Weblog Simpleblog kostenlos selbermachen!


CPs Bruchbach-Blog Startseite | Profil | Archiv
Ein Blog mit kritischen Texten zum digitalen und polierten Zeitgeist des 21. Jahrhunderts, zum persönlichen Leben im 20. Jahrhundert als Aspekt der privaten Individualität und Denkanregungen dazu, warum auch sogenannte "alte", analoge und imperfekte Dinge ihren Reiz haben. Warnung: das Blog kann blasphemischen Mangel an Respekt für die überlegene "Großartigkeit" der Moderne enthalten. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Spott über 386SX30.9.2016
Och Menno. Jedes Mal, wenn ich denke, daß ich mich mit all den Informationen und Mentalitäten im Forum64 doch anfreunden könnte (die vielen Projekte für C64 haben natürlich meine Sympathie) kommt wieder ein Tiefschlag - und ich kann mich einer gewissen Verzweiflung an der Moderne und ihrem Denken nicht erwehren.

In einem Thread zum Thema Herrichten eines 386SX riet einer der Beteiligten zum Entsorgen auf den Müll, und zwar mit folgender Begründung:

"Weil der 386SX einfach nur ne lahme / kastrierte Krüppelmaschine ist, bei der jedwede Mühe, die man da reinsteckt nur vergeudete Zeit ist. Da es Massenware ist, tuts auch nicht weh, diesen Haufen Schrott auf dem Recyclinghof einer neuen / besseren Bestimmung zuzuführen."

Warum schreiben Leute in einem Forum, daß sich der Wertschätzung alter Technik verschrieben hat, solche Dinge? Ich habe mich natürlich auch dort dazu geäußert. Und ja, auch andere Leute aus dem Forum haben der obigen Aussage mit passenden Worten widersprochen. Aber woher kommt die Motivation, so etwas überhaupt zu schreiben?

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Romanprojekt Selene - späteres Teilkapitel27.9.2016

Jetzt hätte ich es doch beinahe mit dem "New Chapter Release Day" am Montag geschafft. Eigentlich war der neue Abschnitt auch schon am Sonntag fertig, aber ich wollte noch etwas Feinschliff machen. Funktioniert hat es nicht recht, der Abschnitt ist wohl noch immer recht holprig.


Es ist auch wieder ein deutlich späterer Abschnitt, der vermutlich mindestens 40 - 50 Seiten nach den aktuellen Ereignissen stattfindet. Im Grunde also ein dicker Spoiler, aber ich musste mir über einige Zusammenhänge klar werden. Ich hoffe, es ist dem Leser der anderen Abschnitte so halbwegs klar, wo es zeitlich einzuordnen ist (Handlungsort Gefängniszelle in der Alienbasis). Es ist nur eine grobe Arbeitsfassung, an der sich sicherlich auch noch einiges verändern wird. Glücklich bin ich nicht damit, gerade der zweite Teil (Dialog) ist mir zu "menschlich" im Ton, und auch nicht wirklich düster genug.


Sollte das alles Düsterer sein? Hat jemand Ideen für den Actionpart oder den Dialog? Kann mich jemand auf ganz schlechte Abschnitte hinweisen?


Im ersten Teil hatte ich wieder die Schwierigkeit, Special-Effect-Action schreiben zu müssen. "Space Violence" um genau zu sein, was immer das auch ist. So was wie das hier vermutlich:


http://www.bruchbach.de/myrr.pdf


BTW, wer das Textzitat auf ein bekanntes Werk mittelalterlicher Literatur findet, ist gut ;-).


Mein generelles Problem ist halt auch, daß ich diese Art von Romanen für eine junge Zielgruppe gar nicht kenne. Ich weiß also nicht, wie man sowas formuliert. Ich hatte in der Bücherei nachgesehen, aber der ganze generische Teenylove/Fantasykram dort hat zwar schon jede Menge Engel, Dämonen, Götter, Vampire und Werwölfe zu bieten, aber das klingt mir in den Inhaltsangaben alles sehr kitschig. So nach konservativer Daily Soap, brodelnde Leidenschaft und heiße Liebe inklusive. Sex sells. Geht das nicht auch anders? Oder würde man da ein Genre eröffnen, für das es gar keinen Markt gibt, weil sich Teeny-Abenteuer, Fantasy, SciFi, Kitsch und verdröseltes Gelaber nicht zusammenfinden? Und keiner benutzt ein Smartphone ;-).


Ab jetzt werde ich wohl wieder in chronologisch korrekter Reihenfolge weiterschreiben, um vom bisherigen Ausgangspunkt über die Kosmogonie zu obiger Szene zu kommen. Und dann weiter.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Analoge Medienplayer 201623.9.2016
Nachdem in den letzten Beiträgen öfter über moderne Medienformate und Player gesprochen wurde, muß ich mich doch noch mal in Kurzform lobend den analogen Medien zuwenden. Nicht, daß hier noch der Eindruck aufkommt, daß ich jetzt ständig digitale Medien konsumiere, nur weil man das mit DOS-Rechnern auch kann. Das wäre doch einseitig, viel zu perfekt und langweilig ;-).

Ich hatte es in früheren Beiträgen schon erwähnt, aber hier gerne nochmal: in den letzten Tagen habe ich mir zur Unterhaltung am Abend wieder vermehrt meine netten Audiokassetten mit den englischen Soundtracks von Serien und Filmen eingelegt. Da ist inzwischen doch einiges zusammengekommen. Jeweils eine 90-Minuten-Kassette mit den originalen Tonspuren von z.B. etlichen Folgen der alten Muppetshow oder Doctor Who oder Monty Python oder Marx-Brothers-Filmen etc. Irgendwann mal von Schnickschnackscheiben auf einem (über das Wochenende ausgeliehenem) "modernen" Gerät per Stecker Klinke auf Klinke auf den Kassettenrekorder überspielt. Legal ist das auch, denn die Scheiben dazu stehen ja unbenutzt im Schrank.

Die Herausforderung ist es immer ein wenig, komplette Filme oder Serienfolgen auf die 90 Minuten zu bekommen (oder man muß mehrere Kassetten verwenden). Bei Sachen wie Muppetshow oder Who muß man dann z.B. die Vor- und Abspänne weglassen, damit 4 Folgen drauf passen. Bei Filmen mit den Marx Brothers kann man gerne die langen Musiknummern der späteren Filme weglassen, die eh nix mit dem Humor und der "Story" zu tun haben - dann passt auch "Day at the Races" gut auf eine 90-Minuten-Kassette. Zum Nachvollziehen der Handlung aus den Tonspuren ist es manchmal hilfreich, die Bilder dazu zu kennen, oft würde es aber auch so klappen. Naja, Harpo Marx ist zugegeben weniger gut für Tonspuren geeignet, außer er spielt gerade Harfenmusik ;-).

Und bei solchen Kassetten kann ich irgendwie immer gut entspannen. Klassisches, analoges Medium, daß ich im Grunde auch auf einem 40 Jahre alten Gerät abspielen kann, weil die Kompatibilität immer noch vorhanden ist. Leichtes Rausches und gemächliches Drehen des Bandes im Rekorder mit einem leisen Motorsummen. So mag ich das. Keine Codecs, keine Updates, keine Prozessoranforderungen. Einfach nur analoges Audio vom Magnetband und das "Kopfkino" zu der Tonspur.

Hört eigentlich sonst noch jemand Tonspuren von Filmen, Serien etc. von Audiokassette bzw. nimmt solche auch selbst auf? Wahrscheinlich ein sehr obsoletes "Hobby", oder?

