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Ein Blog mit kritischen Texten zum digitalen und polierten Zeitgeist des 21. Jahrhunderts, zum persönlichen Leben im 20. Jahrhundert als Aspekt der privaten Individualität und Denkanregungen dazu, warum auch sogenannte "alte", analoge und imperfekte Dinge ihren Reiz haben. Warnung: das Blog kann blasphemischen Mangel an Respekt für die überlegene "Großartigkeit" der Moderne enthalten. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Der Letzte seiner Art12.1.2017
Ein paar kurze Gedanken zum neuen Jahr und (mal wieder) zum Thema Lebensdauer und mögliche Langlebigkeit von Technik und Hardware.

Das hat zweierlei Gründe. Zum Einen hat Stefan Höltgen in der letzten Ausgabe vom Return-Magazin in seiner Kolumne die wohl verbreitete These geäußert "Nach spätestens 40 Jahren geht jeder Computer kaputt, und die dafür entwickelte Software kann nicht mehr weiter benutzt werden". In der Kolume selbst wird die Aussage dann aber auch hinterfragt bzw. die bequeme Emulation und allein die künstliche Nachahmung eines Originals als "perfekte" Lösung auch kritisch betrachtet. Gut so.

Zum Anderen haben wir mit dem Jahr 2017 jetzt gerade diese 40-Jahre-Schwelle erreicht. Es gab natürlich auch Vorläufer, aber das Jahr 1977 war im Bereich des "digital home entertainment" wohl ein merklicher Schritt hin zum verbreiteten privaten Besitz entsprechender Hardware, seien es komplette (8-Bit)Homecomputer mit Bildschirm, Tastatur und Speichermedien wie der Commodore PET, seien es Spielkonsolen mit auswechselbaren Modulen wie das Atari VCS. Es wäre also ab jetzt im Prinzip möglich, privates Programmieren und Daddeln mit 40 Jahre alter Hardware zu betreiben. Gibt es sie noch? Falls ja, warum gibt es sie noch?

Was macht eine Hardware langlebig? Zum Thema defekte Hardware und mögliche Reparaturen findet man in Büchern und online jede Menge Information, aber das beantwortet nicht die Frage, warum manchmal identisch gebaute Hardware (selbe Bauserie, selber Schaltplan, selbe Bausteine, selbe Fertigungsqualität und Sorgfalt, selbe Materialien etc.) so unterschiedliche Lebenszeiten hat. Warum waren manche C64 bereits nach relativ kurzer Zeit in den 80ern defekt, während andere aus der gleichen Bauserie noch heute problemlos laufen, ohne jemals auch nur eine Reparatur benötigt zu haben? Das hat natürlich mit vielen Faktoren zu tun - wie das Gerät behandelt wurde, wo es stand, wie viel Staub, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit es ausgesetzt war etc. Im Fall C64 trägt sicher auch das Verwenden eines externen Resetschalters zur Langlebigkeit bei, denn ohne einen solchen käme man um häufiges Ein- und Ausschalten am Netzschalter nicht herum - und gerade dann sind die unbestimmten Energiezustände in einem elektronischen System am Anfälligsten für technisches Versagen.

Als die Rechner damals aus der Fertigung gelaufen sind, konnte man jedenfalls nicht voraussagen, daß einige von ihnen auch nach Jahrzehnten noch aktiv sein werden. Das hatte niemand so geplant, und es war auch niemals von Konstrukteuren und Marketing so vorgesehen. Schließlich sollte man sich (auch damals schon) in bestimmten Intervallen wieder die neueste Hardware kaufen und "mit der Zeit gehen". Und trotzdem hat so manche Hardware den Strategen quasi ein Schnippchen geschlagen, da sie einfach nicht abtreten wollte, sondern lief und lief und weiterhin läuft - so daß es am Ende den meinungsbildenden Medien und den progressiven Konsumenten überlassen blieb, sich den "lahmen Steinzeitkram" aus Prinzip nicht mehr "antun" zu wollen.

Wenn ich mir da z.B. meinen 386SX so ansehe, dann war dieser sicher nicht für dauerhafte Verwendung konstruiert. Im Jahr 1991 sollte jedem Konstrukteur und jeder Qualitätskontrolle ersichtlich sein, daß ein solches Modell nicht für längere Zeiträume geplant sein kann, zumal man auch auf viele modulare Konzepte verzichten musste. Der Prozessor mit dem 16-bittigen Flaschenhals ist nicht auswechselbar und fest verdrahtet. Der Grafikchip mit einem halben Megabyte Speicher ist fest verdrahtet. Zu den 2 MB RAM onboard läßt sich bestenfalls ein einziger Speicherriegel hinzufügen, also maximal 4 oder 8 MB dazu. Der ganze Gedanke dahinter war Kostenersparnis durch günstigere Fertigung der SX-Reihe und vereinfachte Boards. Und trotzdem - er läuft nach 26 Jahren immer noch. In der originalen Konfiguration, ohne moderne Ersatzteile, und selbst nach etlichen Jahren Standzeit in einem ungeheizten und feuchten Raum (bevor ich ihn mir für umsonst mitgenommen habe).

Und trotzdem muß ich wieder zu der pessimistischen Aussage in der Kolumne zurückkommen. Auch wenn für manche Hardware aktuell noch keine 40 Jahre vergangen sind, so nimmt die Zahl der aktiven und einsatzbereiten (und vielleicht sogar noch 100% originalen Geräte) natürlich mit jedem Jahr ab. Wie viele originale und unverbaute C64 gibt es heutzutage noch? Wie viele originale und unverbaute "massengefertigte" 386er gibt es heute noch

Und dazu fällt mir noch ein wichtiger Faktor ein, über den besonders Leute, die allzu gerne mit "Massenfertigung, in die Tonne kloppen"-Aussagen zur Stelle sind, einmal kurz nachdenken sollten. Jedes alte Gerät, daß heute noch läuft, hat im Prinzip die Chance, einmal das letzte lauffähige Gerät seiner Art zu sein. Selbst wenn es heute noch Abertausende oder mehr davon gibt, die Zahl wird fallen. Und wenn ein Gerät tatsächlich schon so weit gekommen ist (und damit in gewisser Weise auch Zeugnis über den Respekt widerspiegelt, den es vom Anwender erfährt), hat es die mit jedem Jahr steigende Chance, als letzter Zeuge seiner Art oder Bauserie "aufrecht" zu stehen.

Dann hätte am Ende sogar das Produkt einer seelenlosen Massenfertigung die letzte Stufe der Individualität erreicht.

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Link Nachtrag und Frohe Weihnachten22.12.2016
Ein bißchen geht es ja voran mit dem Link-Spielen, siehe hier:



Wirklich frustriert hat mich bisher nur der Flaschengeist als Endgegner im zweiten Tempel. Zu dem bin ich mit nur 4 Herzen rein und es hat sich doch etwas in die Länge gezogen, bis er endlich besiegt war.

Ansonsten werde ich jetzt mit dem Emulator-Spielen wohl trotzdem ein paar Tage aussetzen, da ich den pfeilschnellen Pentium 166 ja über Weihnachten immer in die Ecke stelle, und mich nur mit C64 und 386er beschäftige. Das Ganze auch, um ein klein wenig ein Zeichen gegen die digitale "nur neu und schnell ist gut"-Geschenkewelle zu Weihnachten zu setzen. Zumindest für mich selbst.

Ich wünsche allen Bloglesern Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr :-).

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Link to the DOS12.12.2016
Ich bin ja eigentlich kein Freund von Emulatoren. Entweder, es gibt ein Spiel für eine bestimmte Plattform, oder man verwendet eben das originale Gerät. Schließlich gehört die greifbare Hardware und ihre materielle Existenz als haptische Erfahrung mit zum anwenden und/oder spielen. Außerdem mißfällt es mir immer, wenn Emulatoren sogar unter DOS auffallend hohe Hardwareanforderungen stellen, "nur" um ein älteres Gerät nachzubilden.

Das mag zwar bisweilen notwendig sein, weil eine akkurate Nachbildung der komplexen Bausteine nicht ohne eine gewisse Rechenleistung auskommt, aber auch hier gäbe es zumindest manchmal sicher auch elegantere Lösungen, die mit "weniger" auskämen. Ich habe da oft den Verdacht, daß die Programmierer ihren Emulator halt auf dieser oder jener schnellen PC-Hardware geschrieben haben, und dann einfach davon ausgehen, daß diese Hardware als gegeben zu gelten hat (weil sie ja eh "jeder" haben sollte).

Aber sehen wir uns ein praktisches Beispiel an.

