? In der Tat hatte er das. Aber wie schon in anderen Fällen ist der "zeitgemäße" Neustart einer Filmreihe hier eben noch desaströser, weil er der Franchise essentielle Qualitäten nimmt, die sie bisher noch halbwegs von anderen Produkten unterschieden haben. So mag es denn wieder bezeichnend für das 21. Jahrhundert sein, daß der Film hinter all seinem Blendwerk und seiner "Modernität" nun keine Zukunft im humanistischen Sinn mehr reflektiert, sondern eher archaisch-militärische Werte.

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Eine kleine CP/M-Geschichte23.8.2010

 

Nachdem es in der gestrigen Doppelfolge wieder im Rampenlicht stand, vielleicht mal einige Worte zum Betriebssystem namens "Control Program for Microcomputers" oder kurz CP/M. Obiges Bild zeigt übrigens die Version 2.2 auf einer Emulation eines Zilog-Z80-Prozessors. Was schön zu sehen ist, sind die unterschiedlichen User-Bereiche mit Zugriffen auf Laufwerk A für User 0 und User 1.

 

Die erste Version von CP/M erschien Ende 1973 für den Intel 8080. Entwickelt wurde das System von Gary Kildall, der dann später Digital Research gründete, um CP/M zu vertreiben. Als IBM 1981 für ihren ersten PC auf der Suche nach einem Betriebssystem waren, wollten sie ursprünglich auch das auf dem Markt etablierte CP/M dafür verwenden. Man wurde sich jedoch mit Gary Kildall nicht einig (Legenden erzählen, daß er lieber zum Surfen ging, anstatt mit IBM zu verhandeln) und letztlich ging der Auftrag für das neue IBM-DOS an eine kleine Firma namens Microsoft, die vorher hauptsächlich BASIC-Versionen für MITS Altair und Co entwickelt hatten.

 

Im Laufe der 80er kam CP/M nochmal als alternatives Betriebssystem für Homecomputer wieder, so war der C128 von Commodore z.B. ein Dualprozessor-System, das sowohl einen MOS 8510 für die Kompatibilität mit 64er- und 128er-Modus, als auch einen Z80 für einen eigenen CP/M-Modus hatte. Auf dem konnten dann theoretisch gewichtig klingende Programme wie Wordstar oder dBase laufen, was in der Praxis aber durch den sehr langsamen Floppy-Zugriff des Rechners Probleme machte.

 

Wie würde die Marktsituation wohl heute aussehen, wenn IBM damals nicht bei Microsoft gekauft hätte? Hätten wir dann heute klickibunte GUIs namens "GEM 2010 - powered by CP/M 64-Bit"?

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Folgen 169 + 170 - Paradise Lost & Found I + II22.8.2010

Nachdem ich in den letzten Wochen selten online war (analoge Erholungsphase :-)) habe ich mich in den letzten Tagen nun an einige Rechnerprojekte gesetzt, unter anderem auch an zwei neue Folgen für Staffel 9. Es ist jetzt die angekündigte Doppelfolge "Paradise Lost & Found I + II" geworden.

 

Ich bin nicht zu 100% zufrieden, die Episode kommt eventuell zu früh in der Staffel, ein oder zwei reguläre Episoden vorher wären für die Balance besser gewesen. Sie bringt die Mythology nicht wirklich voran, schließt aber in gewisser Weise einen Kreis. Ich befürchte auch, daß die Story arg kompliziert und nicht völlig Paradoxien-frei ist. Interpretationen und Kritik sind gerne erwünscht.

 

Zum direkten Posten im Blog ist der Umfang vermutlich zu groß, das würde nur den Dingsfeed zu sehr belasten. Daher habe ich die zwei Episoden 169 und 170 gleich in den Folgenguide auf der Webseite gestellt, zu finden wie üblich unter folgendem Link:

 

Episoden-Guide Staffel 9

 

Kommentare sind natürlich jederzeit willkommen. Der Text ist auf drei verschiedenen Rechnern entstanden, ich hoffe, es gibt keine Probleme mit Sonderzeichen und Umbrüchen. Falls ja, bitte Bescheid sagen und ich bessere nach.

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Geschlossene Deckel1.8.2010

Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle: warum arrangieren sich heutzutage soviele Leute bereitwillig mit dem machthabenden Zeitgeist? Nur um im Gegenzug Bequemlichkeit und/oder "Lebensqualität" zu erhalten? Warum beachtet kaum jemand das subversive Potential, daß im Nicht-Arrangieren begründet liegt? Geht es nur um "sich verkaufen", "Karriere", "nicht unangenehm in der Gesellschaft auffallen" etc. oder gibt es noch andere, komplexere Gründe?

 

Um einen Abschnitt aus einem Beitrag zu zitieren, den ich kürzlich geschrieben habe:

 

"Die Zeiten, die heute als "verstaubt", "nostalgisch" oder "rückständig" belächelt werden, waren die Zeiten, in denen sich ein Kind ein technisches Gerät und einen Schraubenzieher genommen hat und wissen wollte - wirklich wissen wollte - was darin ist, was das mystische Objekt Technologie zum "Ticken" bringt. In Abwandlung des alten Bergsteiger-Spruches könnte man sagen "Warum ein technisches Gerät aufschrauben? Weil es da ist! Weil es Schrauben hat! Weil sich hinter dem Gehäuse andere Wahrheiten als von außen verbergen!". Aufschrauben verstehe ich übrigens auch im übertragenenen Sinne, z.B. beim Erforschen der Hard- und Software durch eigenständiges Programmieren. Der Experimentiergeist der späten 70er Jahre wäre eine Qualität, die wohl in der heutigen Zeit vieles besser und interessanter machen könnte. Der Ursprung der Computer- und Digitaltechnik liegt in einer offenen Struktur, im Streben nach Wissen, im Forschen, Basteln, Coden, Löten etc etc. Kann es aber wirklich Fortschritt sein, wenn all dies verschwindet und eine Generation nachwächst, die mit geschlossenen Deckeln in Bequemlichkeit und Zufriedenheit lebt?"

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Atari-Impressionen31.7.2010

Nun denn, ich bin schon wieder da. Der Besuch im Krankenhaus war doch kürzer, es war wohl nur eine Unverträglichkeit mit einem Medikament.

 

Die neue Folge "Troff" ist nun auch auf der Webseite im Folgenguide zu finden. Eigentlich finde ich die Story nach nochmaligem Lesen auch gar nicht so schlecht, der Subtext ist durchaus ansprechend. Die Aussage, daß man heutzutage seine Fantasie nicht mehr "bemühen" muß, läßt sich ja nicht nur auf die Spieletechnik anwenden, sondern natürlich auch auf überladene Special-Effect-Filme und ähnliches.

 

Da manche Leser mit dem Begriff Atari 2600 vielleicht nicht mehr viel anfangen können, habe ich mal einige Screenshots von Spielen zusammengestellt. Man muß sich natürlich vor Augen halten, daß die Hardware der Konsole Baujahr 1977 ist. Dennoch wurden bis weit in die 80er Jahre hinein Spiele entwickelt, auch nach großen Zusammenbruch der ersten Konsolen-Generation.

 

 

Hier sehen wir das allererste Lizenzspiel zu einem Film - das Superman-Modul von 1978. Jepp, das Ding da oben links ist Superman. Der Hintergrund stellt die monumentale Architektur von Metropolis dar. Oder irgendsowas.