3 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Kosmogonie19.9.2016

Leider komme ich mit dem Schreiben an der Selene-Story nicht so ganz weiter.  Irgendwie habe ich jetzt wieder eine Phase erreicht, in der ich mit kaum etwas wirklich zufrieden bin. So habe ich am Wochenende 7 - 8 Seiten Storyfortschritt spontan einfach wieder gelöscht, weil mir der Stil und die Wirkung auf den Leser plötzlich nicht mehr gefallen haben.


Da waren zu viele statische Dialoge ohne wirkliche Bedeutung oder "sense of wonder" drin, bzw. eine allzu einseitige Dauerkabbelei darüber, warum sich Rick in seinem männlichen Stolz als Anführer herabgesetzt fühlt. Es machte beide Charaktere unsympathisch und gefiel mir dann gar nicht mehr, also weg damit. Das geht besser. Es war zumindest ein interessantes Plotelement über die "algebraischen Priester von Cron" drin, daß ich vielleicht nochmal aufgreifen werde. Da war eine Hauch von Zitat auf "Logopolis" mit dabei, falls das jemandem etwas sagt.


Ich werde jetzt mal anders an die Sache herangehen und nicht stur nach Reihenfolge schreiben, sondern mich zuerst den Ideen widmen, die mich inhaltlich besonders ansprechen. Es ist ja eine Art von Running Gag, daß Rick auf seine Fragen nach den tieferen Dingen immer veräppelt wird oder kryptische Antworten bekommt. Ich hatte ja schon die Smimpfs als unbekannte subatomare Partikel aus dem Hut gezaubert, und dazu wird er in jedem Fall noch die nutzlose Antwort bekommen, daß er doch für weitere Details dazu deren Anführer fragen soll. Wer das ist? Papa Smimpf natürlich. ;-).


Trotzdem sollte an einer Stelle eine etwas komplexere Kosmogonie kommen, und die sollte vielleicht in etwa so aussehen wie folgt:


http://www.bruchbach.de/kosmo.pdf


Dafür, daß ich mir den Kram gestern nachmittag aus den Fingern gesogen habe, IMO gar nicht mal so schlecht. Das sollte eventuell ein eigenes kurzes Kapitel bekommen, "Die Zahl in der Leere" oder "Die träumende Zahl" oder ähnlich.


Falls jemand Verbesserungsvorschläge hat oder logische Lücken in der Kosmogonie findet, immer her damit.

4 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Guter Medienplayer für DOS, inkl. MP4 und DivX15.9.2016
Diese Woche habe ich einen interessanten Beitrag im Forum auf win31.de gefunden, der auf einen neuen Medienplayer für DOS namens QuickView Pro 2.61 verweist. Da ist die aktuelle Version gerade erst im Juli 2016 erschienen, siehe Link hier:

http://www.multimediaware.com/qv/indexd.html

Das Programm bringt jede Menge aktueller Codecs mit, u.A. auch für MP4 und DivX in diversen Ausprägungen. Es läuft unter DOS 6.20 problemlos, und ich habe auch einige der Medienformate durchprobiert, soweit ich diese daheim vorliegen hatte. MPG läuft fullscreen ohne Probleme, bei hochauflösenderen MP4 kommt aber wohl mein Prozessor an die Grenze. Im Prinzip funktioniert es aber auch.

Technisch ist es dem Programmierer in jedem Fall gut gelungen. Im Unterschied zu Audioformaten habe ich Fullscreen-Video immer eher als Aufgabe für Windows gesehen, weil unter DOS doch einige Hürden zu überwinden sind. QuickView Pro macht all das automatisch und hat mit meiner ATI-Karte und meiner ISA-Soundkarte keine Probleme. Der einzige Abstrich ist, daß das Videobild unter DOS mit 60 Hz läuft, anstelle der gewohnten 85 Hz unter Windows.

Von der Bedienung her ist das Programm recht simpel gehalten: hauptsächlich Cursortasten, Enter und ALT + Buchstabe. An die große Menge der Funktionen von mpxPlay kommt es aber nicht ran. Was mich auch etwas verwundert, ist der klassische Vertriebsweg als Shareware: 3 Wochen Testzeitraum mit "Register Me"-Einblendung im Film und Warteschleife beim Beenden. Sollte man das heute noch so machen, anstatt DOS-Entwicklungen allgemein als Freeware anzubieten? Andererseits ist es eine seltene Leistung, die der Programmierer halt auch nicht verschenken möchte.

3 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Mea Culpa - oder auch nicht12.9.2016

Was mir dieses Wochenende bei einigen selbstreflektiven Gedanken mal wieder auffiel: irgendwie habe ich mit Webforen kein Glück. Selbst, wenn das Thema des Forums mit meinen Interessen generell auf einer Linie liegt, und selbst wenn ich versuche, höflich und durchdacht zu schreiben, ist trotzdem immer sehr schnell ein Punkt erreicht, an dem die Irritation der anderen Forenleute über mich derart zunimmt, daß es ganze Threads negativ beeinflußt. Aber liegt das nun hauptsächlich an mir und meiner verbohrten und selbstdarstellerischen Ideologie mit geringen social skills, oder an einem allgemeinen Klima in der modernen Fortschrittsgesellschaft?


Aktuelles Beispiel ist nach wie vor das Forum64. Und ein seltsames Phänomen, das meine Motivation betrifft. Wenn ich mir da manche alte C64-Zeitschrift wie den CF oder den Brotkasten Live ansehe, dann denke ich mir immer wieder, wie gerne ich dort aktiver mitgeschrieben hätte. Das liegt auch an all dem rebellischen Anti-PC-Geist und dem Widerstand gegen das Wintel-Imperium, der dort immer wieder zelebriert wurde. Man hat einfach darauf beharrt, daß man mit einem C64 in Originalausstattung alles erreichen konnte - sei es CAD oder DTP oder Pixelkunst oder was auch immer. Wer braucht schon PCs? Dabei gab es natürlich etliche Leute mit ideologischen Superscener-Scheuklappen, die auch einem gewissen Fanatismus zur Selbstdarstellung verfallen waren. Aber die rauen Ecken und Kanten waren vorhanden, und das gab auch immer wieder Feuer unter die "weltanschaulichen" Diskussionen intern oder mit anderen Anwendern.


Ich mag meinen C64 sehr gerne. Ich arbeite und spiele öfter damit. Und mir fallen auch manche Fragen und Ideen dazu ein. Wenn ich aber in das Forum64 gucke, dann finde ich irgendwie keinen einzigen Thread zum C64, an dem ich mich informativ oder mit Motivation beteiligen möchte. Irgendwelche modernen FPGA-Nachbauten und Programmiertools unter HD-Windows? Näh. Mag ich nicht. Viele Threads über Reparaturthemen? Da fällt mir nix zu ein. Mein C64 läuft seit 25 Jahren mit aller originalen Peripherie problemlos, da gab es nie was zu reparieren. Threads mit Downloadlinks zu Programmierprojekten? Kann ich auch nix dazu bieten, weil meine Arbeiten halt auf 5,25"-Diskette in einer Diskettenbox oder Schuhkarton stehen, und nicht PC-kompatibel online. Filme auf youtube zu C64-Games oder anderen luschtigen Sachen kenne ich auch keine. Themen wie "C64 vs PC", die einst die raue Kante ausgemacht haben, würden vermutlich mit dem Hinweis auf viel zu ernste Ideologie im Spaßhobby bedacht. Wie steht doch als Untertitel so schön in der PC-Rubrik des Forums: "Ohne geht es nicht..."