Vor einigen Monaten hatte ich auf einem SNES-Emulator unter DOS den Zelda-Teil "A Link to the Past" durchgespielt. Das ging in Farbe und bunt sogar "noch" auf dem Notebook mit Pentium 120 (siehe hier) - vermutlich würde auch ein schneller 486er ausreichen. Obwohl ich sonst ja kein Konsolenspieler bin, hat mir das Spiel sehr gut gefallen. Diese Art von Action-Adventure oder auch Action-RPG gibt es zugegeben unter DOS kaum, von eher fragwürdigen Portierungen wie "Knights of Xentar" mal abgesehen. Wobei Letzteres durchaus auch auf einem 386er läuft. Aber es sollte doch gerne wieder etwas Zelda-mäßiges sein, falls möglich mit dem selben Stil und Gameplay.


Die neueren Teile sind ja alle auf 3D ausgelegt bzw. auf moderne 32-Bit-Konsolen, für die man massig Rechenleistung braucht. Gefällt mir beides nicht. Also landete ich letztendlich bei dem spielerisch sehr ähnlichen "Link´s Awakening" - welches es aber dummerweise nicht für SNES, sondern nur für den Gameboy in Monochrom gibt. Also musste dafür ein guter Gameboy-Emulator unter DOS her. Was an sich erst mal kein Problem darstellt, denn man findet etliche Programme dazu online, darunter auch viele neuere DOS-Programme aus dem 21. Jahrhundert. Praktisch ergaben sich aber doch einige Schwierigkeiten.


Viele dieser neueren Emulatoren scheinen unter DOSBox für DOSBox geschrieben zu sein, also eine Emulation in der Emulation. In echtem DOS 6.20 wollten diese jedenfalls nicht so recht. Auch mit der Hardwareerkennung hapert es, so konnten Programme mit einer gepflegten ISA-Soundkarte nur wenig anfangen. Meh. Ich will doch den orchestralen Sound einer Gameboy-Erfahrung erleben ;-). Last but not least sind auch die Hardwareanforderungen oft extrem hochgeschraubt. So steht z.B. in der txt zu einem Emulator, daß man auf einem Rechner mit 400 Mhz wohl noch mit den Frameskip-Werten herumprobieren sollte, um flüssiges Gameplay zu erreichen. Sonst noch was? Wie kann es sein, daß ein bunter SNES-Emulator völlig stabil auf einem Pentium 120 läuft, und hier ein monochromer Gameboy-Emulator plötzlich nach 500+ Mhz kräht? Wohlgemerkt alles unter reinem DOS.


Am Ende haben ich dann einen älteren Emulator namens VGB gefunden. Und siehe da, die moderaten Anforderungen in der txt werden mit "486DX-33 (empfohlen DX-66)" angegeben. Na also, es geht doch. Das macht zwar optisch und komfortmäßig jetzt nicht besonders viel her, der Bildausschnitt ist ein wenig klein geraten, und die Farbwahl ist auch nicht ganz original, aber wohl in der Optik anpassbar. Egal. Es ist absolut flüssig spielbar, inklusive Ton und Musik.. Und für ein Gameboy-Modul scheint die Welt des Spiels auch extrem umfangreich zu sein. Also fangen wir doch gleich mal an.








Die Schlußpointe der ganzen Story ist mir übrigens schon bekannt bzw. steht sie ja eigentlich auch im Spieltitel. Aber sei es drum. Das erste Instrument habe ich im ersten Tempel bereits gefunden, aber das ist wohl nur ein kleiner Schritt hin zur Lösung. Ein paar Tauschgeschäfte habe ich auch schon gemacht, als letztes habe ich jetzt die Bananen vom Krokodil bekommen. Nun sagt mir die Eule, ich soll in den Sumpf gehen und die Kiddies vor der Bibliothek erzählen mir, daß ich einen entführten Hund retten soll. Den habe ich in einer Höhle wohl auch schon gefunden, aber da steht so ein grober Klops im Weg und macht mich jedes Mal nieder. Mal überlegen und weitergucken.


Hat es von den Bloglesern sonst schon jemand durchgespielt?

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Infotainment oldschool5.12.2016


Zur Zeit habe ich nicht viel Neues zu berichten, aber vielleicht ist das hier ja ganz interessant: dieser Tage habe ich 10 Ausgaben der naturwissenschaftlichen Zeitschrift "Kosmos" hereinbekommen - und zwar aus dem Zeitraum von 1947 bis 1950.

Die Zeitschriften sind für ein Alter von fast 70 Jahren in einem erstaunlich guten Zustand, lediglich etwas vergilbt. Das ist zwar sonst nicht so mein Zeitbereich, da mich hauptsächlich Zeitschriften aus den 70er Jahren interessieren, aber es ist dennoch interessant, zu sehen, daß auch "so kurz" nach dem Krieg schon wieder naturwissenschaftliche Magazine zur allgemeinen Bildung in einer Auflage von 50.000 Exemplaren erschienen sind - natürlich mit einem Vermerk, daß die Publikation durch die alliierten Militärbehörden freigegeben ist.


Die Cover sind eher beschaulich-deutsch mit meist Tier- und Landschaftsbildern, aber die Artikel im Heft widmen sich durchaus komplexeren Themen wie z.B. Astronomie und Physik. Was sind Isotopen? Wie ist ein Atom aufgebaut? Was ist ein Cyclotron? Woher bezieht die Sonne ihre Energie? Die Kernfusion ist auch korrekt beschrieben, nur das Alter der Sonne wird mit "etwa zwei Milliarden Jahren" nach heutigem Wissensstand falsch angegeben.


Hierbei ergibt sich natürlich wieder die Frage "Warum alte wissenschaftliche Zeitschriften lesen, wenn die Information im besten Fall unvollständig und im schlechtesten Fall vollkommen falsch sind?" Vielleicht, weil sie eben ein Spiegel ihrer Zeit sind, und gerade in diesem Fall aufzeigen, daß auch in schwierigen Zeiten der Wunsch nach Wissen weiterbesteht. Dies zeigt sich besonders gut an den für moderne Augen eher seltsamen "Werbeanzeigen" im Jahr 1947, die nur den Namen des Produkts erwähnen, und dann dazu schreiben, daß es das Produkt im Moment gar nicht zu kaufen gibt, sondern erst irgendwann in besserer Zukunft wieder. Während sich also die Zeitschrift Gedanken über Forschung und Fortschritt machte, mangelte es selbst an Grundnahrungsmitteln. Und auch bei den privaten Anzeigen werden gerne mal Bücher etc. im Warentausch bzw. Tausch gegen "Rauchwaren" gesucht.


Darüber hinaus sind viele Artikel auch in dem Sinn ein wenig zeitlos, da sie abenteuerliche Themen und Streifzüge durch die Natur beschreiben, und gerade durch ihre Bescheidenheit (Exkursion durch die Insektenwelt eines Hauses mit der Lupe) angenehm sind. Also durchaus interessante Literatur aus einer Zeit, als es noch nicht selbstverständlich war, sich etliche Formen der Bildung durch Infotainment, Bibliotheken, Internet und Hochglanzmagazine überall besorgen zu können.


Und obwohl ich ein wenig zurückhaltend war, werde ich mich jetzt doch mit Interesse durch alle Ausgaben lesen.

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Old Time Radio aus Deutschland16.11.2016

Alte Radiosendungen interessieren mich ja immer sehr, weil man dort auch einen Einblick in die Mentalitäten jener Zeit bekommt. Von den klassischen US-Radioserials wie Dragnet und Texas Rangers kenne ich ja auch eine Menge, und bin immer überrascht, daß sie auch in den 40er und 50er Jahren deutlich besser und vielschichtiger waren, als die oft recht dumpfen Kinoserials.


Aktuell habe ich eine Seite gefunden, auf der es auch etliche Ausschnitte aus deutschen Radioprogrammen vergangener Jahrzehnte gibt. Das Thema scheint in Deutschland ja weniger beliebt zu sein, die Ausschnitte sind auch zumeist aus Unterhaltungsprogrammen oder Nachrichten. Die Audioqualität scheint mir sehr wechselhaft zu sein, von klaren Aufnahmen hin zum stark Verrauschten.


Die Seite findet man hier:


http://www.rias1.de/


Weiß eigentlich noch jeder, was RIAS bedeutet? Rundfunk im Amerikanischen Sektor.


Die Seite sieht zugegeben ein bißchen aus, wie mit dem Netscape Composer für AOL Hometown oder GeoCities gebastelt, aber das soll mich nicht stören. Allerdings ist es doch etwas unsortiert und sprunghaft in der Auswahl, Seiten für englischsprachiges "old timey radio" machen sich da mehr Mühe. Oder gibt es bessere deutsche Seiten?