 

 

Das berüchtigte E.T. von 1982. Es wurden seinerzeit weit mehr Module gefertigt, als überhaupt Konsolen verkauft worden waren. Zumindest ist auf diesem Bild keines der berüchtigten Löcher zu sehen, in die der grüne E.T. immer wieder fiel und nicht mehr herauskam.

 

 

Montezumas Revenge - obwohl es die selbe Hardware war, hatte sich die grafische Qualität im Rahmen der Möglichkeiten bis Mitte der 80er doch merklich verbessert. Die C64-Version des Spieles gefällt mir trotzdem besser.

 

 

Atari-2600-Emulation unter DOS mit Z26. Alle 531 Spiele-ROMs im Verzeichnis belegen übrigens etwa 3 MB Platz auf der Festplatte. Wer sich selbst ein Bild davon machen will, der klicke hier.

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Folge 168 - Troff25.7.2010

Okely-Dokely, ich habe mich doch noch daran gesetzt und die Folge 168 fertig geschrieben. Damit mal irgendwas vorangeht. Das ist jetzt eher eine Insider-Story und vermutlich würden sich die Insider dann wieder darüber beschweren, daß etliche Dinge daran falsch sind ;-). Es ist einfach nur als eher schräge Spaßstory gedacht, mancher Leser wird vielleicht den Kopf darüber schütteln. Natürlich gibt es aber auch einen Subtext zum Thema Wahrnehmung und Fantasie.

 

Es ist jetzt nicht so gut, wie es sein sollte, ich habe keine Zeit mehr zum mehrtätigen Überarbeiten. Die Grundidee sollte erkennbar sein und es ist mal etwas anderes. Es ist halt nach 168 Stories schwierig, noch etwas zu machen, daß so vorher noch nicht da war.

 

Der Titel "Troff" bezieht sich übrigends auf den Gegenbefehl zu "Tron" im Basic 3.5: dort schaltet TRacingON die Fehlerverfolgungsroutine ein, TRacingOFF ist der Abschaltbefehl.


 

168. Troff

 

Die Folge beginnt mit einer Szene in einer Wüstenlandschaft, über die sich der weite Sternhimmel wölbt. Mystery-Musik erklingt, während der Wind über die Wüste fegt. Eine Einblendung informiert uns, daß wir uns in "New Mexico, USA" befinden. Wir sehen im Lampenschein schemenhafte Figuren mit Schaufeln. Die Figuren stellen sich als Indianer heraus, die erschrocken um ein großes rechteckiges Loch im Boden stehen. Ein weiser alter Medizinmann beugt sich über das Loch und wirft lange einen prüfenden Blick hinein. Dann spricht er auf Indianisch und wir lesen als Untertitel die Übersetzung "Ein Besucher von den Sternen..." Die anderen Indianer weichen erschrocken zurück und werfen ihre Schaufeln weg. Der Wind heult.

 

Die Kamera schwenkt nach oben zu den Sternen und dann mit düsterer Musik zurück in die Grabung. Aus einer Kaverne im Fels rieseln kleine schwarze Modulkästchen, auf denen wir zwei Aufdrucke lesen: "Atari 2600" und "E.T. - The Extraterrestrial" mit E.T-Bildchen daneben. Der alte Indianer spricht wieder weise und wir lesen die Übersetzung: "Jemand wird kommen..."

 

Die Szene wechselt abrupt nach Bruchbach zu Klaus, der zusammen mit Rick in seinem Wohnzimmer sitzt und seine gehegte und gepflegte Atari-2600-Konsole von 1977 mit dem Fernseher verkabelt hat. Rick wirkt wenig begeistert und beschwert sich, daß er sich unter einem heißen "Gaming-Nachmittag" etwas anderes vorgestellt hat. Klaus präsentiert ihm einige Spiele (Parodien auf alte und neue Titel und Konvertierungen aktueller Games in Blockgrafik, z.B. Crysis-Atari-2600-Konversion), er kann Rick aber nicht für die simple Darstellung begeistern. Schnell wird deutlich, daß Rick und Klaus die Spielinhalte völlig unterschiedlich wahrnehmen: während Klaus auf dem selben Screen einen Drachenreiter von fernen Planeten Xygdrasil sieht, der mit der Heiligen Flamme für die Freiheit der Welten von Fraktulus kämpft, ist es für Rick nur ein "blödes grünes Quadrat, daß mit roten Strichen um sich wirft."

 

Klaus versucht Rick zu erklären, daß man einfach nur das tun muß, was vor den Zeiten von Gigahertz-Mega-Grafik die Regel war: seine Fantasie benutzen und durch die kunstvollen Cover und literarischen Beilagen mehr in den bunten Klötzchenspielen sehen, als vorhanden ist - oder aber die Freiheit zu haben, zu sehen, was immer man darin sehen will.

 

Rick winkt gelangweilt ab und meint, daß die Megagrafik aktueller Tage doch gerade dafür da ist, daß man seine eigene Fantasie nicht mehr mit dem "Ausmalen" belästigen muß. Er weist Klaus darauf hin, daß die alten Spielprinzipien alle irgendwie identisch waren und führt als treffendes Beispiel das Pacman-Plagiat "Gelber Käseschreck" an. Außerdem will Rick nichts mit Spielen zu tun haben, die sich mit Käse beschäftigen. Klaus will davon nichts hören. Als Rick den Spielmodulen die Schuld am Niedergang uralter Konsolen gibt, stimmt Klaus dem sogar halbwegs zu und beginnt dann, die Geschichte des berüchtigten Moduls "E.T. - The Extraterrestrial" zu erzählen. Die Szene blendet in die Parodie einer schwarzweißen "Tönenden Wochenschau" und berichtet im reißerischen Stil einer UFO-Cover-Up-Story, wie Atari im Jahr 1982 fünf Millionen Module eines schrecklich programmierten Lizenzspiels zum Filmerfolg produziert hat. Am Ende war das Spiel mit der Sargnagel für die Konsole und Atari hat angeblich Millionen von Modulen in der Wüste von New Mexico vergraben und über den "unholy burial ground" betonieren lassen.

 

Ricks Interesse wird geweckt, als Klaus anmerkt, daß schräge Sammler für E.T.-Module mit Seriennummer aus diesem digitalen Massengrab (am besten noch mit etwas originalem Wüstensand im Gehäuse) astronomische Summen zahlen würden. Wie es der Zufall will, hat Rick durch seinen Job im Reisebüro gerade ein extremes Billigangebot für Flüge nach New Mexico verfügbar. Da Klaus auch gerne ein solches Modul besitzen würde, finden sich sie beiden (nach einem äußert seltsamen Billigflug) ein paar Tage später tatsächlich in Alamogordo, New Mexico wieder. Die Schatzsuche stellt sich nur als kurz heraus, bietet aber die Möglichkeit für einige nette Parodien des "American Way of Life". Schließlich entdecken Rick und Klaus, daß die betonierte Fläche mit den Spielmodulen längst zum Mekka für Retro-Nerds und Pseudo-Schatzsucher geworden ist und mit Stacheldraht und bewaffneten und grimmigen Marshalls umringt ist.