Langer Rede wenig Sinn: zu C64-Themen kann ich im Forum wenig beitragen. Weil ich mich aber trotzdem einbringen möchte, muß ich halt auf Themen warten, die sich um meinen (engen) PC-Horizont drehen. So wie dieses hier z.B.:


https://www.forum64.de/index.php?thread/68774-ist-windows-angemessen-proportioniert/


Dazu war es einfach zu einladend, zu erklären, daß für mich persönlich das letzte wohlproportionierte Windows im Jahr 1993 erschienen ist. Warum ich das denke, steht im Thread. Natürlich gab es durchdachten Widerspruch, mit dem Hinweis auf moderne Digitalkameras und Bildbearbeitung mit RAW-Formaten und großen Datenmengen, die kein 16-Bit-Betriebssystem verarbeiten könnte. Das ist sicher richtig und auch ein gutes Argument. Würde ich solche Daten wirklich benötigen,  hätte ich ein Problem. Okay, das Problem würde sich gar nicht stellen, weil ich derlei Daten von USB-Kram, Kärtchen oder Sticks mangels physischer Schnittstelle gar nicht auf den Rechner bringen würde ;-).


Im selben Atemzug mit dem korrekten Argument kam aber auch gleich wieder eine inkorrekte Meinung, nämlich die Aussage, daß man mit Windows 3.11 halt bei Input und Output auf die Art von Daten eingeschränkt wäre, die es schon vor knapp 25 Jahren gab. Das stimmt so nicht.


Was mir zu dem ganzen Argument mit der Bildbearbeitung in jedem Fall noch einfiel, war ein ganz kurzer Absatz mit meiner persönlichen Meinung, daß ich kein Freund von übermäßiger Bildbearbeitung bin, wenn dadurch eine digitale Fiktion erzeugt wird (z.B. durch Lichtstimmungsänderung, Retusche etc.). Ein Bild sollte die Natur wiedergeben, auch wenn diese Imperfektionen hat. Hatte mit dem Thema nichts zu tun, war nur meine Meinung. Und weil ich das so sehe, habe ich keinen Bedarf an digitalen Schnittstellen und dicken RAW-Formaten. Nur leider hat diese Aussage mal wieder die Büchse der Pandora geöffnet.


Plötzlich hieß es wieder, ich würde Bildbearbeitung (und die Moderne an sich) "verteufeln", das Ganze mit der unterschwelligen Aussage, daß dies nur aus ideologischer Verbohrtheit und vielleicht sogar aus Neid darüber geschieht, weil meine uralten Rechner und/oder Windows sowas gar nicht können. Dabei hatte ich nie irgendwas von verteufeln oder sonstwas gesagt, sondern nur kurz darüber sinniert, daß man manch übertriebener Bearbeitung gegenüber kritisch sein sollte. Das Resultat war jedenfalls, daß der Thread in eine völlig andere Richtung lief, und das Thema des Threadstarters verloren ging. Schade, und nicht meine Absicht. Ach ja, natürlich kam irgendwann zum wiederholten Mal die alte Frage, wie ich mich denn für die Inkonsequenz rechtfertigen kann, daß ich 1996 einen Rechner NEU gekauft habe. Das habe ich jetzt glaube ich schon dreimal beantwortet.


Und irgendwie macht das keinen Spaß. Hätte man Mitte der 90er in einem Heft geschrieben, daß man diesem oder jenem Nischencomputer treu bleibt, und/oder auch in Zukunft kein Umsteigen und Aufrüsten vor hat, hätte es zumindest von einer bestimmten Gruppe eventuell Lob und Interesse gegeben. Macht man sowas aber im Jahr 2016 in einem Webforum, heißt die Antwort oft Irritation.


Und das ist natürlich eine generelle Forensache. Nehmen wir mal hypothetisch an, ich würde mich in irgendeinem Forum anmelden, weil mich das Thema anspricht, und weil ich genug Wissen dazu habe. Nehmen wir weiter an, ich würde für einen guten Start gleich mal einen 2-Seiten-Text mit durchaus interessanten Infos und Fragen schreiben, der zu einem informativen Thread führen könnte. Ach ja,  irgendwo im Text würde ich in einem Nebensatz erwähnen, daß ich mir jetzt einen guten Film auf VHS anschaue, weil ich keinen DVD-Player besitze. Bam.


Und die restlichen 2 Seiten des Themas würden irrelevant werden. Man könnte dann quasi auf die Uhr schauen, bis der erste Antwortschreiber genau diesen Nebensatz zitieren, und dazu sinngemäß schreiben würde: "Häh? Augenkrebs oder was? Erklär das mal..." Und würde ich das tun, dann würden sich knapp 90% des restlichen Threads wohl nur um ein Thema drehen, daß mit dem ursprünglichen Anliegen gar nichts mehr zu tun hat. Guckt euch mal den an, der ist total veraltet. Wie kann man das nur verstehen? Wie kann man das nur ertragen? Wie kann man das nur rechtfertigen?


Übertreibe ich mal wieder, oder beschreibt das die aktuelle Situation? Falls ja, wo ist eine Durchdringung mit einseitiger Ideologie dann ausgeprägter - bei mir oder bei der Welt?


Ganz nebenbei noch eine andere Erfahrung mit dem modernen Internet: wie der Mangel an Feedback zeigt, ist das Blog doch eher der falsche Ort für mein Romanprojekt mit der Selene-Story. Ich habe auch etwas weitergeschrieben, aber online ist aktuell nur die "alte" 62-Seiten-Fassung, weil die andere Arbeitsfassung zu große Handlungssprünge hat. Was eigentlich schade ist, weil ein richtig guter Dialog in der neuen Fassung drin ist. Mal sehen.


Wie auch immer, ich hatte jetzt auch mal versucht, die Story auf einer Seite für Fanfiktion zu präsentieren. Da gab es tagelang keinen einzigen Kommentar, und als dann endlich ein einsamer Einzeiler kam, wies mich dieser darauf hin, daß die Story unter "Freie Arbeiten" doch falsch wäre, weil es ja eine Star-Trek-Fanfiktion ist. Autsch.


Kann ich bitte mein Internet von 1996 zurück haben?

2 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Kritischer Simpsons-Artikel31.8.2016

Ein recht interessanter Beitrag beim Spiegel zum Thema Simpsons. Eigentlich sollte es um den neuen Homer-Sprecher gehen, der wohl versucht, ähnlich wie Norbert Gastell zu klingen. Der Autor des Beitrages nutzt den Text aber eher zu einer Abrechnung mit der aktuellen Serie. Ob der mal drts-Leser war?


http://www.spiegel.de/kultur/tv/homer-simpson-in-neuer-staffel-neue-stimme-nichts-dahinter-a-1110216.html


Und dabei greift er tatsächlich alle Punkte auf, die seinerzeit schon in drts ganz oben auf der Kritikliste standen: Ende der "guten" Simpsons mit Staffel 9 (ich würde ja sogar noch weiter gehen und Staffel 7 als letzte herausragende Staffel bezeichnen, weil dann nämlich die geniale "Summer of 4 Ft 2" quasi das bestmögliche Serienfinale wäre), Jerkass Homer, Mangel an emotionalen Inhalten, dämlicher Humor, Abflachung etc. Auch in den Kommentaren gibt es zumindest bisher Zustimmung zur Kritik.


