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Ein Blog mit kritischen Texten zum digitalen und polierten Zeitgeist des 21. Jahrhunderts, zum persönlichen Leben im 20. Jahrhundert als Aspekt der privaten Individualität und Denkanregungen dazu, warum auch sogenannte "alte", analoge und imperfekte Dinge ihren Reiz haben. Warnung: das Blog kann blasphemischen Mangel an Respekt für die überlegene "Großartigkeit" der Moderne enthalten. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Dies und das und DOS goes GBA26.5.2017

Nachdem sich schon zwei Leute per Mail nach meinem Befinden erkundigt haben, muß ich doch mal wieder ein Lebenszeichen per Blog senden. Ich bin noch da. Ich war in den letzten 2 - 3 Wochen nur sehr selten online, im Juni sollte es dann wieder regelmäßige und auch etwas substanzvollere Beiträge geben (ja, auch zum Thema Selene). Hoffe ich.


Was gibt es in Kürze zu berichten?


Das Gigahertz-Notebook mit XP habe ich inzwischen wieder hergegeben und für den Flohmarkt gespendet. War ja ganz nett, aber ist nicht meine Welt. Der seltsame Aktivierungscountdown war auch fast abgelaufen, soll sich jemand anderes damit rumärgern. Es hat mir aber ein paar Anreize für "neue" Dinge gegeben, die ich gerne mit DOS und WfW 3.11 probieren und umsetzen möchte.


Dieser Tage hatte mich mein 386SX25 mal kurz erschreckt, als er nach dem Einschalten kein DOS mehr startete, sondern mit Piepen die Meldung "Controller Error" anzeigte. Sollte die 175-MB-Festplatte nach nicht mal 25 Jahren Betrieb defekt sein? Sie klang aber ganz normal, also konnte der Fehler nur in der Elektronik liegen. Um die Daten wäre es schade gewesen, es sind doch knapp 100 MB an Windows, Programmen, Spielen, Texten und MOD-Files etc. drauf.


Bei genauerer Betrachtung stellte sich aber heraus, daß einfach nur das IDE-Kabel am Anschluss auf dem Board etwas locker war. Kurz festgedrückt und siehe da, Platte läuft wieder ganz normal und Rechner bootet, alle Daten wieder da. Problem gelöst.


Auf dem Pentium habe ich in den letzten Wochen in der Gameboy-Color-Emulation die beiden Zelda-Games "Oracle of Seasons" und "Oracle of Ages" durchgespielt, die sich ja durch ein Passwortsystem auch zu einer großen Handlung (mit Endkampf gegen Ganon) zusammenfassen lassen. Das ist zwar alles recht umfangreich, hat mich aber nicht so wirklich beeindruckt - es fehlt oft die Atmosphäre und/oder Schrägheit anderer Teile, es wirkt zu sehr nach Zelda "vom Reißbrett". Okay, die Rätsel auf Basis der wechselnden Zeit und Jahreszeiten sind teilweise ganz amüsant, aber viele Dinge sind auch eher frustrierend und auf künstliche Dehnung der Spielzeit ausgelegt.


In jedem Fall dachte ich, daß ich jetzt mit den 2D-Zeldas auf DOS-Rechner am Ende sein würde. Es gibt aber noch einen weiteren Teil für Gameboy Advance namens "The Minish Cap". Nun ist ein GBA ein Gerät aus dem 21. Jahrhundert mit einer gänzlichen anderen Architektur als vorherigen Gameboys, inklusive eines 32-bittigen RISC-Prozessors. Sollte ein 21 Jahre alter Pentium mit DOS das noch "zustande bringen"? In der Tat, er tut es, wenn auch nicht mehr ganz in Originalgeschwindigkeit ("nur" 70 - 75%). Ob das am Emulator liegt, oder ob der bereits so effektiv wir nur möglich arbeitet, kann ich nicht sagen.


Ansonsten spricht mich das Spiel nicht sonderlich an, im Gegensatz zu den wunderbar "kindlichen" älteren Teilen wirkt es oft eher nur "kindisch" und auf kunterbuntes Casual Gaming ausgelegt. Man bekommt alles lang und breit x-mal erklärt, und selbst mit nur relativ ziellosem Rumlaufen habe ich es in kurzer Zeit schon bis in das Minish-Dorf und vor den ersten Dungeon-Eingang geschafft. Und die komische Plappermütze (wohl die namensgebende Minish Cap) nervt jetzt schon.


Hier dennoch ein paar obligatorische Fotos vom DOS-PC-Monitor (Einstellung 15-Bit-Farbe, Auflösung 800 x 600 per Upscale). Bunt allein macht aber noch kein gutes Spiel.








Ich werde es mir mal noch ein Stück ansehen, vielleicht wird es noch besser.

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Linux26.5.2017
Dieser Aktivierungscountdownterrorismus ist ja ein Argument dafür, PCs mit Linux zu betreiben. ;) Du sagtest allerdings einmal, Linux habe dich nie so besonders interessiert -- obwohl es auch eine Neunzigerjahreerfindung ist: Der erste Kernel wurde 1991 geschrieben, nur zwei Jahre nach der Erfindung von WWW/HTML durch Tim Berners-Lee.

Allerdings war die Installation des Pinguinsystems in den 90ern auch noch ein steiniger Weg, wie ich in meinem Gastbeitrag andeutete: http://bruchbach.simpleblog.org/88415/

Das vollständig flache Speichermodell war jedoch immer ein Vorteil. Unter Linux meutert ein Compiler nie, weil irgendein Datenfeld "zu groß" ist.