 

Die Beiden wollen eigentlich schon wieder aufgeben, als ihnen ein alter Indianer berichtet, daß er damals dabei war, als Atari die Module vergraben hat. In einer Rückblende sehen wir, daß damals eine einzelne Kiste nicht unter die Betondecke kam, sondern mit einem mysteriösen Truck ohne Kennzeichen nach draußen in die Wüste gefahren wurde. Wie der Indianer zu berichten weiß, sollen in dieser Kiste nicht nur die Prototypen von E.T. (mit noch schlechterem Gameplay) verborgen gewesen sein, sondern auch weitere Module zu namenlosen Spielen, die niemals das Licht der Welt erblickt haben und verschollen sind. Wie Klaus weiß, sind solche Module den schrägen Sammlern gleich noch mehr wert. Mit dem vagen und mystischen Indianer-Hinweis, daß sie "dem alten Zeichen bei Sonnenaufgang" folgen sollen, machen sich Klaus und Rick mit einem Jeep auf in die Wüste. Und tatsächlich finden sie nach diversen Abenteuern und Parodien das Zeichen: der Sonnenaufgang am nächsten Tag zeichnet von einem Hochplateau aus mittels verschiedener Felsenschatten ein riesiges Atari-Logo in die Ebene, daß in eine bestimmte Richtung weist.

 

Leider bleibt der Jeep mit Motorschaden liegen und die beiden gehen zufuß weiter. Schnell stellen sich Halluzinationen ein und Rick beginnt, seine Umwelt in Atari-2600-Grafik zu sehen. Was sich als besonders problematisch herausstellt, da er beim Telefonieren nach Hause bzw. nach Bruchbach sein Handy verloren hat und dieses scheinbar in drei Teile zerbrochen ist. So macht sich Rick in seiner Halluzination auf die Suche nach den Teilen seines Telefons, muß dabei aber stets dem Blockgrafik-Klaus ausweichen und erfolglos verhindern, immer wieder in Löcher zu fallen. Als Rick wieder aufwacht, stellt er fest, daß er von Indianern umringt ist, die ihm und Klaus Wasser geben. Sie befinden sich in einer uralten Pueblo-Siedlung in der Wüste. Der Medizinmann vom Anfang erklärt, daß er Manitou danke, daß endlich irgendwelche bekloppten Sammler gekommen sind, um den Müll abzuholen. Er deutet auf eine Metallkiste mit Aufdruck "Atari - Secret Disposal of Videogame Secrets. Secret". Klaus und Rick nicken zufrieden.

 

Die Szene wechselt zurück nach Bruchbach, wo Klaus und Rick bei einem reichen Sammler in seiner Villa eintreffen. Dieser legt Wert auf ein spezielles Ritual vor dem Öffnen der Truhe, was bei Rick zu einer "Raiders of the Lost Ark"-Fantasie führt, die u.A. die pixelierten Geister von Pacman und Pitfall Harry beinhaltet. Als die Kiste schließlich geöffnet wird, ist sie jedoch nur mit Sand gefüllt. Rick und Klaus wühlen im Sand, aber wie uns eine Szene zeigt, sind sie von den Indianern reingelegt worden. Schließlich findet Rick aber doch noch ein einzelnes Modul im Sand - jedoch völlig ohne Aufdruck. In die Konsole gesteckt zeigt das Spiel nur den Titelschriftzug "TROFF (C) Atari 1982" und danach erscheint ein kaum erkennbares Männchen mit Zipfelmütze, daß ruckelig über eine Linie läuft und gelbe Quadrate aufsammelt. Der reiche Sammler ist wenig beeindruckt und meint, daß er für ein solch mieses Gameplay ohne Hintergrundstory kaum etwas bezahlen mag - auch wenn es ein verlorener Prototyp aus der Wüste ist. Klaus will aufgeben, aber Rick hat eine bessere Idee.

 

Er beginnt ein großartiges Fabulieren dazu, was es mit dem Spiel TROFF und mit der vagen Figur auf dem Bildschirm auf sich hat. Wir sehen seine Erzählung im Zeichenstil klassischer Cover bzw. von Acrylgemälden illustriert. Laut Rick geht es in dem Spiel um den weisen Ritter Troff, der einst über ein blühendes Königreich auf dem Planeten Uumitol herrschte. An der Seite des gerechten Troff saß seine große und einzige Liebe ClaRiiiSa. Als jedoch durch eines der Dunklen Portale in die Welt von Xiilin der ultraböse Space Wizard erschien, kam die Dunkelheit über das Königreich. Ritter Troff stellte sich den Dämonen seiner Vergangenheit und wollte sich selbst in einem Duell der Magier opfern, doch seine geliebte Frau kam ihm zuvor. Sie opferte sich aus Liebe und für die Freiheit aller 12 Welten und der Space Wizard verglühte zusammen mit ihr in einem Regen aus Feuer und Eis. Doch der Schöpfer des Alls war gnädig und ClaRiiSa war nicht ganz verloren: ihre Seele hatte überlebt, war aber in Hunderte von golden leuchtenden Kristallwürfeln zersplittert, die der Ritter nun finden muß, um am Ende der Zeit wieder mit ihr vereint zu sein.

 

Klaus wirft einen Blick auf den Bildschirm und ist sichtlich bewegt von der Story. Das Männchen sammelt piepend ein weiteres gelbes Quadrat auf der Linie auf. Der reiche Sammler ist weniger beeindruckt, denn er hat inzwischen in der sandigen Kiste den Fetzen Papier mit der Spielanleitung gefunden. Darauf lesen wir getippt "TROFF - Der Milchmann Troff hat seine Käselaibe auf der Straße verloren. Helft ihm suchen.". Achselzuckend meint Rick, daß das auch eine gute Geschichte wäre. Der Sammler kann sich nun entscheiden, für welche Story er bezahlen möchte. Die Szene wechselt abrupt zu Rick und Klaus vor der Villentür mit nur ein paar kleinen Scheinen in der Hand. Rick meint verärgert, daß sie bei der ganzen Sache letztlich nur gelitten und draufgezahlt hätten und überhaupt nichts gewonnen haben. Klaus meint nachdenklich, daß er sich da nicht so sicher ist. Die beiden schlendern aus dem Bild und debattieren über die Qualität von alten vs neuen Videospielen. Der reiche Sammler steht am Fenster und sieht ihnen nach. Dann stellt er das Modul auf ein Samtkissen und platziert ein Schild davor. Wir lesen "Die Legende von Ritter Troff".

 

=> Spaßfolge, surreale Folge

 


 

Kritik und Kommentare sind natürlich willkommen.

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Und wech...25.7.2010

Es soll irgendwie nicht sein. Gerade, wo ich mir vorgenommen hatte, in den nächsten Tagen ein oder zwei neue Folgenideen für Staffel 9 zu schreiben, kommt wieder was dazwischen.

 

Wahrscheinlich muß ich heute oder morgen doch schon wieder zurück ins Krankenhaus. Es gibt da ein paar Probleme, vielleicht muß die für August geplante Operation doch vorgezogen werden. Soll heißen: für die nächsten Tage (Wochen?) werde ich mal wieder weg sein. Sobald ich zurück bin, gibt es dann hoffentlich auch die neuen Folgenideen. Sorry.

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Retro-Artikel und neue S9-Folge24.7.2010

Das Folgende ist nicht gänzlich offtopic, denn einige Ideen daraus werden eventuell mit in eine Folge einfließen, an der ich zur Zeit überlege. Näheres weiter unten.

 

In zwei älteren Ausgaben des Retro-Magazins fand sich ein interessanter Artikel von Autor Niko Zimmermann zum Thema Computerspiele als Kulturgut. Nun ist das Retro-Magazin natürlich schon lange von der eher subversiven 8-Bit-Natur der klassischen GO64 abgekommen und mehr auf eine kommerzialisierte Schiene mit oft etliche Megabyte großem "Retro"-Kram für Windows, Linux oder Emulatoren auf irgendwelchem Digitalschnickschnack eingeschwenkt. Demzufolge kann ich mit vielen der Artikel auch kaum mehr etwas anfangen.