Ist eigentlich schade, daß es so lange gedauert hat, bis greifbare Kritik an der Serie auch in "großen" Mainstream-Artikeln und dem allgemeinen Serienbewußtsein auftauchte. Mittlerweile sind die guten Folgen und Staffeln nur noch ein schmaler Prozentsatz der gesamten Serie, und plötzlich fällt es auch Kolumnisten auf, daß etwas nicht mehr stimmt. Schnellmerker. Inzwischen scheint die Einsicht vom Niedergang aber zumindest bei Langzeitfans doch etabliert zu sein. Ein später Sieg, früher gab es doch oft Genörgel von selbsternannten "echten Fans", wenn man sich kritischer zu Entwicklungen geäußert hat, denn ein echter Fan findet schließlich alles gut, was zum gelben Kult gehört. Meh.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Romanprojekt Selene - dritter Nachtrag29.8.2016
Montag etabliert sich jetzt langsam zum "New Chapter Release Date". Und weil ich sonst momentan auch nichts im Angebot habe, hier der Hinweis auf das fertige Kapitel 5:

http://www.bruchbach.de/selene.pdf

Der aktuelle Seitenstand sind 62 Seiten. Im oberen Bereich habe ich noch einige kleinere Details und Fehler nachgebessert, ansonsten beginnen die neuen Seiten am Anfang von Seite 50.

Wie üblich bin ich auch mit Kapitel 5 noch nicht ganz zufrieden. Zuerst war es mir etwas zu ernst, dann war es mir etwas zu albern. Jetzt ist halbwegs Balance da - einige Abschnitte sind relativ gut gelungen, andere weniger. Ich arbeite dran. Zumindest entwickelt sich jetzt langsam der Plot, und die Sache wird vermutlich auch noch dezent düsterer. Wofür mir zugegeben ein wenig das Talent fehlt, sind kewle Actionszenen oder gar romantischer Kram oder Kitsch, daher (zu)viel Dialog.

Geschrieben habe ich einen Großteil des neuen Kapitels übrigens auf dem 486er-Notebook unter Win-Works 3.0. Das Umwandeln in ein passendes Format für die htm war auch hier kein Problem. Was ich beim Schreiben natürlich nicht zur Hand habe, sind google und wikipedia und sonstiger Onlinekram. Wenn ich thematisch also irgendwo völlig falsch liege, dann bitte darauf hinweisen.

Ach ja, letzte Woche habe ich noch eine Sammelseite mit allen Windows-3.11-Screenshots gemacht, die ich für gelungen genug halte. Sind meist die altbekannten Sachen und nur oben zwei Neue, wobei neu aber auch relativ ist. Ich hänge zur Zeit zu sehr an dem einfachen Design. Hier der Link (Vorsicht, arg große Bilder, bitte nicht mit 56K-Modem aufrufen, das dauert dann länger):

http://www.bruchbach.de/win2016.htm

Kritik und Vorschläge zur Story sind immer willkommen. Für bestimmte Abschnitte habe ich aber jetzt einen roten Faden, den ich natürlich nicht vorab verraten will.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Toy Story 197723.8.2016
Weil ich gerade Zugriff auf einen Scanner habe, hier mal ein kleiner Beitrag, den ich schon lange machen wollte. Es ist ein etwas ungewöhnlicher Beitrag, aber ich kann ja nicht nur noch Geschreibsel und ewig gleiche Screenshots von meinen Rechnern bloggen. And now for something completely different...

Ich habe ja viele alte Comics aus den 70er Jahren herumliegen, die auch immer als Spiegel jener Zeit zu betrachten sind. Das zeigt sich in vielerlei Aspekten, z.B. auch in den Leseranzeigen. Besonders interessant sind hierbei aber auch Anzeigen und Werbung für die junge Zielgruppe jener Tage.

Exemplarisch habe ich mir mal ein paar klassische Fix&Foxi-Ausgaben aus den Jahren 1977 und 1978 rausgesucht, in denen besonders viele Spielzeug-Anzeigen vorkommen. Was können uns diese Anzeigen über ihre Zeit sagen?



Die 70er Jahre waren natürlich die Zeit der maskulinen Spielsachen mit toughen Actionmännern und ihren Gadgets. Obiger Bob Power ist dafür ein gutes Beispiel Mit Super Tornado, Action Radar und Blitz Pack mit Blitzstrahler. Klingt alles mächtig gefährlich, im Endeffekt dürfte aber nicht viel dahinter stecken. Aber zumindest kann er seine Ausrüstung für wahre Abenteuer und für den männlichen Kampf mit der Natur einsetzen.



Etwas problematischer erscheint mir da schon jene Anzeige zum "Mondbasis Adventure 2000" von Matchbox. Ja, das Wort "2000" klang noch futuristisch. Allerdings wirkt der martialische Ton in den Beschreibungen der Fahrzeuge doch irritierend. Der Jagd-Commander hat eine abschußbereite Rakete auf dem Dach. Der Felsbrecher mit Radargerät hat ebenfalls eine Abschußrampe. Der fliegende Jäger und Aufklärer zeigt uns zwei Geschützrohre. Und wem das alles zu pazifistisch ist, für den gibt es rechts natürlich noch den Kämpfer mit drehbarem Doppelgeschützturm. Auch die drei Spielfiguren haben ihre Waffen gezogen. Das ist der kalte Krieg auf dem Mond.



Wie uns dieser Ausschnitt aus einer Anzeige für ein elektronisches "Laserkampf"-Brettspiel zeigt, war auch dort der Krieg der Vater aller Dinge. Da konnte der Junior seinem alten Herrn als Feind noch richtig eine vor den Bug knallen.



Eine verkleinerte DINA4-Seite zu einer ganzen Familie von hypermaskulinen Actionmännern. Big Jim, Big Jeff, Big Jack, Big Josh und Dr. Steel (bei dem scheint es für das "Big" nicht gereicht zu haben, aber dafür hat er an der Kung-Fu-Akademie promoviert). Die können Karate schlagen, Bizeps anschwellen lassen und ein Muskelband sprengen. Außerdem sind es fünf spärlich bekleidete Herren, die zusammen in einer alternativen Community im Wald wohnen und mit ihrer Festhaltehand so richtig zugreifen können, wie uns die Skizze zeigt.

Also wirklich. Kann nicht mal einmal jemand auch nur für eine Sekunde an die Kinder denken? ;-)



Hier noch was ganz ohne Spielzeug, aber mit gesunder Ernährung. Es kommt ja bisweilen vor, daß sich irgendwelche Werbemaskottchen mit den Hauptdarstellern eines Comics zusammenfinden. Das ist dann meist irgendeine Anbiederung an den Werbekunden, bei der Maskottchen und Produkt gelobt werden. Daher finde ich das Beispiel hier aus dem Jahr 1977 immer ganz amüsant, weil Lupo dem Werbetony einfach mal so eine reinhaut. Vielleicht will uns das alles ja die Kraft und den Elan zeigen, die Frosties verleihen. Vielleicht mag Lupo aber auch einfach keine Instrumentalisierung für Werbung ;-).

Was sagen uns all diese Anzeigen über ihre Zeit aus? War es eine bessere Zeit, weil Spielzeug noch nicht in der augmented reality und ihrem Updatezwang existierte, und man sich nicht nur vernetzt mit anderen im Wettbewerb messen konnte? Weil die Fantasie und das "Begreifen" im Wortsinn noch mehr gefordert war und auch der Blitzstrahler von Bob Power doch nicht ganz hielt, was die Werbung versprach? Oder war es eine schlechtere Zeit, weil das Thema maskulines Rollendenken und Krieg auch die Spielzeugwelt sehr stark durchdrang? Und sind wir heutzutage wirklich weiter, oder sind die selben Themen noch immer präsent und haben nur ihr technisches Erscheinungsbild verschoben?