Viele der Radioprogramme beinhalten Musik, da stellt sich natürlich die Frage, wie das rechtlich aussieht. Aber sei es drum. Hier mal ein hübsches Beispiel aus dem BR-"Pop nach 8" mit dem jungen Thomas Gottschalk vom Juli 1978, komplett mit Gebabbel, Verkehrsdurchsagen und Hörergrüßen. Es sind zwar nur ca. 34 Minuten, aber sie geben einen netten Einblick in jene Zeit:


http://www.rias1.de/sound4/br/popnach8/780700_br3_pop8_oldiehitparade_.mp3


Natürlich spielt er goile Musik, die man auf einem kommerziellen Retortensender heute kaum mehr finden würde, weil sie nicht in das Schema kundengerechter Oldielisten passt. Aber auch so fällt die entspannte Natur der Moderation auf. Keine ständigen Jingles und Selbstbeweihräucherung als der beste und hippste Sender, keine Sounduntermalung unter der Sprecherstimme, keine nervige Comedy und Studiogäste, einfach nur ein netter Kerl (und noch nicht die gestylte Medienikone mit Villa in den USA) und Musik auf dem Plattenteller. Zu dem Zeitpunkt war er übrigens im Nebenberuf auch schon Fernseh-Moderator, z.B. bei den Telespielen.


Ich mag auch die Stelle, an der er bei der Zeitdurchsage sagt, daß eine Minute hin oder her doch keinen Unterschied machen, die Zeit steht ja eh still, weil es um Oldies geht. Vielleicht machen ja auch 38 Jahre keinen großen Unterschied.


Ansonsten kann man auf der Seite gut stöbern, gerade unter den "News" findet man viele alte Nachrichten (z.B. vom RIAS), die Einblicke in das Zeitgeschehen liefern. Und wenn man den Nachrichtensprecher dann z.B. nüchtern vorlesen hört, daß die Terroristen aus dem Olympischen Dorf in München gerade mit ihren Geiseln auf dem Weg zu einem Hubschrauber sind, der sie zum Flughafen bringen soll, und man jetzt einfach abwarten müsse, was nun geschehen wird, dann weiß man aus einer rückblickenden Warte natürlich, was geschehen wird - und daß die Sache nicht gut ausgeht. Aber so ist das halt mit dem Wissen über die Zeit.


Dann vielleicht doch lieber Tommy Gottschalk und seine gute Laune.

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Politische USA-Gedanken11.11.2016

Normalerweise äußere ich mich ja nur selten zu aktuellen Themen, aber zu der ganzen Trump-Misere (?) möchte ich doch etwas sagen. Was mir allgemein Sorgen macht, ist sogar weniger dessen Person, sondern die Fortsetzung des globalen Trends zu nationaler Eigenbrötlerei, Isolationismus und generell rechten Ideen und Konservatismus. Politische und soziale Systeme wie die EU oder das progressive Amerika bröckeln. Viele Leute sehen Parallelen zum "aufziehenden Sturm" der 30er Jahre. Das mag zu weit gehen, aber Grund zur Besorgnis ist vorhanden.


Was mir an der Wahlüberraschung sogar ein wenig gefällt, ist das Versagen aller Vorausberechnungen. Da gibt es doch die schöne Theorie, daß man durch Informationssammeln, Datenkorrelation und dicke Rechenpower heute alles analysieren und dann berechnen bzw. voraussagen kann. Klappt wohl nicht so ganz. Es hat zumindest den Anschein, als würde der menschliche Faktor weiterhin unberechenbar bleiben, gerade wenn Themen wie (Kultur-)Angst vor Macht- und Wohlstandsverlust mit hineinspielen.


Amüsant finde ich auch wieder, wie die Rechtstendenz in Deutschland auf den Zug aufspringt, und die Wahl von Trump quasi als "Weckruf" für ihre überdrehte Form von nationalem Bewußtsein sieht, und Kommentarfunktionen online damit vollmüllt. Aber naja, würde es in einem Artikel um einen Sack Reis gehen, der in Castrop-Rauxel umgefallen ist, könnte man wahrscheinlich auch die Uhr danach stellen, wann der erste Kommentar kommt, der sinngemäß sagt "Wacht auf, Leute. Bald haben wir keinen Platz mehr für umfallende Reissäcke, weil überall finstere Ausländer stehen. Nieder mit der linken Lügenpresse. Stoppt Merkel. Wählt AfD..." Irgendwie peinlich, und mit einer der Gründe, warum ich das Internet gar nicht vermisse.


Lausige Präsidenten hatten die USA schon so einige, z.B. in den 20er Jahren. Wer mal das Buch "One Summer: America 1927" von Bill Bryson gelesen hat, der weiß, daß sich die Kompetenz der Amtsträger dort auch sehr in Grenzen hielt. Zumindest, wenn man einem Berufslästerer wie Mr. Bryson glauben mag. Einer der wenigen wirklich fähigen Präsidenten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dürfte IMO wohl FDR (Franklin Delano Roosevelt) gewesen sein, und auch der nahm es mit der Wahrheit nicht so genau. Allerdings war er 12 Jahre lang Präsident (1933 - 1945), was außer ihm bisher sonst keiner geschafft hat. Warum die Leute 1969 Richard Nixon zum Präsidenten gewählt haben, wird auch ein Mysterium bleiben, zumal dessen Charakter ja schon durch seine Rolle als opportunistischer "Kommunistenjäger" in den 50ern bekannt war. Aber das ist Amerika.


Als Reagan an die Macht kam, gab es auch so einiges Gejammer über den rechtkonservativen Schauspieler mit eher schlichtem Gemüt und kaum wirklicher Erfahrung, und am Ende war es doch eine Präsidentschaft, die viele Dinge zum Positiven geändert hat (während derer aber auch viel Politmist gebaut wurde, gerade im lateinamerikanischen Bereich). Damit will ich Trump keinesfalls in Schutz nehmen oder in ein positives Licht stellen, daß er nicht verdient. Er ist ein Dampfplauderer, und wird es auch bleiben. Allerdings ist die Panikmache in den Medien und gerade online doch auch wieder typisch 21. Jahrhundert - überall böse Ausländer, Terroristen, Tod und Krieg und Putin und Erdogan, und jetzt auch noch "President Evil" bei unseren einst guten Freunden. Huibuh. Fürchtet euch und greift nach allen Informationen, Hetzkommentaren und kostenpflichtigen Klickstrecken. Meh.


Man kann nur abwarten, was passieren wird. Und anstatt sich online und in Newskacheln damit zumüllen und belasten zu lassen, schalte ich doch lieber C64 und DOS-Rechner an. Womit ich auch wieder die Kurve zum Blogthema gekriegt habe.

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Macintosh Centris 6507.11.2016

Folgenden Beitrag hatte mir Thomas aka Bird letzte Woche gesendet. Ich finde es ja auch immer schön, wenn ältere Rechner noch mit Respekt behandelt werden und aktiv im Einsatz sind.


Aufgrund des hohen Preises und der doch sehr speziellen Einsatzbereiche war der Mac in Deutschland wohl nie sonderlich beliebt als privater Rechner. Da mag es auch bezeichnend sein, daß die schmale Mac-Rubrik im Computerflohmarkt seinerzeit fast immer leer stand, und selbst einfachste Rechner wie der ZX81 mehr Aktivitäten und Fancommunity hatte. Nur einmal (so um Anfang 1994) hatte ein Streithansel einen größeren Beitrag für die Mac-Rubrik geschrieben, und sich darüber ausgelassen, warum sein Mac viel besser als jeder Amiga sei. Aber auch diese Aktivität war schnell wieder zu Ende.


Hier aber nun der Beitrag von Bird mit Foto. Vielen Dank.



Hi Chris!

Du bist nicht zufällig auch mit Macintosh-Maschinen im Gange? In Hildesheim ist in den Untiefen eines verlassenen Kellers unter der Universität etwas Altes aufgetaucht. Ein Macintosh Centris 650 aus der 68k-Reihe, ein vergilbter Desktop-PC mit Schwarz-Weiß-Monitor. Der Computer steht in der Ecke einer sogenannten Übezelle, wo die kommende Musikelite ihre neusten Kompositionen an Klavieren verfeinern kann.


Auf dem Monitor steht in Silberschrift geschrieben: "Geduld, ich bin alt." Ebenfalls ist vermerkt, wo der Computer einzuschalten ist, nämlich über eine Taste auf der Tastatur. Aber das ist noch nicht alles. Die Wand um den Macintosh herum ist beklebt mit alten Zeitungsausschnitten von Computerzeitschriften von 1993 und 1994! Darunter eine Preisliste der damals aktuellen Hardware mit unglaublich hohen Preisen. Ich weiß nicht, wie lange diese Installation dort schon existiert, aber wenn man den Computer einschaltet, gibt es da einen Hinweis darauf. Es gibt eine Textdatei in Form eines Gästebuches, wo sich seit letztem Jahr einzelne Menschen verewigt haben. Darunter ist die Mitteilung, dass sich der alte Mac doch in seiner Bedienung kaum von neuen Mac-Books unterscheide.