 

Umso mehr freut es einen natürlich, wenn in der Zeitschrift mal ein Artikel steht, der auch "andere" Denkanregungen ausspricht. Ich möchte einige Sätze aus beiden Artikeln zum Thema daher gerne zitieren. Die Aussagen stammen wohlgemerkt nicht von mir.

 

Über Computerspiele heutzutage:

 

"Es wird leichthin gesagt, der Kreativität seien keine Grenzen mehr gesetzt. Ich behaupte: Die Unendlichkeit der Möglichkeiten und Kapazitäten blockieren die Kreativität stärker, als es die technischen Unzulänglichkeiten je gekonnt hätten."[...] "Es sind die Ideen, besonders gerne auch die kauzigen, die bereits auf einem Vier-Kilobyte-Spielmodul zu Hause sein können."

 

Über aktuelle (Online-)Technologie:

 

"Die Maschinen sind formschön, setzen zu Ihrer Benutzung nicht die kleinste Idee von Know-How voraus und nicht der freie Verkehr von Ideen und Kreativität, oder sogar Subversion sind der Hauptinhalt, sondern Porno und Shoppen."

 

Über klassische Spielmodule/Disketten:

 

"Die Cover der Verpackungen versprachen alles, entführten einen bereits in verwunschene Welten und die Unendlichkeit des Weltraums. Daß es sich auf dem Fernseher im Wesentlichen um Klötzchen in wenigen Farben und wirrer Anordnung handelte, hinderte uns nicht daran, uns in einer anderen Welt zu glauben. Wir waren Pitfall Harry oder retteten die Welt vor den Space Invaders."

 

Verschiedene dieser Ideen werden eventuell in eine kommende Klaus-Story einfließen, der folgende Dialog vielleicht als thematischer Ansatz. Grundsätzlich sollte die Wahrnehmung ein Hauptaspekt der Folge sein, daß Ganze aber eingebettet in eine schräge Abenteuerhandlung, in der u.A. Commodore, Atari und eine Schatzsuche nach den in der Wüste vergrabenen E.T.-Spielemodulen vorkommen (falls die Story jemandem nicht bekannt ist, siehe hier.)

 

Klaus und Rick sitzen vor einem Fernseher, auf dem ein Atari-VCS-2600-Spiel läuft.

 

Klaus: [deutet auf Bildröhre] "Hier sehen wir einen Drachenreiter vom Planeten Zurguul, der durch das Kristallportal in die dimensional zersplitterte Welt von Xydragsil gereist ist, um dort die 8 Schriften der Neuen Schöpfung zu finden und die Heilige Flamme gegen die Kreaturen des Space Wizard Xuulis zu richten..." [er hält ein kunstvoll designtes Spielecover hoch].

 

Rick: [deutet achselzuckend auf Bildröhre] "Hier sehen wir ein dämliches grünes Quadrat, daß mit roten Strichen um sich wirft..."

 

Oder kritisch auch in die andere Richtung:

 

Rick: "Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, daß Supermampfer das gleiche Spiel ist wie Big Dot Cruncher, daß wiederum das gleiche Spiel ist wie Gelber Käseschreck, daß wiederum das gleiche Spiel ist wie Mr. Huddledudd, daß wiederum das gleiche Spiel ist wie Pac-Man?"

 

Klaus: [mit Finger in den Ohren] "Lalalalala..."

 

Das nur mal als zwei Dialogbeispiele. Ich hoffe, daß die Folge demnächst komplett ausformuliert wird. Falls jemand Ideen dazu hat, sind diese gerne willkommen.

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Neues zum Artbook und Guide13.7.2010
Um die Leser bezüglich des kommenden Artbooks/Bruchbach-Guides noch kurz auf dem Laufenden zu halten:

Ben sitzt im Moment an den neuen Zeichnungen, die er für den Artbook-Teil machen wird. Hier wird es u.A. Skizzen zu Tütenmann und dem maskierten Turnbeutelvergesser geben und eventuell auch ein echtes Cover zu "Tütenmanns Kiste", komplett mit Centipede-Roboter. Auch viele der vorherigen Zeichnungen von Ben (z.T. bisher unveröffentlicht) werden wir irgendwie verwenden.

Beim Textteil des Buches war jetzt etwas die Frage, ob man wirklich den kompletten Folgenguide verwenden soll. Da das gedruckte Buch kleiner als A4 sein wird, wird es dadurch komplett wohl auf deutlich über 200 Seiten hinauslaufen. Ich hatte auch in Erwägung gezogen, neben den 2 Skripten zu "Vienna Calling" und "Farbskizzen" nur einige ausgewählte Folgenideen zu verwenden, aber das ist auch wieder ein Problem, da sich viele Stories eben auf vorherige zurückbeziehen und man mit einer kleinen Auswahl überhaupt kein "großes Bild" bekommt. Ich tendiere also stark dazu, den kompletten Folgenguide mit aufzunehmen. Wenn schon, dann gleich richtig. Bezahlen muß ich den Druck sowieso selbst, der Verlag sieht da zu geringe Verkaufschancen.

Heute vormittag habe ich noch den (noch zu illustrierenden) Charakterguide geschrieben, nun hat sogar Klaus einen Nachnamen. Wer sich hier noch mit eigenen Charakterbeschreibungen oder Ideen einbringen will - immer her damit. Dieser Aufruf gilt auch generell: wenn jemand Ideen für den Guide hat oder spezielle Zeichnungswünsche oder sonstwas - gerne an mich schicken. Schön wäre auch ein kurzer Text eines interessierten Langzeitlesers, der das Projekt aus seiner Sicht vorstellen kann. Bitte aber nichts von Leuten nach dem Schema "Ich habe überhaupt nichts davon gelesen, aber du musst das und das und das tun, um dich zu verkaufen". Das ist einfach nur ärgerlich.

Ab Donnerstag muß ich wieder für einige Tage ins Krankenhaus, danach geht die Arbeit weiter.

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Sport-Goofy vs Rainer Rosshirt9.7.2010

Um mal wieder zu meinem beliebten Thema "Zugang zur Vergangenheit" zurückzukommen: sehr viele Leute, die das 21. Jahrhundert als Maß aller Dinge sehen, werden einem natürlich versichern, daß es unmöglich ist, wirklichen Zugang zum Denken und Sein von vergangenen Jahrzehnten zu bekommen. Es ist vorbei, 30 JAHRE HER, das Hier und Jetzt und das "sich verkaufen" zählen allein, alles andere ist Klischee, rosarote Brille oder nostalgisch-manipulative Verzerrung und Verblendung.

 

Ich habe argumentiert, daß es Wege zurück gibt und daß man für sich in seinem Inneren durchaus in Kontakt mit dem Sein, Denken und Fühlen jener Zeiten treten kann. Der Weg kann über originale Technologie führen, der Weg kann aber auch z.B. über Zeitschriften oder gar Comics führen. Über diese Zeitschriften, ihre Art, ihre Redakteure, Beiträge, Leserbriefe, Anzeigen, Gedanken, sogar ihre Werbung,  kann man durchaus in einen Kontakt mit dem Damals kommen, der die Gedankenwelt und die Umwelt jener Zeit weit besser reflektiert, als irgendwelche Klischees und Kommerz-Nostalgien.

 

Das Kontrastprogramm dazu sind natürlich aktuelle Magazine des Jahres 2010 und der Vergleich kann einem oftmals erschreckend vor Augen führen, in welch dunklen Zeiten wir leben.