2 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Romanprojekt Selene - zweiter Nachtrag22.8.2016
Nach einer Schreibpause in der letzten Woche habe ich jetzt am Wochenende doch einige Seiten beigefügt, so daß es eigentlich einen neuen Beitrag wert ist. Und weil es dem Status der literarischen Fingerübung nun doch ein klein wenig entwachsen ist, nennen wir es auch einfach mal großspurig "Romanprojekt".

Ganz interessant zu sehen, wohin ein Projekt geht, das mit ein paar mageren Zeilen aus dem Prolog unter DOS-Works entstanden ist. Der aktuelle Stand sind nun 51 Seiten.

Ich habe den Titel des vierten Kapitels von "Gnosis" in "Theophanie" geändert. Ist zwar im weiteren Sinne dasselbe, aber Letzteres klingt irgendwie besser.

Hier wieder der Link. Die neuen Seiten beginnen ab Seite 39 mit Kapitel IV:

http://www.bruchbach.de/selene.pdf

Das neue Kapitel ist jetzt recht dialoglastig, weil viele Erklärungen anfallen. Da hapert es vielleicht ein wenig mit dem Stil. Die Traumsequenz, die mir vorab Sorgen gemacht hatte, gefällt mir nun eigentlich recht gut, außer vielleicht am Schluß. Mal gucken. Kritik und Vorschläge sind immer willkommen. Der nächste Schritt geht wieder ein wenig in Richtung Humor und dann wieder mehr Aktschn.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Pentium 166 - powered by DOS19.8.2016

Weil ich gestern die alte Digitalkamera aus der Firma im Auto liegen hatte, hier mal wieder ein fauler Beitrag mit Fotos. Die sind wegen der ramponierten Kamera (Blitz kaputt etc.) auch recht grieselig und unscharf, da kann man aber wohl nix machen.


Was mir beim Durchlesen des Blogs neulich mal auffiel, war, daß ich zwar alle möglichen Fotos von etlichen meiner Rechner online habe, aber bisher kein einziges von meinem Hauptrechner, meinem hochgeschätzten Pentium 166. Das war der letzte Rechner, den ich mir seinerzeit neu gekauft habe, und der eigentlich ein Leben lang ausreichen sollte. Und obwohl er doch ein Baujahr aus der zweiten Hälfte der 90er hat, ist er noch ausreichend "oldschool" für meinen Geschmack - Diskettenlaufwerk, kein USB-Kram, Board mit PCI- und ISA-Steckplätzen. Zugegeben, eine Schönheit ist er äußerlich nicht, und war er auch nie, aber egal. Lieber Haltbarkeit für Jahrzehnte, als schöner Schein. Und die Zeichen der Zeit tragen ja zum Charme und der Eigenständigkeit eines Gegenstandes bei.



Pentium 166 in all seiner ästhetischen Schönheit ;-).


Die aktuelle WinWPS-Oberfläche in 1024x768 (unscharfes Foto, Röhrenbildschirme fotografieren mag die Kamera immer gar nicht).


So sieht es aus, wenn man den 16-bittigen Netscape Composer als Textverarbeitung verwendet. Geht alles, und man spart schon wieder den Plattenplatz, den eine eigene Textverarbeitung belegen würde. Und das html-Format zum Speichern ist ja nach wie vor kompatibel mit der Welt.


Semi-aktuelle Digital Talk unter C64-Emulation mit DOS-VICE. Leider erscheinen neue Digital Talks ja nur noch sehr sporadisch. Die wurde übrigens seinerzeit 1994 von Regulars aus dem "Computer-Flohmarkt" gegründet.

2 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Literarische Fingerübungen - Nachtrag12.8.2016
Wie angekündigt, habe ich noch ein paar Seiten an der Story weitergeschrieben, aktuell bis Seite 34. Da sind jetzt aber noch an zwei Stellen Sprünge in der Handlung drin, wo noch Abschnitte eingefügt gehören. Das hat jetzt nicht wirklich Stil, aber ich wollte zum Üben mal an eine Stelle kommen, wo etwas mehr Aktschn und Special Effects vorkommen ;-).

Wir brauchen ja auch einen Gegenspieler, und bei der ganzen Betonung von Natur und organischen Dingen sollten das doch irgendwie Maschinen sein, in diesem Fall space invaders namens Morgresch.

Hier nochmal der Link. Wer schon gelesen hat, am Besten ab Seite 26/Kapitel 3 weiterlesen. Ich habe zwar weiter vorne auch noch ein paar Details korrigiert, aber viel hat sich dort nicht geändert.

http://www.bruchbach.de/selene.pdf

Ansonsten sind noch jede Menge holpriger Zeilen und Wortwiederholungen drin, müsste also alles noch nachgebessert werden. Woran ich auch noch rumüberlege, ist etwas mehr Konfliktpotential. Da wird das Betreten des Feldes vermutlich helfen, da Rick dann seinen eigenen Kopf durchsetzen kann und die Sache generell etwas interessanter und gefährlicher wird. Wenn ein Charakter allzu überlegen ist, trägt das nicht unbedingt zur Spannung bei. Wir werden sehen. Oder auch nicht. Das Feedback war sehr gering, also vermute ich mal, ich vergeude meine Jugend mit der Tipperei ;-).

6 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Videorekorder und RFID10.8.2016

Im letzten Monat hat ja laut Internet der letzte noch verbliebene Hersteller von VHS-Videorekordern, die japanische Firma Funai, die Produktion von Geräten endgültig eingestellt. Auch Kassetten werden nicht mehr produziert. So hat man nun also den Punkt erreicht, an dem die vorhandenen Geräte und Datenträger schlichtweg überleben müssen, um weiterhin als analoge Alternative zur medialen Volldigitalisierung verfügbar zu sein. Und alle Qualitäts- und Bequemlichkeitsfragen hin oder her: ich denke einfach, daß immer eine Alternative vorhanden sein sollte - und zwar eine richtige Alternative und keine Simulation einer solchen.


Die "Last" der Erhaltung dürfte dabei generell bei den älteren Geräten liegen, denn die Videorekorder, die in den letzten Jahren noch gebaut wurden, waren IMO doch oft von zweifelhafter Qualität, gerade durch sehr viele Plastikteile, wo keine sein sollten. Aber man war wohl der Ansicht, daß solche Geräte im 21. Jahrhundert nichts anderes als Plastik mehr verdient hatten. Meh.


Das hat mich auch wieder an die Aussage erinnert, die ich vor einiger Zeit mal bei einer Besucherführung in der Stadtbücherei aufgeschnappt hatte. Wie den Leuten dort erzählt wurde, werden keine VHS-Kassetten mehr verliehen, weil die Abspielgeräte dafür ja inzwischen ohnehin alle defekt sind.


Kurioserweise fiel mit dem globalen Produktionsstop auch das erste technische Problem zusammen, daß ich in fast 25 Jahren mit meinem Videorekorder Marke Schneider hatte. Nun ist Schneider nicht unbedingt bekannt für extrem hochwertige Hardware, aber zumindest mein Videorekorder läuft treu seit 1991. Und das immer klaglos und problemlos, selbst bei Kassetten, bei denen schon Einzelteile davon hängen.


Als ich aber letzte Woche ein Band einlegen wollte, produzierte er auf einmal lautes Brummen und Schleifen, das Bild zitterte und der Ton war verzerrt. Also vermutlich ein Problem mit der Bandführung. Ich gebe die Schuld jetzt einfach mal einer allzu hakligen britischen VHS mit ST-TOS-Folgen drauf, die ich kürzlich zuvor angeschaut hatte.


Was also tun? Ich habe es einfach mit einem freundlichen "bittebittebitte" versucht, dann das ganze Gerät geschüttelt, dann auf den Kopf gestellt und nochmals geschüttelt, und dann noch eine Kassette ein paar mal rein und rausgefahren. Und siehe da, er lief und läuft wieder ganz normal und ruhig. Ich hoffe also, das Problem ist dauerhaft gelöst. Auf die nächsten 25 Jahre.