Jeder kann das Teil anschalten und die Spiele und Programme darauf benutzen. Darunter sind Schach, ein Textadventure, der Plattformer Prince of Persia und Musikprogramme. Die Bedienung ist ganz Anders als bei Windows: Die Maus hat nur eine Taste und man muss sie ständig gedrückt halten, um in den Menüs zu navigieren.


Die Sache, einen alten Computer bedienfähig in einer Ecke in einem offenen Raum zu platzieren, ist meiner Meinung nach etwas Herzerfrischendes für Computer-Fans. Möchtest du einen "Außenbericht" in deinem Blog dazu machen? Ich hänge ein Foto in den Anhang dieser Mail an, aber ansonsten kann ich noch welche machen. Was man nicht alles findet, wenn durch die Weiten gestreift wird?

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Romanprojekt Selene - kein neues Kapitel27.10.2016

Im Moment fallen mir irgendwie keine guten Beiträge ein, die nicht nur eine Wiederholung von bereits oftmals Gesagtem wären. Auch mit dem Selene-Romanprojekt hänge ich im Moment etwas hintendran, was zugegeben auch damit zu tun hat, daß ich den 386er angeschlossen habe, und die Arbeitsfassungen vom Roman alle auf dem Pentium liegen ;-).


Aber auch dort hatte sich wieder das Phänomen eingestellt, daß ich mit dem Fortschritt der Handlung nicht zufrieden bin. Ich habe zwar noch einige Seiten (Aktschnszene) weitergeschrieben, die bisher nicht online sind, aber irgendetwas fehlt mir jetzt. Die ersten Seiten hatten eine richtig gute Atmosphäre und "sense of wonder" mit den detaillierten Beschreibungen von Natur und eher mysteriösen Dingen, aber dieses Gefühl bringe ich im Moment nicht hin. Immer etwas Dialog, dann passiert was, dann wieder etwas Dialog usw. Irgendwie hat vielleicht auch der kosmische Bombast (bzw. das, was in einem Film ein Effektgewitter wäre) die Stimmung rausgenommen.


Wobei aber die Kosmogonie (da nur Dialog bzw. Monolog) vielleicht der letzte Handlungsteil ist, auf den ich richtig stolz bin bzw. bei dem ich einen konkreten Unterschied zu den generischen Teenager-Fantasyromanen sehe, die es sonst so gibt. Fand die sonst auch noch jemand gut, oder ist das nur sinnbefreiter möchtegern-philosophischer Quark, der den Leser langweilen würde?


http://www.bruchbach.de/kosmo.pdf


Es gab halt auch so gar kein Feedback, daß mir irgendwie hilfreich sagen würde, welche Abschnitte funktionieren und welche nicht, wo die Charaktere sympathisch wirken und wo nicht etc. Ja, ich weiß, das Blog ist für sowas der falsche Ort, aber ich bin halt auch kein Freund von Bewertungswebseiten, wo ich den Text erstmal in irgendwelche "Masken" etc. einfügen muß.

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Dark Side of the Mouse - Teil 217.10.2016
Wenden wir uns wieder mal einem Thema zu, mit dem ich mich hier schon beschäftigt hatte - der langlebigen Comicreihe "Lustige Taschenbücher" (LTB), die seit 1968 in Deutschland hauptsächlich italienische Geschichte aus den Disney-Universen von Donald Duck und Micky Maus veröffentlicht.


Nun sind diese Ausgaben immer auch Spiegel ihrer jeweiligen Zeit bzw. von Veränderungen des Zeitgeistes. So kommt es durchaus vor, daß ältere Ausgaben für eine erneute Veröffentlichung geändert und umgetextet werden. Auch der allgemeine Stil hat sich im Laufe der langen Jahre immer wieder gewandelt, was vielleicht speziell im Fall von Micky Maus besonders auffällt, der sich vom ernsthaften Detektiv (mit oft sogar relativ düsteren Geschichten) zur reinen Spaßfigur mit überdrehten Stories gewandelt hatte. Der "Fachbegriff" ist Kaschperl-Micky, und die Bruchbach-Folge "Oh Badger, Where Art Thou" nimmt hierauf direkten Bezug.


Das Thema Tod und auch die damit verwandte Gewalt ist bei Disney ja generell unerwünscht. Im Duck-Universum wagt man sich ganz selten heran, ein klein wenig vielleicht noch bei Carl Barks und Don Rosa. Wenn derartige Themen in den italienischen Geschichten vorkommen, wurden es zumindest in frühen Jahren in deutschen Ausgaben stets wegzensiert und retuschiert, siehe Geschichten wie "Der Gegenspieler". Die Micky-Geschichten waren da stets etwas aufgeschlossener.


Interessanterweise findet sich in Ausgabe 80 "Fantastische Geschichten mit Micky" von 1982 eine erstaunlich pessimistische und nachdenkliche Geschichte, die immer wieder Bezug auf Tod, Folter, Krieg und Vorurteile nimmt. Das ist ungewöhnlich, gerade für den "späten" Zeitraum. In der ersten Hälfte der 80er gab es einen qualitativen Durchhänger, und die Ausgaben waren in der Regel deutlich schlechter und fließbandartiger als noch 10 Jahre zuvor. Um so mehr überrascht mich immer die Geschichte mit dem doch recht generischen Titel "Ärger mit den Vorfahren" in oben genannter Ausgabe durch ihren weltkritischen Unterton.


Die Grundidee ist erst einmal sehr absurd. Mike und Goofy reisen unbeabsichtigt durch die Zeit, und zwar mit Hilfe eines fliegenden, magischen Baumes, dessen Samen Goofy auf seinem Dachboden gefunden hat (ein Standardplotmuster). Das ist noch einige Jahre vor dem Plotbogen, der Micky und Goofy den Zugang zur Zeitmaschine im Museumskeller, und damit zu ständigen Zeitreisen ermöglicht. Was an der 1982er Geschichte auffällt, ist wie gesagt der ziemlich negative Unterton. An jeden Ort, an den Micky und Goofy kommen, werden sie mit Ablehnung begrüßt.


Hier ein paar exemplarische Auszüge.


Nachdem es in der Steinzeit schon Kloppe mit der Keule gab, landen sie im Zweistromland, wo Micky erstmal den klassischen Oberlehrer gibt.



Nachdem wir noch lernen, daß die Farben der Zikkurat für die Himmelskörper stehen, werden die beiden auf der obersten Stufe vom Hohepriester freundlich empfangen.



Nach einem Zwischenstop bei Dädalus und Ikarus (auch hier wird der tödliche Sturz von Ikarus in die Tiefe kurz gestreift) landen sie auf einer römischen Galeere im Krieg gegen Karthago.



Hier muß dem Übersetzer die Zeile bzw. Sprechblase verrutscht sein, denn der Ruf "Tod den Römern" kommt aus dem Schiff mit der SPQR-Flagge. Naja, vielleicht ist es ja ein unzufriedener Galeerensklave ;-).


Bei den Karthagern sollen Micky und Goofy als Kriegsgefangene in einem Fass ersäuft werden, und auch die Hunnen haben begeisterte Vorschläge.



Im nächsten Abschnitt der Reise wird die italienische Natur der Geschichten wieder deutlich, denn sie landen im Konflikt zwischen den beiden Städten Pisa und Lucca, und werden zum Tod im Hungerturm verurteilt, weil sie Fremde sind.



"Wo man hinkommt, überfall führen sie Krieg", "Die Menschen werden wohl niemals klüger" stellen beide fest, als die Armee von Pisa gegen Lucca in den Krieg zieht. Und kurz darauf noch einmal im Wilden Westen...



Das Ende vom Lied ist, daß sie endlich wieder daheim in Entenhausen ankommen (oder in Mausstadt bzw. Topolinopoli im Original) und sich endlich von den Strapazen erholen möchte. Nur leider zeigt der Spaziergang durch die Stadt nur wieder, daß Rücksichtslosigkeit und Verbrechen auch hier präsent sind. Was Micky am Ende zu einer zeitlosen Erkenntnis kommen läßt, die so gar nicht zum Lustigen Taschenbuch passt.



Wie sieht es in aktuellen Ausgaben aus? Gibt es dort ähnliche Geschichten?

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Lob für 386SX10.10.2016
Ein sinnbefreiter Fotobeitrag, aber mir war gerade danach. Weil mein hochgeschätzter 386SX (und seine Verwandschaft) in letzter Zeit ja mal wieder negative Meinungsmache erfahren haben, habe ich am Wochenende einfach mal ein paar grieselige Fotos gemacht, die ihn bei verschiedenen Aufgaben zeigen. Keine vom eigentlichen Rechner losgelösten Screenshots, sondern den kompletten Rechner im Bild. Im Grunde völlig nichtssagend, aber mir war danach.



Bildbearbeitung. In Farbe und bunt.