 

Ich muß übrigens eine kleine Korrektur zu einem Folgeninhalt vorbringen: in Folge 161 "Rick & Mike & das Superbike" lege ich die deutsche Markteinführung des BMX-Rades auf das Jahr 1983. Wie ich nun in einem Heft des klassischen Disney-esquen Comic-Magazins "Sport-Goofy" gesehen habe, wird dort bereits in der Ausgabe Oktober 1980 vom diesem neuen Fahrrad-Trend aus den USA berichtet - unabgekürzt noch als Bicycle Moto Cross bezeichnet. Generell dürfte der Markterfolg der Bikes aber doch eher in der Mitte der 80er zu suchen sein, zumindest habe ich es noch so in Erinnerung.

 

Worauf mich der "Sport-Goofy" wieder gebracht hat, ist darauf, daß es gerade Ende der 70er und Anfang der 80er zahlreiche Disney-Publikationen für alle möglichen Bereiche gegeben hat. Erinnert sich noch jemand aus diesen Jahren an die A4-Comics mit Goofy als Darsteller historischer Figuren Goofy als Johannes Gutenberg, Goofy als Galileo Galilei etc. Das waren immer recht gut geschriebene Stories, die ihre Komik gelungen mit Informationen und historischen Fakten verbunden haben. Aber das war eine Zeit, als Comic auf dem Massenmarkt nicht nur Spongebob, Manga und Erotik hieß.

 

Die 21st Century Mülltüte des Monats dürften sich im Juli 2010 vermutlich mal wieder die Cinema und die PC Games teilen (okay, sonst habe ich nichts Aktuelles gelesen.)

 

Die Cinema hat immer weniger Inhalt, immer mehr Schleichwerbung, inklusive DVD-Sets-"Kaufen, Kaufen, Kaufen"-Chefredakteursvorwort, schlechte Recherche, immer obskurere Pseudo-Infos und fast nichtssagende Texte. Der extrem kurze Leserbriefanteil ist kaum mehr als pure Beweihräucherung ("Herausragend", "Außergewöhnlich", "...eines der wenigen Magazine, die mit der Zeit gehen!"). Man muß man ja nicht mal weit zurückgehen - selbst vor 5 oder 6 Jahren kam noch ein halbwegs lesbares Magazin aus der Richtung. Aber nun? Spiegelnde Hochglanzcover, Eigenlob und nichts mehr dahinter.

 

Die Moralität des Ganzen liegt irgendwie in einem Bereich, den man klischeehaft eher den angeblich sexistischen 70ern zuschreiben würde (die natürlich auch weit vielschichtiger waren). Darstellerinen sind oftmals "hot babes", auch in den Artikeln eine immer umfassende Objektifizierung von Frauen.

 

Die PC-Games dümpelt halt auf dem üblichen Niveau dahin, mir sagen da viele Sachen natürlich auch nichts mehr, es amüsiert mich nur dezent, wenn Hardwareanforderungen wie 3,4 Ghz für irgendeine Daddelei stehen. Wenn ich für jede Abbildung einer gezückten Waffe pro Heft einen Euro bekäme, könnte man wohl gut damit einkaufen gehen. Bei manchem Ausgaben könnte das Spiel sogar mit den Bildern von dicken Möpsen und Ausschnitten funktionieren. Bei Themen, die einen Power-Hardcore-Gaming-Elite-Horizont überschreiten, sind Fakten und Recherche sowieso prinzipiell fragwürdig.

 

Der fast schon historische Leserbriefonkel Rainer Rosshirt scheint in den letzten Monaten zumindest die Vorgabe zu haben, beständig darüber abzulästern, daß er es nicht mehr hören kann, wenn Leute behaupten, daß früher irgendwas besser war oder von "guter alter Zeit" reden. Die Argumente, warum diese Leute alle verblendet sind und heute alles besser ist, schwanken zwischen falsch, einseitig, höchst fadenscheinig und ignorant, aber das würde im Detail zu weit führen. Man muß sich eigentlich nur vor Augen halten, welche Zielgruppe und Mentalität das Magazin bei Lesern benötigt. Außerdem sollte man Rainer Rosshirt auch über die Jahrzehnte gelesen haben, gerne zurück bis zur Playtime. Zu den Dingen, die er nicht mehr hören wollte, gehörten u.A. Leute, die am Amiga festhalten wollten, Leute, die sich darüber beschwerten, daß Spiele nun schon 486er zum Laufen brauchen oder Leute, die nicht auf den segensreichen Windows-95-Zug aufsprangen und länger als "erlaubt" an DOS festhielten.

 

Die 21st Century Mülltüte des Monats dürfte es aber vielleicht verdientermaßen für Folgendes geben: in der vorherigen Ausgabe wurde der Vulkan, der für all die Flugausfälle verantwortlich ist, von einem der Fachredakteure als "finnischer Vulkan" bezeichnet. Diese geografische Diskrepanz fiel dann doch einigen Lesern auf, die dazu Mails schrieben. Standard-Kommentar von Rainer Rosshirt: "Wer ohne nachzudenken und Google zu benutzen den Unterschied zwischen Finn- und Island kennt, gewinnt meine Hochachtung, wird Klugscheißer des Monats und ich leg noch einen Sonderpreis drauf..."

 

Was ist daran erschreckender? Die unverblümte Verachtung für grundlegendes Allgemeinwissen? Oder die Tatsache, daß Nachdenken/Wissen und Google benutzen scheinbar gleichwertig sind?

 

Und ich frage mich einfach immer auch, ob solche Dinge nicht exemplarisch dafür sind, daß der ganze überkandidelte Digitalkram und die vermeintliche Perfektion in einem sehr krassen Gegensatz zu dem stehen, wie sich die Menschheit ideell und moralisch und geistig entwickelt. Man könnte jetzt sagen, daß es Unfug ist, Schlüsse aus irgendwelchen Hochglanzmagazinen zu ziehen, aber vielleicht sind es ja gerade die Facetten, die hinter die Dinge blicken lassen. In den 70ern und frühen 80ern, die man nun mit irgendwelcher Nostalgie und Belanglosigkeit verbindet, vermitteln der Inhalt, die Nachdenklichkeit und Detailfreude vieler Zeitschriften jedenfalls ein anderes Bild vom Zeitgeist.

 

Es mag heute extrem schwierig sein, jemandem verständlich zu machen, warum das Arbeiten mit einem Rechner mit 16 KB RAM erfüllender sein kann, als auf irgendwelchen stylischen Icons und Markenprodukten rumzuklicken. Einfacher ist es da vielleicht, einen vergleichenden Blick eben auf Zeitschriften und Magazine zu werfen, um zu sehen "wie weit" wir heute wirklich gekommen sind.

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How Futurama Requisitioned its Groove back - and failed8.7.2010

Gestern abend habe ich mir die ersten drei neuen Folgen der wiedergeborenen Serie "Futurama" durchaus mit Hoffnungen angesehen - und nun wünsche ich mir eigentlich, ich hätte es lieber nicht getan :-(.

 

Einen gewissen Rückschritt hatte ich ja mit Blick auf die Filme und durch den Comedy-Central-Hintergrund schon erwartet, aber der Qualitätsverlust fiel wohl noch deutlich stärker aus. Hastige Stories, nicht funktionierende "Future-so-crazy"-Gags vom Reißbrett, Haudrauf-Satire, jede Menge poop, crap und vomit in Tüten, aufgesetzte plastic emotion. Die Charaktere und viele Dialoge wirken so unbeholfen und stereotyp, als wären die meisten Autoren neu und kaum vorbereitet zur Serie gekommen. Und gerade mit Blick auf die ernsthafte Natur, mit der die frühere Serie das Thema behandelt hat, wirkt das beiläufig cartoonige "Zurückholen" der Toten in Folge 1 noch ärgerlicher.