Ist wieder ähnlich wie bei meinem Notebook, bei dem ich mir ja vor einiger Zeit auch ernsthafte Sorgen gemacht hatte, nachdem einige Tasten nicht mehr funktionierten oder falsche Ergebnisse brachten. Nach ein paar Wochen lief das Gerät wieder ganz normal und 100% einsatzbereit - und das tut es bis heute. Manchmal hilft also einfach Schütteln und/oder Warten :-).


Ach ja, eine andere aktuelle Beobachtung noch: in der oben genannten Stadtbücherei wurde jetzt der gesamte Ausleihverkehr auf ein RFID-System umgestellt. Was vermutlich an vielen anderen Orten schon die Regel ist. Dafür wurden alle Bücher und Medien schon vor einer Weile mit den entsprechenden Chips "implantiert", was noch mal eine gute Möglichkeit bot, die meisten älteren Titel und Medien gleich ganz aus dem Verkehr zu ziehen.


Nun findet die Ausleihe nicht mehr bei anderen Menschen statt, sondern an Terminals mit Touchscreen, die die auf den Tisch gelegten Bücher anhand der Chips automatisch einlesen und verbuchen. Das ist sicher effizient, aber irgendwie unpersönlich. Laut Bücherei dient es übrigens auch der Diskretion, da man seine ausgeliehenen Bücher nur noch selbst sieht. Ob allerdings die Worte Diskretion und RFID in der gleichen Zeile stehen sollten, ist eine andere Frage.


Seit soviele wunderbare alte Bücher und Medien aus den Regalen verschwunden sind, ist mein Interesse an der Bücherei sowieso gesunken, da hilft auch keine neue Effizienz. Da ziehe ich dann doch die Flohmärkte vor.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Literarische Fingerübungen8.8.2016

Weil ich sonst auch nichts Neues für das Blog habe, hier mal ein wenig selbstgebastelte Literatur aus meiner Richtung. Ich habe mich die letzten Tage mal wieder an eine fiktive Story gesetzt und einfach drauflos getippt.


Und weil jener seine Werke immer gut verkauft, habe ich in grandioser Selbstüberschätzung mal was fantasy-scifi-mäßiges in der Stilrichtung von Neil Gaiman versucht. Und das bedeutet ja doch fast buchstäblich, sich mit den Göttern anzulegen ;-).


Angefangen zu schreiben habe ich auf dem 386er mit DOS-Works (mit der Version aus den späten 80ern, die jedem Euro-PC beilag). Das Schreiben auf dem 386er macht allein schon deswegen Spaß, weil die IBM-Tastatur so schön klickediklack macht. Ungefähr nach der Hälfe des fertigen Textes bin ich dann per Diskette zum Pentium gewechselt, habe die DOS-Datei dort einfach per "write" in WfW importiert (keine Probleme), dann über die Zwischenablage in den Netscape Composer übernommen, und dort nochmals weitergeschrieben, bis es ca. 27 Seiten waren.


Wobei ich mich doch mal bei der Fa. Netscape beschweren sollte, daß ihre ansonsten grandiose Textverarbeitung namens Composer weder eine Rechtschreibprüfung, noch eine Seitenansicht hat ;-).


Ein Meisterwerk an Einfallsreichtum und Originalität ist die Story bisher nicht, und wird es auch nicht werden, aber es ist wohl seit langem die erste fiktive Geschichte, bei der ich beim Schreiben länger als 3 - 4 Seiten durchgehalten habe. Und die späteren Seiten sind besser als der holprige Anfang. Es sind ein paar sehr verbockte Abschnitte drin (unterstes Groschenheftniveau), aber auch ein paar Szenen, Dialoge und "Bilder", die mir sehr gut gefallen.


Die erste Formulierung, die mir so gut gefallen hat, daß ich (nachdem ich mir selbst auf die Schulter geklopft hatte) ernsthaft einplante, die Geschichte eventuell weiter zu schreiben, war glaube ich jener schöne Satz hier:


"Wir sind das Feuer in euren Synapsen in reiner Form, nur viel größer und mächtiger zwischen den Räumen und Zeiten und allem jenseits davon. Stellt euch einen Bereich der Raumzeit von der Größe einer Galaxie vor, der in Flammen steht, nur weil ein bewußter Gedanke in ihm ist. Weil ein Funke in ihm geboren wurde..."


Wer also Interesse an einer Lektüre der gesamten Arbeit hat, siehe hier:


http://www.bruchbach.de/selene.pdf


Dafür musste ich mir sogar die Zugangsdaten für meinen Webspace wieder suchen. Stellte sich heraus, daß sie in einer txt-Datei auf dem Notebook lagen. Kommt ja nix weg.


Kritik ist gerne willkommen. Es ist mir bewußt, daß viele Tippfehler und Plotlöcher drin sind, und auch viele Abschnitte auf niedrigem Niveau. Da müsste viel überarbeitet werden, auch strukturell. Es ist eine Art von Fingerübung. Ich habe einfach mal für ein paar Tage drauf los geschrieben, und das kam dabei heraus. Wer der Meinung ist, daß ich meine Energie lieber für bessere Dinge verwenden sollte, darf dies gerne sagen. Und wer der Meinung ist, daß das völlige Fehlen von Smartphones in der Story klar aufzeigt, daß sie nur von mir sein kann - weiß ich selber ;-).


Wer ernsthafte Ideen für den Storyfortschritt hat, kann die auch gerne vorbringen, denn im Moment habe ich nur einzelne Szenen und Dialoge ab Seite 27 und noch keinen festen Zusammenhang.

2 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

CPBF06 spielregelt8.7.2016
Um mich vielleicht ein wenig für neue Bruchbach-Skripte zu inspirieren, habe ich mal wieder meine alten Simpsons-Fanskripte auf uloc durchgelesen. Da wusste ich einige Handlungen und Dialoge gar nicht mehr so 100% genau, und konnte mich daher wieder über meinen eigenen Kram amüsieren ;-). Ein paar gute Ideen hatte ich seinerzeit schon. Aber ich wollte halt nicht zu den Leuten gehören, die nur an den neuen Simpsons-Folgen rumnörgeln, ohne zu versuchen, es besser zu machen.

Was mir jetzt wieder richtig gut gefiel, war das "Day of Confusion"-Skript mit der etwas komplizierten Story im Pulp-Fiction-Erzählstil. Da finden sich die Handlungslinien richtig nett zusammen, auch wenn der Leser an den jeweiligen Cliffhangern der Segmente zugegeben etwas veräppelt wird.

Gut, es sind einige allzu krude Gags drin, und auch ein paar sehr holprige Sätze und Dialoge. Eine Tüte Rechtschreibung und Zeichensetzung wäre auch hilfreich gewesen, und die htm-Konvertierung auf uloc hat zusätzlich noch ein paar Buchstaben durcheinander geworfen und Leerschritte entfernt. Dabei war das so schön mit Works 3.0 als rtf geschrieben. Heute würde ich es wohl wie die Bruchbach-Skripte mit dem Netscape Composer 4.08 gleich als htm schreiben.