DOS-Adventures, hier z.B. ein klassisches Sherlock-Holmes-Adventure in 256-Farben-VGA. Das habe ich auf diesem Rechner auch schon durchgespielt.



Diskmags lesen, hier eine Ausgabe der Imphobia.



Jepp, es gehen sogar Emulatoren. Von Originalgeschwindigkeit ist man zwar meilenweit entfernt, und man muß im Fall C64 auch einen Emulator verwenden, der keine FPU benötigt, aber im Prinzip geht es. Falls also jemand behauptet, es geht nicht (oder nur mit uralten Sachen), hier der Gegenbeweis. Der schwarze Schattenbalken im unteren Bildbereich (auf dem Grau) kommt vom Röhrenmonitor fotografieren und ist sonst nicht zu sehen.



Und weil es so schön war, gleich nochmal.

Soviel dazu. Eigentlich wollte ich noch was mit Tracker oder Soundprogramm fotografieren, aber dann war ich zu faul, ihm die Soundkarte einzubauen. Die teilt er sich ja mit dem Pentium. Vielleicht ein anderes Mal mit Fokus der Fotos auf Klangzeugs.

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Amerikanische Unterhaltungskultur5.10.2016

Weil Fabian in seinem umfangreichen Kommentar (vielen Dank dafür) zum Spielzeugbeitrag weiter unten ja darüber geschrieben hatte, wie gerade die amerikanische Unterhaltungskultur die Welt schon immer klar in Gut und Böse (und Helden und Gegner) aufteilt, und wie das japanische Weltbild wegen der dortigen Kultur/Religion weit differenzierter ist, fiel mir folgendes Thema für einen Beitrag ein:


Dieser Tage hatte ich mir als MPGs mal einige Folgen aus dem amerikanischen Batman-Kinoserial von 1943 angesehen. Das ist aus heutiger Sicht ein sehr rassistisches und xenophobes Machwerk mit stark anti-japanischen Tendenzen. Nicht ohne Grund wird es auf archive.org auch unter dem Suchbegriff Propaganda geführt.


Da wird die unamerikanische Feigheit des japanischen Schurken schon mal mit Sätzen wie "That´s the kind of answer that fits the color of your skin..." kommentiert. Oder der patriotische Sprecher erklärt uns den Standort des Schurkenverstecks mit dem Satz "This was part of a foreign land, transplanted bodily to America and known as Little Tokyo. Since a wise government rounded up the shifty-eyed Japs, it has become virtually a ghost street" (bezugnehmend auf die Internierung von Japanern in Lager. Aus dem Grund sind natürlich auch keine japanischen Schauspieler im Serial bzw. sprechen alle "Japs" Englisch). Irgendwie ist das Versteck mit seiner goldenen Buddhastatue und den hübschen Bildern von blühenden Kirschbäumen auch nicht wirklich düster genug für all die dunklen Untaten. Naja, zumindest eine Fallgrube mit Krokodilen ist da ;-).


Als geheimer Oberschurke hinter dem verbrecherischen "New Order" wird auch gleich mal Kaiser Hirohito persönlich genannt, der dem Unterschurken Doktor Daka den Auftrag gegeben hat, die amerikanische Demokratie völlig zu zerstören, und die USA zur ferngesteuerten Kolonie des japanischen Weltreichs zu machen. Und das gleich noch mittels elektronisch gesteuerter Zombies und anderer Schurkereien. Muahaha. Ist schon etwas erstaunlich, daß der Tenno hier dem amerikanischen Zuschauer als Oberschurke verkauft wurde, aber dann knapp 2 Jahre später trotzdem zumindest nominelles Staatsoberhaupt seines Landes bleiben durfte.


Ansonsten haben wir halt die üblichen Qualitäten solcher Serials: dicke Plotlöcher, ständige Cliffhanger, die sich dann meist mit einer Form von Zuschauerveräppelung auflösen, häufige Prügeleien und Verfolgungsjagden, geringes Budget (kein Geld für ein Batmobil), schwache und/oder unpassende Darsteller (besonders der sehr spitzohrige Grinsekuchen als Batman) und deutliche Abweichungen vom Comicvorbild. So arbeiten Batman und Robin im Serial quasi als autorisierte Regierungsagenten im Auftrag aus Washington, damit sie gute Staatsbürger bleiben. The land of the free.


Kleine Ironie am Rande: als dieses Batman-Serial in den 80er Jahre aus Video erschien, gehörten die Rechte daran ausgerechnet Sony - laut wikipedia wurden alle anti-japanischen Inhalte entfernt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll, da sich die ganze Handlung eigentlich grundsätzlich um das Thema böse Japs/Ausländer vs aufrechte Patrioten dreht. Aber naja, die erste deutsche Synchronfassung von Casablanca kam ja auch völlig ohne Nazis aus - rein durch Schnitte und Textänderungen.


Es gibt verschiedene Folgen im ungekürzten Original auf archive.org, hier mal zwei Links mit den oben genannten Dialogzeilen:


https://archive.org/details/Batman1943SerialChapter115


https://archive.org/details/Batman1943SerialChapter415


Die Fassung zum Onlinegucken im Browser scheint mir allerdings einen sehr schlechten Kontrast zu haben, ich empfehle die MP4s zum Download bzw. die MPG-Fassungen dazu für ältere Rechner.


Batman war natürlich nicht der einzige amerikanische Held, der sich Anfang der 40er gegen die asiatische Gefahr gestellt hat. Auch Kollege Superman war in den Max-Fleischer-Cartoons patriotisch im Einsatz, siehe z.B. hier:


https://archive.org/details/japoteurs


https://archive.org/details/superman_eleventh_hour


Kritische Meinungen zu dem Kram bzw. auch zu dem ideologischen Fundament dahinter sind gerne willkommen.

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Spott über 386SX30.9.2016
Och Menno. Jedes Mal, wenn ich denke, daß ich mich mit all den Informationen und Mentalitäten im Forum64 doch anfreunden könnte (die vielen Projekte für C64 haben natürlich meine Sympathie) kommt wieder ein Tiefschlag - und ich kann mich einer gewissen Verzweiflung an der Moderne und ihrem Denken nicht erwehren.

In einem Thread zum Thema Herrichten eines 386SX riet einer der Beteiligten zum Entsorgen auf den Müll, und zwar mit folgender Begründung:

"Weil der 386SX einfach nur ne lahme / kastrierte Krüppelmaschine ist, bei der jedwede Mühe, die man da reinsteckt nur vergeudete Zeit ist. Da es Massenware ist, tuts auch nicht weh, diesen Haufen Schrott auf dem Recyclinghof einer neuen / besseren Bestimmung zuzuführen."

Warum schreiben Leute in einem Forum, daß sich der Wertschätzung alter Technik verschrieben hat, solche Dinge? Ich habe mich natürlich auch dort dazu geäußert. Und ja, auch andere Leute aus dem Forum haben der obigen Aussage mit passenden Worten widersprochen. Aber woher kommt die Motivation, so etwas überhaupt zu schreiben?

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Romanprojekt Selene - späteres Teilkapitel27.9.2016

Jetzt hätte ich es doch beinahe mit dem "New Chapter Release Day" am Montag geschafft. Eigentlich war der neue Abschnitt auch schon am Sonntag fertig, aber ich wollte noch etwas Feinschliff machen. Funktioniert hat es nicht recht, der Abschnitt ist wohl noch immer recht holprig.


Es ist auch wieder ein deutlich späterer Abschnitt, der vermutlich mindestens 40 - 50 Seiten nach den aktuellen Ereignissen stattfindet. Im Grunde also ein dicker Spoiler, aber ich musste mir über einige Zusammenhänge klar werden. Ich hoffe, es ist dem Leser der anderen Abschnitte so halbwegs klar, wo es zeitlich einzuordnen ist (Handlungsort Gefängniszelle in der Alienbasis). Es ist nur eine grobe Arbeitsfassung, an der sich sicherlich auch noch einiges verändern wird. Glücklich bin ich nicht damit, gerade der zweite Teil (Dialog) ist mir zu "menschlich" im Ton, und auch nicht wirklich düster genug.


Sollte das alles Düsterer sein? Hat jemand Ideen für den Actionpart oder den Dialog? Kann mich jemand auf ganz schlechte Abschnitte hinweisen?


Im ersten Teil hatte ich wieder die Schwierigkeit, Special-Effect-Action schreiben zu müssen. "Space Violence" um genau zu sein, was immer das auch ist. So was wie das hier vermutlich:


http://www.bruchbach.de/myrr.pdf


BTW, wer das Textzitat auf ein bekanntes Werk mittelalterlicher Literatur findet, ist gut ;-).