 

Wenn das so bleibt, dann wird das IMO nix mehr. Dann bleibe ich lieber dabei, daß die Crew am Ende vom vierten (durchaus guten) Film durch ein Wurmloch in Raum und Zeit verschwunden ist. Jetzt hoffe ich nur, daß ich mit diesem Eindruck von den Folgen nicht allein dastehe.

 

Wenn das der Stil ist, mit dem man animierte Comedy im Jahr 2010 massengerecht "verkauft", dann wundert es mich natürlich nicht, daß Bruchbach als Serie nie eine Chance hatte.

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Satz mit x 7.7.2010

Jetzt muß ich meinen Beitrag von gestern leider wieder korrigieren, ich war wegen Bens positiver Aussage vom Vortag leider allzu enthusiastisch und vorschnell. Wie mir Ben nun geschrieben hat, hat

er sich die Sache nochmals lange überlegt und ist dabei zu der Einsicht gekommen, daß er es in seiner beruflichen und privaten Situation momentan doch nicht schafft, einen Comic im größeren Umfang zu zeichnen. Ich kann ihn da auch verstehen. Die Comic-Sache ist also doch wieder unklar, ich werde mich aber auch wieder nach einem Alternativzeichner online umsehen.

 

Die Idee mit dem Artbook/Folgenguide steht aber weiterhin und Ben wäre auch bereit, für ein solches Buch Skizzen und neue Artwork im kleineren Rahmen beizusteuern. Das könnte dann z.B. bedeuten, daß es einen illustrierten Charakterguide gibt oder auch Kurzcomics und Einseiter mit Szenen aus bestimmten Storyideen. Daneben aber eben auch den reinen Text. Eine Finanzierung des Drucks würde ich halt übernehmen, der Verlag könnte dann ISBN-Nummer und Werbung beisteuern, sowie eventuell auch Hilfe beim Layout durch die Fachleute dort.

 

Wie im Kommentar zum vorherigen Beitrag steht, sollte man sich natürlich fragen, ob jemand Geld für etwas ausgibt, daß er im Web umsonst lesen kann. Auf der anderen Seite war ein Einwand ja immer auch, daß sich die Skripte und Ideen auf dem Bildschirm schwierig lesen. In gedruckter Form und mit gutem Layout (und eben auch Zeichnungen) ließe sich das vielleicht umgehen.

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Comic Nr. 4 kommt - und anderes6.7.2010

Um nun endlich auch mal wieder ontopic zu schreiben: ich habe nun mit dem Verleger Sebastian und auch mit Ben gesprochen und es sieht sehr gut aus für den vierten Comic. Ich musste beide natürlich auf die problematische Situation bei mir hinweisen - nicht zum Mitleid heischen, sondern um eben auch einen gewissen Unsicherheitsfaktor im Bezug auf die Zukunft zu betonen.

 

Nachdem ich ja nun nicht in Erlangen sein konnte, sind natürlich viele Comics der dritten Ausgabe dort liegengeblieben, denn ganz ohne Künstler vor Ort ist ein "herrenloser" Stapel Hefte natürlich doch ein ziemliches Stiefkind an einem Stand. Ich hatte mir im Vorfeld einiges vorgenommen, so wollte ich mit Eigenfinanzierung etwa ein schönes Poster oder einen großen Pappaufsteller oder sonstwas einbringen (oder zumindest doch Bens "Rick von Bagdad"-Acrylgemälde demonstrativ aufhängen). Leider haben mir die Umstände einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um so mehr freut es mich natürlich, daß der Verlag auch weiterhin zu den Heften steht und die vierte Ausgabe rausbringen möchte.

 

Bei Ben sieht es nun so aus, daß er sich eigentlich vom Comiczeichnen vorerst ganz zurückziehen möchte und sich in Zukunft erstmal anderen Dingen im Leben widmen will. Andere Comics zeichnet er ja schon seit Jahren nicht mehr, auch der dritte Bruchbach-Comic war eher eine spezieller (und für ihn sehr stressiger) Service für mich. Aber er würde es auch dieses Jahr noch einmal machen, allerdings mit der Vorgabe, daß es zumindest für ihn definitiv der letzte Bruchbach-Comic sein wird.

 

Ich hatte ihm per Mail eigentlich die Story mit "Tütenmanns Kiste" vorgeschlagen, aber Ben hat den vielleicht doch berechtigten Einwand gebracht, daß wir weniger schräge Parodie und Gaga-Humor machen sollten, wenn es der letzte Comic werden sollte. Es sollte eher eine Story werden, in der es um das geht, was mir an Bruchbach wichtig ist und was die wesentliche Idee dahinter ausdrückt. Nun ist es aber so, daß Dinge, die mir wichtig und wesentlich sind, nicht gerade zu einem Verkaufserfolg auf einem aktuellen Markt beitragen würden. Es müsste ein Mittelweg gefunden werden.

 

Die beiden fertigen Skripte, die mir vielleicht (mit Einschränkungen durch fehlende Querverweise) am meisten darüber aussagen, was die Serie sein sollte, sind wohl "Vienna Calling" und "Farbskizzen". Beide sind aber umfangreich und dialoglastig. Wobei "Calling" sogar ein bißchen den Querverweis hat, indem sie sich auf die (nicht mal als Skript existierende) Folge "Das Ornament" zurückbezieht. Ich habe Ben den Vorschlag gemacht, daß er sich die beiden Skripte und den Tütenmann mal genau ansieht und sich dann entscheidet, was ihn davon ansprechen würde. Schließlich muß ihm das Zeichnen Spaß machen und sich der Umfang im akzeptablen Umfeld bewegen. Wir werden sehen.

 

Eine weitere Idee, die ich noch hatte: würde eventuell Interesse an einer Art von Buch bestehen, in dem der komplette Bruchbach-Folgenguide bis zur Folge 167 und auch zwei oder drei ausgewählte Skripte und andere Textbeiträge zum Thema abgedruckt sind? Das Ganze visuell aufgelockert mit der vorhandenen Artwork und Kurzcomics von Ben und eventuell anderen Zeichnern? Also so eine Art von Kombination aus Bruchbach-Artbook und dem Textmaterial der Webseite? Ich könnte auch das noch selbst finanzieren und beim Verlag anfragen, ob es dort rausgebracht werden könnte.

 

Womit mir beim Problemthema Nr. 1 sind: wo bleiben die neuen Folgenideen. Ich hatte geplant, im Krankenhaus am Notebook zu schreiben, aber irgendwie hat auch das nicht funktioniert. Wir stehen nach wie vor bei Folge 167. Es ist zum Einen noch immer das Problem, daß ich mit den Ideen nicht zufrieden bin, zum Anderen gehen mir aber natürlich auch andere Sachen im Kopf rum und drängen das Bruchbach-Universum vielleicht zu sehr heraus. Alle Eventualitäten in Betracht ziehend, möchte ich die Serie natürlich ungern unvollendet hinterlassen.