Hier das Skript, etwaige Rechtschreib- und Konvertierfehler bitte überlesen:

http://www.uloc.de/cgi-bin/wiki.pl?Informationen/CPBF06

Und falls es jemand noch gar nicht kennt, hier alle Fanskripte auf uloc:

http://www.uloc.de/cgi-bin/wiki.pl?Informationen/Fanscripts

Warum kommt da eigentlich nix mehr dazu? Tut mal was. Mein ja nur.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Bruchbach-Szene für 20164.7.2016

Aus aktuellem Gedenk-Anlaß fiel mir eine Bruchbach-Szene ein, die ich schon vor längerer Zeit geschrieben hatte. Sie ist bisher keiner speziellen Folge  zugeordnet, sondern gehört zum allgemeinen Gagreservoir. Ich habe jetzt die originale Diskette mit dem Text auf Anhieb nicht gefunden, aber ich denke, ich bringe die Szene noch halbwegs zusammen.


In Memoriam Carlo Pedersoli


-------


Rick, Mike und Alex verstecken sich hinter einer Ecke und spähen nach drüben zu einem Gebäude, in das sie sich einschleichen wollen. Vor dem Gebäude steht eine Gruppe von fünf muskulösen Wachmännern mit grimmigen Blicken.


Alex: "Wie sollen wir an den Kleiderschränken vorbeikommen? Sagt dein Plan dazu vielleicht irgendwas?"


Rick: [nachdenklich] "Naja. Ich und Mike könnten sie ja alle verprügeln..."


Alex: [ungläubig] "Ihr beide gegen alle? Wie soll das funktionieren?"


Rick: [grübelnd] "Hmmmmm....."


Die Szene blendet in Ricks Fantasie. Wir sehen Rick und Mike in einem Outfit wie Bud Spencer und Terence Hill. Mike trägt ein kariertes Hemd mit etwas ausgestopftem Bauch. Er guckt grimmig. Rick hat blaue Kontaktlinsen, ein doofes Käppi, ein ebenso doofes T-Shirt und ein breites Grinsen auf den Lippen.


Sie stellen sich den Wachmännern breitbeinig gegenüber. Diese mustern sie  halb grimmig, halb abschätzig amüsiert.


Wachmann 1: [höhnisch] "Können wir euch beiden Gentlemen behilflich sein?"


Höhnisches Gelächter aus der Gruppe.


Rick: [zu Mike] "Du Dickerchen. Da tröpfelt ein gar freundlich Wort in meinen Gehörgang. Der haarige Louie spricht mit dir..."


Wachmann: [verwirrt] "Häh?"


Mike: [knurrt grimmig] "Hör mal, du Waldfee. Jetzt holt Mama gleich den großen Löffel mit Matzebrei aus der Schüssel..."


Die Wachmänner sind verwirrt und verstehen kein Wort. Achselzucken.


Wachmann: [verwirrt] "Häh?"


Rick: [erklärend] "Was dir Freund Keule verklickern will: er wird gleich auf eurem Grätenklavier den La Paloma spielen..."


Wachmann: [noch verwirrter] "Häh?"


Alle zucken mit den Achseln und stehen untätig herum.


Mike: "Jetzt hol ich den Gumbo aus der Lutscherfabri..." [unterbricht] "Ähm. Könnten wir bitte die deutsche Synchro mal kurz abschalten?"


Stimme aus dem Off: "Okay..."


Plötzlich sprechen alle mit anderen Stimmen auf Italienisch. Wir lesen dazu die deutschen Untertitel.


Mike: [Italienisch, mit Untertitel] "Wir wollen uns mit euch prügeln..."


Wachmann: [Italienisch, mit Untertitel] "Ach so. Kein Problem. Los gehts..."


Die Szene blendet dunkel und wir hören Prügelgeräusche. Dann blendet die Szene aus der Fantasie zurück zu Rick in die Realität.


Rick: "Eh. Das ist zu kompliziert. Überlegen wir uns was anderes..."


-------


Gefällt mir jetzt irgendwie, die Szene. Und wenn es nun ganz viel Lob dafür gibt (best Bruchbach comedy scene ever ;-)) setze ich mich vielleicht sogar mal an ein Bruchbach-Skript, in das man die Szene einbauen könnte. Es sind ja noch so einige Sachen auf der to-do-Liste. Ja, Bart Wars Teil 3 steht auch noch drauf.


Was mir auch wieder auffiel: einige der Leute, die ich seinerzeit als Gastsprecher für Bruchbach eingeplant hatte, sind inzwischen nicht mehr verfügbar, wie z.B. Dietmar Schönherr, Ivar Combrinck oder Peter Lustig. Naja, jetzt haben wir Sprecher, die es nicht mehr gibt, für eine Serie, die es auch nicht gibt. Das Problem hebt sich ja dann wieder auf.

5 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Nachtrag zu Forum6424.6.2016

Um die Themen, die mich zum Forum bewegen, auch einmal direkt anzusprechen, habe ich den folgenden Beitrag dort gepostet. Direkt verlinken kann ich den Thread leider nicht, weil der Beitrag thematisch eigentlich nur in die Unterrubrik "Gelaber" passt, und diese ist nur für angemeldete User zugänglich. Allzu viele Antworten erwarte ich mir auch nicht, aber mal sehen...


------------


Um mal einen etwas provokanten Beitrag zu schreiben:


Kann es sein, daß der moderne Retrofan immer eine gewisse Komfortzone bevorzugt? Also eine Zone, in der das Retrohobby sozial und zeitgeistig akzeptabel betrieben wird, ohne allzu negativ aufzufallen - quasi als Teil eines etablierten, nostalgischen "Lifestyle"? Außerdem als Zone, in der man die moderne Bequemlichkeit und aktuelle "gadgets" gerne und bereitwillig annimmt (und damit auch zum Teil einer Retro-Industrie wird) um das Retrohobby in Einklang mit dem Verständnis von Lebensqualität im Jahr 2016 zu bringen? Bewegt sich jemand aber allzu sehr aus dieser Komfortzone heraus, führt das zu einer gewissen Irritation und Stirnrunzeln und Bekehrungsversuchen. Ich spreche aus Erfahrung.


Warum gibt es (angenommen) z.B. Leute, die sich als echte C64-Fans betrachten und ihrem Rechner eventuell all die bequemen Gadgets der Moderne verpassen, auf der anderen Seite aber keinen Film mehr von VHS-Kassette gucken möchten, weil das zu veraltet und "unscharf" und unbequem ist? Wie finden sich die Mentalitäten zusammen? Warum kann sich kaum mehr jemand vorstellen, den C64 in Originalausstattung z.B. als einzigen Computer im Haus zu betreiben?


Wo bleibt der Respekt oder die Faszination für das Imperfekte, die für mich das Herz jedes Retrogedanken sind? Alte Technik sollte doch immer um ihrer selbst Willen respektiert werden, nicht weil sie sich so schön nostalgisch anfühlt.


Man verzeihe mir, wenn ich beim Lesen der Beiträge hier im Forum etwas diesen Eindruck gewinne. Mein Standpunkt: Ich sehe meine "Retro"-Einstellung halt immer auch als Aspekt von Zeitgeistkritik und unbequemer Hinterfragung der Moderne. Fight the System. Mir persönlich erscheint es so, als hätte der moderne digitale Zeitgeist in seiner gewissen Überhöhung einen zu starken Einfluß auf die menschliche Individualität, z.B. durch angelernte Ausfilterung von Imperfektion. Mir kommt das 21. Jahrhundert nicht zur Tür herein, und wenn ein Problem zu lösen ist, dann wird es eben mit Technik und Hardware gelöst, die mindestens 20 Jahre alt ist, vorzugsweise natürlich älter. Wenn das mal nicht geht, okay, soll mir recht sein. Es gibt noch soviel anderes zu entdecken. Nächste Anforderung, nächste Idee.