Mein generelles Problem ist halt auch, daß ich diese Art von Romanen für eine junge Zielgruppe gar nicht kenne. Ich weiß also nicht, wie man sowas formuliert. Ich hatte in der Bücherei nachgesehen, aber der ganze generische Teenylove/Fantasykram dort hat zwar schon jede Menge Engel, Dämonen, Götter, Vampire und Werwölfe zu bieten, aber das klingt mir in den Inhaltsangaben alles sehr kitschig. So nach konservativer Daily Soap, brodelnde Leidenschaft und heiße Liebe inklusive. Sex sells. Geht das nicht auch anders? Oder würde man da ein Genre eröffnen, für das es gar keinen Markt gibt, weil sich Teeny-Abenteuer, Fantasy, SciFi, Kitsch und verdröseltes Gelaber nicht zusammenfinden? Und keiner benutzt ein Smartphone ;-).


Ab jetzt werde ich wohl wieder in chronologisch korrekter Reihenfolge weiterschreiben, um vom bisherigen Ausgangspunkt über die Kosmogonie zu obiger Szene zu kommen. Und dann weiter.

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Analoge Medienplayer 201623.9.2016
Nachdem in den letzten Beiträgen öfter über moderne Medienformate und Player gesprochen wurde, muß ich mich doch noch mal in Kurzform lobend den analogen Medien zuwenden. Nicht, daß hier noch der Eindruck aufkommt, daß ich jetzt ständig digitale Medien konsumiere, nur weil man das mit DOS-Rechnern auch kann. Das wäre doch einseitig, viel zu perfekt und langweilig ;-).

Ich hatte es in früheren Beiträgen schon erwähnt, aber hier gerne nochmal: in den letzten Tagen habe ich mir zur Unterhaltung am Abend wieder vermehrt meine netten Audiokassetten mit den englischen Soundtracks von Serien und Filmen eingelegt. Da ist inzwischen doch einiges zusammengekommen. Jeweils eine 90-Minuten-Kassette mit den originalen Tonspuren von z.B. etlichen Folgen der alten Muppetshow oder Doctor Who oder Monty Python oder Marx-Brothers-Filmen etc. Irgendwann mal von Schnickschnackscheiben auf einem (über das Wochenende ausgeliehenem) "modernen" Gerät per Stecker Klinke auf Klinke auf den Kassettenrekorder überspielt. Legal ist das auch, denn die Scheiben dazu stehen ja unbenutzt im Schrank.

Die Herausforderung ist es immer ein wenig, komplette Filme oder Serienfolgen auf die 90 Minuten zu bekommen (oder man muß mehrere Kassetten verwenden). Bei Sachen wie Muppetshow oder Who muß man dann z.B. die Vor- und Abspänne weglassen, damit 4 Folgen drauf passen. Bei Filmen mit den Marx Brothers kann man gerne die langen Musiknummern der späteren Filme weglassen, die eh nix mit dem Humor und der "Story" zu tun haben - dann passt auch "Day at the Races" gut auf eine 90-Minuten-Kassette. Zum Nachvollziehen der Handlung aus den Tonspuren ist es manchmal hilfreich, die Bilder dazu zu kennen, oft würde es aber auch so klappen. Naja, Harpo Marx ist zugegeben weniger gut für Tonspuren geeignet, außer er spielt gerade Harfenmusik ;-).

Und bei solchen Kassetten kann ich irgendwie immer gut entspannen. Klassisches, analoges Medium, daß ich im Grunde auch auf einem 40 Jahre alten Gerät abspielen kann, weil die Kompatibilität immer noch vorhanden ist. Leichtes Rausches und gemächliches Drehen des Bandes im Rekorder mit einem leisen Motorsummen. So mag ich das. Keine Codecs, keine Updates, keine Prozessoranforderungen. Einfach nur analoges Audio vom Magnetband und das "Kopfkino" zu der Tonspur.

Hört eigentlich sonst noch jemand Tonspuren von Filmen, Serien etc. von Audiokassette bzw. nimmt solche auch selbst auf? Wahrscheinlich ein sehr obsoletes "Hobby", oder?

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Kosmogonie19.9.2016

Leider komme ich mit dem Schreiben an der Selene-Story nicht so ganz weiter.  Irgendwie habe ich jetzt wieder eine Phase erreicht, in der ich mit kaum etwas wirklich zufrieden bin. So habe ich am Wochenende 7 - 8 Seiten Storyfortschritt spontan einfach wieder gelöscht, weil mir der Stil und die Wirkung auf den Leser plötzlich nicht mehr gefallen haben.


Da waren zu viele statische Dialoge ohne wirkliche Bedeutung oder "sense of wonder" drin, bzw. eine allzu einseitige Dauerkabbelei darüber, warum sich Rick in seinem männlichen Stolz als Anführer herabgesetzt fühlt. Es machte beide Charaktere unsympathisch und gefiel mir dann gar nicht mehr, also weg damit. Das geht besser. Es war zumindest ein interessantes Plotelement über die "algebraischen Priester von Cron" drin, daß ich vielleicht nochmal aufgreifen werde. Da war eine Hauch von Zitat auf "Logopolis" mit dabei, falls das jemandem etwas sagt.


Ich werde jetzt mal anders an die Sache herangehen und nicht stur nach Reihenfolge schreiben, sondern mich zuerst den Ideen widmen, die mich inhaltlich besonders ansprechen. Es ist ja eine Art von Running Gag, daß Rick auf seine Fragen nach den tieferen Dingen immer veräppelt wird oder kryptische Antworten bekommt. Ich hatte ja schon die Smimpfs als unbekannte subatomare Partikel aus dem Hut gezaubert, und dazu wird er in jedem Fall noch die nutzlose Antwort bekommen, daß er doch für weitere Details dazu deren Anführer fragen soll. Wer das ist? Papa Smimpf natürlich. ;-).


Trotzdem sollte an einer Stelle eine etwas komplexere Kosmogonie kommen, und die sollte vielleicht in etwa so aussehen wie folgt:


http://www.bruchbach.de/kosmo.pdf


Dafür, daß ich mir den Kram gestern nachmittag aus den Fingern gesogen habe, IMO gar nicht mal so schlecht. Das sollte eventuell ein eigenes kurzes Kapitel bekommen, "Die Zahl in der Leere" oder "Die träumende Zahl" oder ähnlich.


Falls jemand Verbesserungsvorschläge hat oder logische Lücken in der Kosmogonie findet, immer her damit.

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Guter Medienplayer für DOS, inkl. MP4 und DivX15.9.2016
Diese Woche habe ich einen interessanten Beitrag im Forum auf win31.de gefunden, der auf einen neuen Medienplayer für DOS namens QuickView Pro 2.61 verweist. Da ist die aktuelle Version gerade erst im Juli 2016 erschienen, siehe Link hier:

http://www.multimediaware.com/qv/indexd.html

Das Programm bringt jede Menge aktueller Codecs mit, u.A. auch für MP4 und DivX in diversen Ausprägungen. Es läuft unter DOS 6.20 problemlos, und ich habe auch einige der Medienformate durchprobiert, soweit ich diese daheim vorliegen hatte. MPG läuft fullscreen ohne Probleme, bei hochauflösenderen MP4 kommt aber wohl mein Prozessor an die Grenze. Im Prinzip funktioniert es aber auch.

Technisch ist es dem Programmierer in jedem Fall gut gelungen. Im Unterschied zu Audioformaten habe ich Fullscreen-Video immer eher als Aufgabe für Windows gesehen, weil unter DOS doch einige Hürden zu überwinden sind. QuickView Pro macht all das automatisch und hat mit meiner ATI-Karte und meiner ISA-Soundkarte keine Probleme. Der einzige Abstrich ist, daß das Videobild unter DOS mit 60 Hz läuft, anstelle der gewohnten 85 Hz unter Windows.

Von der Bedienung her ist das Programm recht simpel gehalten: hauptsächlich Cursortasten, Enter und ALT + Buchstabe. An die große Menge der Funktionen von mpxPlay kommt es aber nicht ran. Was mich auch etwas verwundert, ist der klassische Vertriebsweg als Shareware: 3 Wochen Testzeitraum mit "Register Me"-Einblendung im Film und Warteschleife beim Beenden. Sollte man das heute noch so machen, anstatt DOS-Entwicklungen allgemein als Freeware anzubieten? Andererseits ist es eine seltene Leistung, die der Programmierer halt auch nicht verschenken möchte.

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Mea Culpa - oder auch nicht12.9.2016

Was mir dieses Wochenende bei einigen selbstreflektiven Gedanken mal wieder auffiel: irgendwie habe ich mit Webforen kein Glück. Selbst, wenn das Thema des Forums mit meinen Interessen generell auf einer Linie liegt, und selbst wenn ich versuche, höflich und durchdacht zu schreiben, ist trotzdem immer sehr schnell ein Punkt erreicht, an dem die Irritation der anderen Forenleute über mich derart zunimmt, daß es ganze Threads negativ beeinflußt. Aber liegt das nun hauptsächlich an mir und meiner verbohrten und selbstdarstellerischen Ideologie mit geringen social skills, oder an einem allgemeinen Klima in der modernen Fortschrittsgesellschaft?