 

Es gibt nach wie vor einen größeren Plan für die Zusammenhänge und die schon erwähnte "Paradise Lost & Found" sollte später in der Staffel eigentlich eine der grundlegenden Doppelfolgen der ganzen Mythology werden. Würde sie klappen, würde bestimmt so mancher treuer Leser (also alle beide ;-)) über diverse Zusammenhänge und zugrundeliegende Strukturen überrascht sein, denn einige Details und unklare Verbindungsfäden würden dann ersichtlich werden. Aber es ist einfach noch nicht soweit und die Staffel müsste ihren natürlichen Verlauf nehmen und jetzt nicht irgendwie in Hektik und zuviel Mythology auf einmal verfallen. Das ist im Moment das grundlegende Problem. Folgenschreiber und Ideeneinbringer sind nach wie vor stets willkommen.

 

BTW, ich weiß immer noch nicht konkret, ob die Folge "Melissa" nun irgendwie verständlich ist oder den Leser nur völlig irritiert hinterläßt. Ich war nach dem Schreiben eigentlich doch stolz darauf, aber wenn sie außerhalb meines Kopfes nicht funktioniert, dann ist das natürlich ein gewisses Problem. Die grundlegende Inspiration für diese Folge war (neben manch anderen Quellen) übrigens eine Avengers Episode (aka "Mit Schirm, Charme und Melone") von 1965 mit dem Titel "Two´s A Crowd".

 

Aber ich schweife ab. Die grundlegenden Aussagen dieses Beitrages sind, daß der neue Comic wohl in jedem Fall kommt, nur die Story ist noch unklar. Desweiteren möchte ich gerne beim Verlag eine Kombination aus Artbook und Folgenguide/Bruchbach-Texten rausbringen und wäre interessiert, ob daran Interesse besteht. Auf das Cover kommt dann eventuell gleich die "Rick von Bagdad"-Artwork. Außerdem habe ich Staffel 9 nicht vergessen und Folge 167 sollte nicht die letzte Folge bleiben.

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Deskwork 9.0 Beta21.6.2010

Eine amüsante bzw. durchaus beeindruckende Spielerei, auf die mich jetzt das Windows-3.1x-Forum aufmerksam gemacht hat: der Betriebssystemaufsatz DeskWork 9.0 Beta für DOS.

 

Das ganze System läßt sich entweder in ein DOS-Verzeichnis installieren oder per Live-CD booten. Es bringt sein eigenes Dateisystem mit, ein Austausch mit DOS ist nur über Export/Import-Funktionen möglich und IMO etwas umständlich umgesetzt. Andererseits braucht es in jedem Fall eine himem.sys zum Start. Scheinbar wird auch USB unterstützt, zumindest beschwert es sich darüber, daß es bei mir keine entsprechende Steckerchen finden kann.

 

Die Anzahl der mitgelieferten Programme und grafischen Spielereien ist doch beeindruckend, so sind bei den Spielen z.B. sogar 3D-Sachen wie Space Tube (siehe unten) vorhanden. Das Mediencenter ist eine kunterbunte Spielerei und entsprechend träge - zumindest MP3 und MOD spielt es aber. Bei den Videoformaten scheint es aber nur begrenzte Möglichkeiten zu geben.

 

Hier mal eine größere Anzahl Screenshots von meinem Rechner, da eben aller möglicher Kram beinhaltet ist. Okay, dafür belegt es im DOS dann auch knapp 40 MB Platz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter DOS 6.20 funktioniert es problemlos (für den Ton muß nur die Blastervariable gesetzt werden), ob das auch für irgendwelche DOS-Boxen und Emulationen gilt, kann ich nicht sagen. Alternativ kann man ja auch per CD booten. Die Leistung der Programmierer ist in jedem Fall durchaus lobenswert - ein wirklicher Ersatz für ein ordentlich konfiguriertes WfW ist es aber natürlich nicht. Falls jemand mal probieren will, den Download gibt es unter obigem Link.

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Chaplin-Sammlung fast komplett20.6.2010

Das Folgende ist durchaus ontopic, denn den von mir als filmischem Allround-Genie hochgeschätzten Herrn Charles Spencer Chaplin haben wir ja im Bruchbach-Universum schon des öfteren zitiert, am deutlichsten natürlich in "Trampopolis", aber auch an anderen Stellen.

 

Nun habe ich endlich alle Langfilme von Charlie Chaplin gesehen, von "The Kid" (1921) bis zum "King in New York" (1957). Mit der Ausnahme von "Limelight" - den ich aber zumindest gesehen habe - besitze ich nun auch alle Filme, teilweise auf VHS und teilweise auf Schnickschnackscheiben.

 

Der letzte noch fehlende Mosaikstein war seine schwarze Komödie "Monsieur Verdoux" (1947), welche ich nun vor einigen Tagen per Zufall in einem Laden gefunden habe. Es war jener ziemlich misantrophische Film mit Chaplin als kultiviertem Serienmörder, mit dem er seinerzeit einen großen Teil der Fans des "kleinen Tramps" erschreckt und seinen zunehmend negativen Ruf gerade in den US-Medien weiter ausgebaut hat (was ja letztlich quasi zu einer Ausweisung aus den USA in Form einer Einreiseverweigerung geführt hat). So eckte er mit den Film an allen möglichen Stellen an, u.A. wurde der Film als blasphemisch bezeichnet.

 

Und es ist in der Tat ein bitterböser Film, auch wenn sich manche Details wohl erst nach mehrmaligem Ansehen erschließen. Chaplins Desillusionierung über die Menschheit durch Krieg und gesichtslosen Kapitalismus ist in jedem Fall deutlich erkennbar - schwelgte er am Schluß vom "Great Dictator" noch in naiven Träumen von der besseren Zukunft, weist der Schluß von "Monsieur Verdoux" eher auf die verrottete Natur der Menschheit hin (inklusive der berühmten Sätze "I have made my peace with God, my conflict is with man" und "One murder makes a villain; millions a hero. Numbers sanctify..."). Das selbst das unschuldige junge Mädchen am Schluß dann einen reichen Munitionsfabrikaten geheiratet hat (ein wirklich prosperierendes Geschäft, wie festgestellt wird) unterstreicht die düsterere Aussage wohl noch und ist ein deutlicher Bruch mit dem optimistischen Sieg des Individuums früherer Filme. Wo der Tramp noch in den Sonnenuntergang marschierte, geht Verdoux den Weg zur Guillotine.

 

Sicherlich hat der (ganz nebenbei bemerkt ursprünglich von Orson Wells geschriebene) Film seine Probleme. Das Timing und der Schnitt sind gerade zu Anfang bisweilen seltsam, der wie üblich von Chaplin komponierte Soundtrack schwelgt in oft deplatzierten Sentimentalitäten und auch die in den Spätwerken oft bekrittelte Selbstverliebtheit des Hauptdarstellers scheint bisweilen durch. Allerdings ist die schauspielerische Leistung von Chaplin durchaus beeindruckend genug als Rechtfertigung. Und der Film hat neben seinen kleineren Mängeln kraftvolle Momente, die einfach auf Dauer hängenbleiben - z.B. die Szenen mit dem unschuldigen Straßenmädchen als "Versuchskaninchen" für den vergifteten Wein. Es sei also in jedem Fall eine Anschauempfehlung ausgesprochen.

 

Ich habe den Film auf der Arthaus-DVD von 2010 auf Englisch mit der Lauflänge von 119 Minuten gesehen. Die ursprüngliche deutsche Fassung scheint gekürzt worden zu sein, da es für diese keine komplette Tonspur gibt. Imdb spricht wiederum von einer originalen Lauflänge von 124 Minuten. Es dürfte auf jeden Fall der einzige Chaplin-Film sein, der eine FSK-Freigabe ab 16 bekommen hat.