In einer Form von egozentrischer Selbstüberschätzung sehe ich mich dadurch als freierer Mensch an, als z.B. Leute, die für alte Technik nur Spott übrig haben, oder aber diese für Nostalgie in ein modernes Bequemlichkeitsschema einfügen möchten. Wie also soll man Retro betreiben - in einer eher unverfänglichen Komfortzone oder Weltkritischer auch außerhalb? Oder ist das alles Unfug, der nur in meinem Kopf existiert?

6 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Forum6422.6.2016

Trotz meiner Abneigung gegen moderne Webforen habe ich mich vor einigen Tagen mal beim Forum auf www.forum64.de angemeldet - das (Zitat) "größte deutschsprachige Forum zum Thema Commodore 64 und Retro Computer". Und in der Tat ist der rege Publikumsverkehr dort ein klarer Hinweis darauf, daß das Beschäftigen mit und Verwenden von sogenannter "veralteter" Technik wieder salonfähig geworden ist. Aktive Hardwareprojekte, Softwareprojekte, Buch- und Zeitschriftenprojekte, Fragen und Antworten - dort findet sich alles.


Und dennoch fühle ich mich nicht wirklich zu 100% heimisch (wer hat jetzt ehrlich erwartet, daß ich nichts zum Nörgeln finden würde? ;-)) Es sind viele nette und erfahrene Leute da, aber der Fokus liegt doch sehr stark auf dem nostalgischen Retrohobby, gerne mit moderner Bequemlichkeit oder Emulation. Retro in der sozial akzeptierten Komfortzone. Retrokonzepte als Aspekt von Zeitgeistkritik oder als Ansatz für kritische Hinterfragung der Moderne scheinen mir aber eher spärlich gesät.


In meiner selbstdarstellend-pompösen Vorstellung habe ich natürlich gleich die wichtigsten Punkte erwähnt. Kein moderner Rechner. Keine Digitalkamera. Kein Smartphone. Kein DVD-Player. Nix Neues seit 1996. Das 21. Jahrhundert kommt bei mir nicht zur Tür rein, dies ist quasi befreites Gebiet. FIGHT THE SYSTEM. Insgeheim hatte ich vielleicht sogar auf eine Antwort der Art "Ja hier, ich auch. Willkommen, Kollege, Freund, Seelenpartner..." gehofft, aber eigentlich nicht so wirklich. Es gibt sicherlich Leute dort draußen, die eine ähnliche Philosophie haben, aber die sind dann wohl eher selten in Webforen anzutreffen - und damit auch konsequenter als ich.


Stattdessen gab es halt einige nette Willkommensgrüße und vorgefertigte Winkesmilies, aber auch ein paar eher irritierte Antworten ob soviel (aka zuviel) Retro. Ich habe dann gleich noch ein wenig nachgesetzt, und einen Lobesthread zu DOS und Windows 3.11 gestartet, mit voll kewlen und bunten Screenshots, die unwiderlegbar und ohne die Notwendigkeit von Fakten beweisen, daß 3.11 jedem neuen 64-Bit-Betriebssystem haushoch überlegen ist. Denn was so bunt ist, muß doch einfach supergut sein. Deal with it ;-).


Und irgendwie hatte ich in beiden Threads schon das Gefühl, daß sich meine Philosophie zum Thema und die allgemeine Meinung im Forum nicht so wirklich zusammenfinden. Die Irritation wurde deutlicher und es klang z.B. die Frage an, warum ich denn "sowas" freiwillig mache. Außerdem dauerte es nicht sehr lange bis zum obligatorischen Ratschlag "Man muß mit der Zeit gehen, sonst geht man mit der Zeit..." Naja. Es mag auch daran liegen, daß mir die Ironie moderner Retroleute oft etwas fremd bleibt - wenn z.B. jemand schreibt, daß man in den 90ern halt immer aufrüsten musste, sonst konnte man bald nur noch "Pong" spielen, so ist mir nicht ersichtlich, wie ernst das gemeint ist. Das klingt für mich eher nach Mentalität aus den Aufrüstheftchen jener Zeit.


Meine Threads bekamen zwar zum Teil viele Antworten, aber oft auch in manche Richtungen, mit denen ich wenig anfangen kann. Andere Threads fielen auch gleich völlig auf die Nase, z.B. ein paar verfaselte Blogbeiträge, die nur geringe Beachtung erhielten. Ein Thema, das mich ja immer sehr interessiert, ist der "Computer-Flohmarkt" - im Prinzip ein interessantes Thema, da er ja der Vorläufer so mancher Webforen, Gründungsfundament mancher Szeneprojekte (Digital Talk) und auch ein Spiegel seiner Zeit ist. Und was ist aus all den Schreibern von damals und ihren Überzeugungen geworden?


Auf einen Beitrag dazu im Forum gab es erst mal ein Kloppesmilie, weil ich einen "uralten" Thread wieder nach vorne geholt habe - letzte Antwort darin war glaube ich von 2013. Auch ansonsten verlief das für mich interessante Thema schnell wieder im Sand. Kann es sein, daß im Zeitalter von 2.0-Onlinevernetzung und Hochglanz-Retroheften eine so alte Zeitschrift auf Billigpapier trotz ihrer kulturellen Signifikanz für die Computerszene einfach nicht mehr interessiert? Das würde meinem Konzept vom Respekt für das Imperfekte zuwiderlaufen.


Alles in allem also viele nette Leute, aber auch ein wenig viel moderner Zeitgeist und Irritation, sobald das Retrohobby eine gewisse Komfortzone verläßt. Wobei der Eindruck natürlich an mir liegen kann, Gegenmeinungen sind willkommen.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Super-up-to-date15.6.2016
Gestern habe ich mir wieder die aktuellste Fassung vom MpxPlayer installiert. Die exe-Datei für die DOS-Version stammt gerade mal vom 17.04.2016, und ist damit die aktuellste Programmdatei auf meinem Rechner. Nicht, daß ich sie unbedingt bräuchte, aber die kann man dann auch Leuten unter die Nase halten, die sagen, für DOS bekommt man eh nur noch Kram aus der Steinzeit.

Jetzt komme ich mir wieder richtig modern vor. Kann man da irgendwas dagegen tun? ;-).


2 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Computer Chronicles14.6.2016
Hier ein ganz interessanter Schnickschnack-Link auf archive.org:

Mit der dortigen "Exotenschau" im Bezug auf DOS und Windows 3.1x im Browser bin ich ja (wie geschrieben) nicht wirklich glücklich, aber es gibt auch bessere Aspekte der Seite, die sich in den Dienst älterer Technik stellen bzw. diese repräsentieren können.

Unter folgendem Link findet man z.B. eine Vielzahl an Folgen der amerikanischen Computersendung "Computer Chronicles" zum legalen Download. Den MP4-Download kann man natürlich in MPG1 umwandeln, dann klappt das Flogengucken auch mit dem 486er :-).

https://archive.org/details/computerchronicles

Die Serie lief tatsächlich von 1983 bis 2002 und hat damit in diesen 19 Jahren so ziemlich sämtliche Umbrüche und "Fortschritte" in der Branche mitgemacht. Daher dürfte sie auch als Zeitzeuge ganz interessant sein. Vor allem sprechen die Sendungen eben aus den Positionen ihrer jeweiligen Zeit und nicht amüsiert-rückblickend als Nostalgieparade.

In den Folgen aus den 80er Jahren sehen wir als Co-Moderator übrigens den zu früh verstorbenen "Mr. CP/M" höchstpersönlich, Gary Kildall.

0 Kommentare | Schreibe einen Kommentar | Permanent Link

Page 1 von 21
Letzte Seite | Nächste Seite



hosted by simpleblog.org