Aktuelles Beispiel ist nach wie vor das Forum64. Und ein seltsames Phänomen, das meine Motivation betrifft. Wenn ich mir da manche alte C64-Zeitschrift wie den CF oder den Brotkasten Live ansehe, dann denke ich mir immer wieder, wie gerne ich dort aktiver mitgeschrieben hätte. Das liegt auch an all dem rebellischen Anti-PC-Geist und dem Widerstand gegen das Wintel-Imperium, der dort immer wieder zelebriert wurde. Man hat einfach darauf beharrt, daß man mit einem C64 in Originalausstattung alles erreichen konnte - sei es CAD oder DTP oder Pixelkunst oder was auch immer. Wer braucht schon PCs? Dabei gab es natürlich etliche Leute mit ideologischen Superscener-Scheuklappen, die auch einem gewissen Fanatismus zur Selbstdarstellung verfallen waren. Aber die rauen Ecken und Kanten waren vorhanden, und das gab auch immer wieder Feuer unter die "weltanschaulichen" Diskussionen intern oder mit anderen Anwendern.


Ich mag meinen C64 sehr gerne. Ich arbeite und spiele öfter damit. Und mir fallen auch manche Fragen und Ideen dazu ein. Wenn ich aber in das Forum64 gucke, dann finde ich irgendwie keinen einzigen Thread zum C64, an dem ich mich informativ oder mit Motivation beteiligen möchte. Irgendwelche modernen FPGA-Nachbauten und Programmiertools unter HD-Windows? Näh. Mag ich nicht. Viele Threads über Reparaturthemen? Da fällt mir nix zu ein. Mein C64 läuft seit 25 Jahren mit aller originalen Peripherie problemlos, da gab es nie was zu reparieren. Threads mit Downloadlinks zu Programmierprojekten? Kann ich auch nix dazu bieten, weil meine Arbeiten halt auf 5,25"-Diskette in einer Diskettenbox oder Schuhkarton stehen, und nicht PC-kompatibel online. Filme auf youtube zu C64-Games oder anderen luschtigen Sachen kenne ich auch keine. Themen wie "C64 vs PC", die einst die raue Kante ausgemacht haben, würden vermutlich mit dem Hinweis auf viel zu ernste Ideologie im Spaßhobby bedacht. Wie steht doch als Untertitel so schön in der PC-Rubrik des Forums: "Ohne geht es nicht..."


Langer Rede wenig Sinn: zu C64-Themen kann ich im Forum wenig beitragen. Weil ich mich aber trotzdem einbringen möchte, muß ich halt auf Themen warten, die sich um meinen (engen) PC-Horizont drehen. So wie dieses hier z.B.:


https://www.forum64.de/index.php?thread/68774-ist-windows-angemessen-proportioniert/


Dazu war es einfach zu einladend, zu erklären, daß für mich persönlich das letzte wohlproportionierte Windows im Jahr 1993 erschienen ist. Warum ich das denke, steht im Thread. Natürlich gab es durchdachten Widerspruch, mit dem Hinweis auf moderne Digitalkameras und Bildbearbeitung mit RAW-Formaten und großen Datenmengen, die kein 16-Bit-Betriebssystem verarbeiten könnte. Das ist sicher richtig und auch ein gutes Argument. Würde ich solche Daten wirklich benötigen,  hätte ich ein Problem. Okay, das Problem würde sich gar nicht stellen, weil ich derlei Daten von USB-Kram, Kärtchen oder Sticks mangels physischer Schnittstelle gar nicht auf den Rechner bringen würde ;-).


Im selben Atemzug mit dem korrekten Argument kam aber auch gleich wieder eine inkorrekte Meinung, nämlich die Aussage, daß man mit Windows 3.11 halt bei Input und Output auf die Art von Daten eingeschränkt wäre, die es schon vor knapp 25 Jahren gab. Das stimmt so nicht.


Was mir zu dem ganzen Argument mit der Bildbearbeitung in jedem Fall noch einfiel, war ein ganz kurzer Absatz mit meiner persönlichen Meinung, daß ich kein Freund von übermäßiger Bildbearbeitung bin, wenn dadurch eine digitale Fiktion erzeugt wird (z.B. durch Lichtstimmungsänderung, Retusche etc.). Ein Bild sollte die Natur wiedergeben, auch wenn diese Imperfektionen hat. Hatte mit dem Thema nichts zu tun, war nur meine Meinung. Und weil ich das so sehe, habe ich keinen Bedarf an digitalen Schnittstellen und dicken RAW-Formaten. Nur leider hat diese Aussage mal wieder die Büchse der Pandora geöffnet.


Plötzlich hieß es wieder, ich würde Bildbearbeitung (und die Moderne an sich) "verteufeln", das Ganze mit der unterschwelligen Aussage, daß dies nur aus ideologischer Verbohrtheit und vielleicht sogar aus Neid darüber geschieht, weil meine uralten Rechner und/oder Windows sowas gar nicht können. Dabei hatte ich nie irgendwas von verteufeln oder sonstwas gesagt, sondern nur kurz darüber sinniert, daß man manch übertriebener Bearbeitung gegenüber kritisch sein sollte. Das Resultat war jedenfalls, daß der Thread in eine völlig andere Richtung lief, und das Thema des Threadstarters verloren ging. Schade, und nicht meine Absicht. Ach ja, natürlich kam irgendwann zum wiederholten Mal die alte Frage, wie ich mich denn für die Inkonsequenz rechtfertigen kann, daß ich 1996 einen Rechner NEU gekauft habe. Das habe ich jetzt glaube ich schon dreimal beantwortet.


Und irgendwie macht das keinen Spaß. Hätte man Mitte der 90er in einem Heft geschrieben, daß man diesem oder jenem Nischencomputer treu bleibt, und/oder auch in Zukunft kein Umsteigen und Aufrüsten vor hat, hätte es zumindest von einer bestimmten Gruppe eventuell Lob und Interesse gegeben. Macht man sowas aber im Jahr 2016 in einem Webforum, heißt die Antwort oft Irritation.


Und das ist natürlich eine generelle Forensache. Nehmen wir mal hypothetisch an, ich würde mich in irgendeinem Forum anmelden, weil mich das Thema anspricht, und weil ich genug Wissen dazu habe. Nehmen wir weiter an, ich würde für einen guten Start gleich mal einen 2-Seiten-Text mit durchaus interessanten Infos und Fragen schreiben, der zu einem informativen Thread führen könnte. Ach ja,  irgendwo im Text würde ich in einem Nebensatz erwähnen, daß ich mir jetzt einen guten Film auf VHS anschaue, weil ich keinen DVD-Player besitze. Bam.


Und die restlichen 2 Seiten des Themas würden irrelevant werden. Man könnte dann quasi auf die Uhr schauen, bis der erste Antwortschreiber genau diesen Nebensatz zitieren, und dazu sinngemäß schreiben würde: "Häh? Augenkrebs oder was? Erklär das mal..." Und würde ich das tun, dann würden sich knapp 90% des restlichen Threads wohl nur um ein Thema drehen, daß mit dem ursprünglichen Anliegen gar nichts mehr zu tun hat. Guckt euch mal den an, der ist total veraltet. Wie kann man das nur verstehen? Wie kann man das nur ertragen? Wie kann man das nur rechtfertigen?


Übertreibe ich mal wieder, oder beschreibt das die aktuelle Situation? Falls ja, wo ist eine Durchdringung mit einseitiger Ideologie dann ausgeprägter - bei mir oder bei der Welt?


Ganz nebenbei noch eine andere Erfahrung mit dem modernen Internet: wie der Mangel an Feedback zeigt, ist das Blog doch eher der falsche Ort für mein Romanprojekt mit der Selene-Story. Ich habe auch etwas weitergeschrieben, aber online ist aktuell nur die "alte" 62-Seiten-Fassung, weil die andere Arbeitsfassung zu große Handlungssprünge hat. Was eigentlich schade ist, weil ein richtig guter Dialog in der neuen Fassung drin ist. Mal sehen.


Wie auch immer, ich hatte jetzt auch mal versucht, die Story auf einer Seite für Fanfiktion zu präsentieren. Da gab es tagelang keinen einzigen Kommentar, und als dann endlich ein einsamer Einzeiler kam, wies mich dieser darauf hin, daß die Story unter "Freie Arbeiten" doch falsch wäre, weil es ja eine Star-Trek-Fanfiktion ist. Autsch.


Kann ich bitte mein Internet von 1996 zurück haben?