 

BTW, hat zufällig jemand die 2010er Arthaus-DVD von Godards "Alphaville"? Bin ich da eventuell zu doof, die Sprache einzustellen? Die Hülle verspricht eine deutsche Tonspur, es gibt jedoch keinerlei Auswahlfunktion für Sprachen im Menü und auch der Audiobutton der Fernbedienung führt zu nix. So läuft der Film bei mir nur auf französischer Tonspur, auch Untertitel sind nirgends anwählbar. Liegt das an mir oder wurden die deutsche Tonspur/Untertitel in der Tat vergessen?

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Aktuelle PC-Zeitschrift17.6.2010

Aus Langeweile hatte ich mir am Krankenhauskiosk kürzlich ein aktuelles PC-Magazin namens "Chip" gekauft. Und das "Lesen" dieses Blättchens hat mich mal wieder in all meinen Meinungen bestätigt.

 

Arrogante Gigabyte-Schreibe, völliges Desinteresse an der grundlegenden Frage "Warum?" und am Funktionieren von Technik, bunte Bildchen mit bunten Bildchen drauf und Anleitungen, wo man denn zu klicken hat, geschniegeltes und uninspiriertes Bequemlichkeits-, Leistungs- und Perfektionsdenken in den Artikeln, im Grunde letztlich alles nur dasselbe und fehlende Diversifikation bei Rechnersorten und Betriebssystemen und Denkansätzen zur Technologie.

 

Ich bin es aus alten Tagen irgendwie noch gewohnt, daß ein Vorwort eines Redakteurs irgendwelche interessanten Ideen oder Fragen enthält, hier stehen im Vorwort nicht mehr als ein paar Werbesprüche für zu vermarktende Trends und HD-Fernsehen ("Wie konnte man nur jemals ohne auskommen"), natürlich gepaart mit dem derzeit hyperaktivsten Indoktrinierungssschema Fußball.

 

Da lobe ich mir doch stets die "Klopapier"-Zeitschrift Computer-Flohmarkt (CF) - ich habe mir jetzt daheim mal wieder die älteren Ausgaben aus der Mitte der 90er rausgesucht. Da findet man beim Lesen wenigstens Ideen und Inspiration und nicht nur Vorgaukelung von Information.

 

Wobei man eben (wie schon an anderer Stelle geschrieben) auch am CF den Niedergang im Laufe der 90er in Richtung 21. Jahrhundert feststellen kann. Gab es in früheren Jahren noch Vielfalt und Auskunft und Aufgeschlossenheit für alle Rechner vom 1-KB-Sinclair über Atari und Amiga zum 286er und weiter, wendete sich das Klima ab etwa 1998 immer mehr in die Richtung einer "Habt ihr Primitiv-Anwender hinter dem Mond den Knall immer noch nicht gehört?"-Gleichschaltung.

 

Ach ja, ein kleines Lob noch in Richtung Toshiba. Nach nur kurzem Suchen fand ich die passende Archivseite mit Treibern für ältere Notebooks wieder, dort findet man mit funktionierenden Links ebenso funktionierende Grafiktreiber sowohl für Windows 3.1x, als auch für OS/2 Warp. Mal gucken, was ich meinem Notebook jetzt für ein System spendiere.

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Neuigkeiten und Rückmeldung15.6.2010

Nun melde ich mich doch schon etwas eher als erwartet wieder zurück, zumindest mal zwischendurch. Ich bin jetzt seit Donnerstag wieder daheim, muß aber nun öfter zurück ins Krankenhaus.

 

Die Diagnose ist nun sicher, es ist also definitiv Krebs und zwar ein Sarkom aus dem Knochen am Steißbein und ein bißchen in die Gegend verteilt. Ich mache jetzt eine Chemotherapie mit insgesamt 9 Behandlungen (die erste habe ich nun seit letzter Woche hinter mir), die vermutlich bis zum Ende des Jahres dauern wird. Es gibt für die Tumorsorte genaue Behandlungspläne, einen Erfolg kann aber natürlich niemand zusichern. Wir werden sehen.

 

Ich habe nicht vor, in irgendeiner Form zu resignieren oder sonstwas. Dafür gibt es viel zu viel zu tun. Wer sollte euch denn sonst in Zukunft vor der Dunkelheit des 21. Jahrhunderts warnen und online die 16-Bit-Fackel für DOS, WfW und Co hochhalten? Den undankbaren Job macht doch keiner mehr außer mir, also muß ich ihn auch für die nächsten Jahrzehnte weitermachen. Geht gar nicht anders.

 

Ärgerlich war nun auch, daß ich nicht zur Comic-Messe nach Erlangen fahren konnte. Nachdem auch Zeichner Ben abgesagt hatte, war von den Bruchbach-Leuten nun gar niemand da, der Verleger wohl ziemlich sauer/enttäuscht und von unserer "Xmas Partey" sind vermutlich nicht allzu viele Hefte verkauft worden. War zufällig von den Bloglesern jemand auf der Messe und am Stand vom Verlag?

 

Ich werde in den nächsten Tagen auf jeden Fall bei Ben und Verlag bezüglich des vierten Comics anfragen. Von meiner Seite aus sollte er auf jeden Fall kommen, eventuell ist auch das Skript dazu schon mehr oder weniger fertig.

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Schlechte Nachrichten und Abmeldung27.5.2010
Leider habe ich nun sehr schlechte Nachrichten. Wie in den letzten Beiträgen immer wieder erwähnt, habe ich seit Monaten gesundheitliche Probleme und starke Schmerzen im Rücken und Beinen. Gleich mehrere Fachärzte haben immer wieder versichert, daß es nichts Schlimmes wäre und daß man mit ein paar Spritzen, Bewegung und Krankengymnastik alles wieder in Ordnung bringen kann.

Nun wurde vorgestern nach langem Ringen doch eine Tomographie gemacht. Dabei stellte sich heraus, daß ein Tumor hinter dem Steißbein sitzt. Ich werde ab morgen ins Krankenhaus gehen (eigentlich sollte ich sofort, aber es gibt noch einiges zu tun) und die Sache wird vermutlich einige Wochen in Anspruch nehmen. Wie es weitergeht, kann ich nicht sagen.

Eventuell komme ich ja im Krankenhaus zum Schreiben an einigen Sachen, wie z.B. Staffel 9. Wobei aber Notebooks eventuell verboten sein werden, selbst solche, die schon 15 Jahre alt sind. Wir werden sehen. Ich bedanke mich bei allen treuen Lesern (sowenige es auch sein mögen) der letzten Jahre und verspreche, daß es mit Bruchbach & Co weitergeht, sobald es mir wieder möglich ist. Bis dahin melde ich mich online ab.

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Viele Fotos20.5.2010
Ein ungewöhnlicher Beitrag mit vielen Fotos. Ich hatte dieser Tage mal eine Schnickschnack-Kamera leihweise, ein doch ziemlich älteres Modell mit so einem Kärtchen mit 16 MB Speicher drin. Das will ich mal gerade noch durchgehen lassen, auch wenn mir echter Film natürlich lieber ist ;-). Gab es nicht auch Kameras, die auf eingelegte Disketten fotografiert haben? Das wäre eine Überlegung wert, dann könnte jeder Rechner gleichberechtigt auslesen.

Wie auch immer, die Fotos sind von Ende April/Anfang Mai. Ich war mal ein bißchen in der Gegend unterwegs, auch kletternderweise. Da gäbe es auch mehr Fotos, aber hier nur mal eine Auswahl. Es werden insgesamt sowieso etwa 1,5 MB, ich hoffe, das bereitet niemandem 56K-Modem-Probleme.


















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