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Kritischer Simpsons-Artikel31.8.2016

Ein recht interessanter Beitrag beim Spiegel zum Thema Simpsons. Eigentlich sollte es um den neuen Homer-Sprecher gehen, der wohl versucht, ähnlich wie Norbert Gastell zu klingen. Der Autor des Beitrages nutzt den Text aber eher zu einer Abrechnung mit der aktuellen Serie. Ob der mal drts-Leser war?


http://www.spiegel.de/kultur/tv/homer-simpson-in-neuer-staffel-neue-stimme-nichts-dahinter-a-1110216.html


Und dabei greift er tatsächlich alle Punkte auf, die seinerzeit schon in drts ganz oben auf der Kritikliste standen: Ende der "guten" Simpsons mit Staffel 9 (ich würde ja sogar noch weiter gehen und Staffel 7 als letzte herausragende Staffel bezeichnen, weil dann nämlich die geniale "Summer of 4 Ft 2" quasi das bestmögliche Serienfinale wäre), Jerkass Homer, Mangel an emotionalen Inhalten, dämlicher Humor, Abflachung etc. Auch in den Kommentaren gibt es zumindest bisher Zustimmung zur Kritik.


Ist eigentlich schade, daß es so lange gedauert hat, bis greifbare Kritik an der Serie auch in "großen" Mainstream-Artikeln und dem allgemeinen Serienbewußtsein auftauchte. Mittlerweile sind die guten Folgen und Staffeln nur noch ein schmaler Prozentsatz der gesamten Serie, und plötzlich fällt es auch Kolumnisten auf, daß etwas nicht mehr stimmt. Schnellmerker. Inzwischen scheint die Einsicht vom Niedergang aber zumindest bei Langzeitfans doch etabliert zu sein. Ein später Sieg, früher gab es doch oft Genörgel von selbsternannten "echten Fans", wenn man sich kritischer zu Entwicklungen geäußert hat, denn ein echter Fan findet schließlich alles gut, was zum gelben Kult gehört. Meh.

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Romanprojekt Selene - dritter Nachtrag29.8.2016
Montag etabliert sich jetzt langsam zum "New Chapter Release Date". Und weil ich sonst momentan auch nichts im Angebot habe, hier der Hinweis auf das fertige Kapitel 5:

http://www.bruchbach.de/selene.pdf

Der aktuelle Seitenstand sind 62 Seiten. Im oberen Bereich habe ich noch einige kleinere Details und Fehler nachgebessert, ansonsten beginnen die neuen Seiten am Anfang von Seite 50.

Wie üblich bin ich auch mit Kapitel 5 noch nicht ganz zufrieden. Zuerst war es mir etwas zu ernst, dann war es mir etwas zu albern. Jetzt ist halbwegs Balance da - einige Abschnitte sind relativ gut gelungen, andere weniger. Ich arbeite dran. Zumindest entwickelt sich jetzt langsam der Plot, und die Sache wird vermutlich auch noch dezent düsterer. Wofür mir zugegeben ein wenig das Talent fehlt, sind kewle Actionszenen oder gar romantischer Kram oder Kitsch, daher (zu)viel Dialog.

Geschrieben habe ich einen Großteil des neuen Kapitels übrigens auf dem 486er-Notebook unter Win-Works 3.0. Das Umwandeln in ein passendes Format für die htm war auch hier kein Problem. Was ich beim Schreiben natürlich nicht zur Hand habe, sind google und wikipedia und sonstiger Onlinekram. Wenn ich thematisch also irgendwo völlig falsch liege, dann bitte darauf hinweisen.

Ach ja, letzte Woche habe ich noch eine Sammelseite mit allen Windows-3.11-Screenshots gemacht, die ich für gelungen genug halte. Sind meist die altbekannten Sachen und nur oben zwei Neue, wobei neu aber auch relativ ist. Ich hänge zur Zeit zu sehr an dem einfachen Design. Hier der Link (Vorsicht, arg große Bilder, bitte nicht mit 56K-Modem aufrufen, das dauert dann länger):

http://www.bruchbach.de/win2016.htm

Kritik und Vorschläge zur Story sind immer willkommen. Für bestimmte Abschnitte habe ich aber jetzt einen roten Faden, den ich natürlich nicht vorab verraten will.

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Toy Story 197723.8.2016
Weil ich gerade Zugriff auf einen Scanner habe, hier mal ein kleiner Beitrag, den ich schon lange machen wollte. Es ist ein etwas ungewöhnlicher Beitrag, aber ich kann ja nicht nur noch Geschreibsel und ewig gleiche Screenshots von meinen Rechnern bloggen. And now for something completely different...

Ich habe ja viele alte Comics aus den 70er Jahren herumliegen, die auch immer als Spiegel jener Zeit zu betrachten sind. Das zeigt sich in vielerlei Aspekten, z.B. auch in den Leseranzeigen. Besonders interessant sind hierbei aber auch Anzeigen und Werbung für die junge Zielgruppe jener Tage.

Exemplarisch habe ich mir mal ein paar klassische Fix&Foxi-Ausgaben aus den Jahren 1977 und 1978 rausgesucht, in denen besonders viele Spielzeug-Anzeigen vorkommen. Was können uns diese Anzeigen über ihre Zeit sagen?



Die 70er Jahre waren natürlich die Zeit der maskulinen Spielsachen mit toughen Actionmännern und ihren Gadgets. Obiger Bob Power ist dafür ein gutes Beispiel Mit Super Tornado, Action Radar und Blitz Pack mit Blitzstrahler. Klingt alles mächtig gefährlich, im Endeffekt dürfte aber nicht viel dahinter stecken. Aber zumindest kann er seine Ausrüstung für wahre Abenteuer und für den männlichen Kampf mit der Natur einsetzen.



Etwas problematischer erscheint mir da schon jene Anzeige zum "Mondbasis Adventure 2000" von Matchbox. Ja, das Wort "2000" klang noch futuristisch. Allerdings wirkt der martialische Ton in den Beschreibungen der Fahrzeuge doch irritierend. Der Jagd-Commander hat eine abschußbereite Rakete auf dem Dach. Der Felsbrecher mit Radargerät hat ebenfalls eine Abschußrampe. Der fliegende Jäger und Aufklärer zeigt uns zwei Geschützrohre. Und wem das alles zu pazifistisch ist, für den gibt es rechts natürlich noch den Kämpfer mit drehbarem Doppelgeschützturm. Auch die drei Spielfiguren haben ihre Waffen gezogen. Das ist der kalte Krieg auf dem Mond.



Wie uns dieser Ausschnitt aus einer Anzeige für ein elektronisches "Laserkampf"-Brettspiel zeigt, war auch dort der Krieg der Vater aller Dinge. Da konnte der Junior seinem alten Herrn als Feind noch richtig eine vor den Bug knallen.



Eine verkleinerte DINA4-Seite zu einer ganzen Familie von hypermaskulinen Actionmännern. Big Jim, Big Jeff, Big Jack, Big Josh und Dr. Steel (bei dem scheint es für das "Big" nicht gereicht zu haben, aber dafür hat er an der Kung-Fu-Akademie promoviert). Die können Karate schlagen, Bizeps anschwellen lassen und ein Muskelband sprengen. Außerdem sind es fünf spärlich bekleidete Herren, die zusammen in einer alternativen Community im Wald wohnen und mit ihrer Festhaltehand so richtig zugreifen können, wie uns die Skizze zeigt.

Also wirklich. Kann nicht mal einmal jemand auch nur für eine Sekunde an die Kinder denken? ;-)



Hier noch was ganz ohne Spielzeug, aber mit gesunder Ernährung. Es kommt ja bisweilen vor, daß sich irgendwelche Werbemaskottchen mit den Hauptdarstellern eines Comics zusammenfinden. Das ist dann meist irgendeine Anbiederung an den Werbekunden, bei der Maskottchen und Produkt gelobt werden. Daher finde ich das Beispiel hier aus dem Jahr 1977 immer ganz amüsant, weil Lupo dem Werbetony einfach mal so eine reinhaut. Vielleicht will uns das alles ja die Kraft und den Elan zeigen, die Frosties verleihen. Vielleicht mag Lupo aber auch einfach keine Instrumentalisierung für Werbung ;-).

Was sagen uns all diese Anzeigen über ihre Zeit aus? War es eine bessere Zeit, weil Spielzeug noch nicht in der augmented reality und ihrem Updatezwang existierte, und man sich nicht nur vernetzt mit anderen im Wettbewerb messen konnte? Weil die Fantasie und das "Begreifen" im Wortsinn noch mehr gefordert war und auch der Blitzstrahler von Bob Power doch nicht ganz hielt, was die Werbung versprach? Oder war es eine schlechtere Zeit, weil das Thema maskulines Rollendenken und Krieg auch die Spielzeugwelt sehr stark durchdrang? Und sind wir heutzutage wirklich weiter, oder sind die selben Themen noch immer präsent und haben nur ihr technisches Erscheinungsbild verschoben?

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