Was ich auch ganz interessant finde, ist TempleOS (http://www.templeos.org/), ein seltsames Leichtgewichtbetriebssystem, geschrieben "auf Befehl von Gott" von Terry Davis, dem wahnsinnigen Programmierer (klingt irgendwie wie "Abdul Alhazred der wahnsinnige Araber" bei H. P. Lovecraft!). TempleOS sieht äußerlich wie ein Oldschool-System aus, inspiriert ist es u. a. von dem C64-System, zum Laufen braucht es allerdings einen hochmodernen 64-Bit-Rechner, da Gott (Terry Davis zufolge) nur 64-Bit-Prozessoren schätzt... wobei der VGA-Standardgrafikmodus 640x480x16 zu wählen ist, u.a. weil dieser Modus es Kindern leicht macht, mit Grafikprogrammen Bilder für Gott zu malen (äh, ja).

Irgendwann in kommender Zeit werde ich das gute Stück mal in der Virtual Box starten...

-- Fabian
Geschrieben von Anonymous

Linux für Spiele?29.5.2017
Fabian, was sind deine Erfahrungen mit Spielen unter Linux? Lässt sich auf deinem Linux-Computer gut zocken?
Meine Erfahrung sagt mir, dass viele Emulatoren auch auf Linux vorhanden sind. Damit ist die Spieleauswahl alter Schätze unter Linux natürlich sehr groß. Aber ob es wohl das Gleiche ist, ein DOS-Spiel unter Dosbox oder auf Originalhardware zu spielen? Mein aktuelles Lieblingsspiel "F1GP" läuft im Emulator nicht wirklich gut. So schnell wird sich nicht jeder von den alten Maschinen abbringen lassen, so sperrig und laut sie auch sein mögen!
Dagegen funktionierte das langsame "Warcraft 2" in Dosbox sogar so gut, dass man über's Netzwerk mit Linux und Windows 98 (im MS-DOS-Modus!) ein IPX-Spiel anzetteln konnte.

Auf meinem Pentium 2 unter Windows 98 lief der GBA-Emulator ebenfalls nicht flüssig. Zu wenig Power dafür. Bei einem durchaus schnellen Spiel wie "Zelda, The Minnish Cap" macht das schon ein anderes Spiel daraus, wenn es langsamer abläuft. Aber schön, dass dein Computer auch GBA-Spiele abspielen kann. Mögen unsere Maschinen ewig funktionieren.

< Bird >
Geschrieben von Anonymous

Untitled Comment30.5.2017
Nanu. Daß der GBA-Emulator auch auf einem Pentium 2 noch ruckelt, überrascht mich jetzt doch etwas. Welches Programm verwendest du? Eine Windows-Version? Meine Fassung ist der DOS-Port von NO$GBA, da zeigt er mir immer eine Leistung von um die 70% an - mal mehr, mal weniger. Ich hatte gedacht, ab etwa einem P233 wäre man da im Originalbereich.

Natürlich verändert eine gewisse Trägheit das Spielerlebnis, aber gerade bei Spielen wie Minish Cap fällt das IMO jetzt nicht so extrem auf, die Rätsel und Spielweise bleiben ja die gleiche. Bei schnellem Actionkram Marke Metroid oder Castlevania sieht das wohl anders aus, da würde die Trägheit sicher stören.

Auf jeden Fall zeigt es wieder, daß sich auch mit einem "ollen" DOS-Rechner mit gepflegtem Alter immer wieder neue Spielwelten erschließen lassen, seien es Konsolen, 8-Bit-Homecomputer oder Amiga. Deswegen verstehe ich das Argument auch nie so ganz, wenn Leute sagen, sie "müssten" aufrüsten und sich dem Standard anpassen, wenn sie neue Spielerlebnisse haben wollen.

Hat von den Bloglesern eigentlich schon jemand den DOS-Port von Quake 2 ausprobiert? Der kam doch letztes Jahr raus. Setzt der spezielle Hardware voraus bzw. reicht eine 1996er Grafikkarte mit 2 MB? Nur mal so aus Interesse.
Geschrieben von Bruchbach

Spiele unter Linux31.5.2017
@Bird

Oh, auf meinem PC lässt sich problemlos zocken -- meine, DOOM (in der Portierung zdoom) läuft reibungslos. Mit all den verschiedenen WADs und Modifikationen, die im Laufe der Zeit kreiert wurden, ist das ein ganzes Spieluniversum. Kürzlich habe ich "Yukkuri DOOM" (eine dadaistische Variante mit Animethema) durchgespielt... mal schauen, vielleicht verlege ich mich irgendwann auf ein anderes Spiel. Früher habe ich (auf Windows 98) nächtelang Empire Earth gezockt.

Meinen Rechner nutze ich vor allem zum Programmieren, für Grafik, zum Schreiben, Videos rendern und ein wenig Webdesign! :)

Viele Grüße,
Fabian
Geschrieben von Anonymous

Untitled Comment6.6.2017
Wieder ist dein DOS-Programm NO$GBA effizienter als mein Windows-Programm, der VisualBoyAdvance! Mit NO$GBA läuft die Emulation der Advance-Spiele auch auf meinem Pentium 2 flüssig. Erneut ist es an der Zeit, vor MS-DOS und seinen verfügbaren Programmen die Kappe zu ziehen.
Die DOS-Version von Quake 2 hat unter Windows 98 gut funktioniert. Man benötigt aber eine eigene Version von Quake, wobei auch die Demo-Version benutzt werden kann. Zu den Systemvoraussetzungen: War das nicht so, dass sich der Pentium ganz besonders dadurch hervorgetan hat, 3D-Figuren in Spielen besser abzubilden? Du wirst viele Disketten brauchen, um die ganzen Quake-Dateien auf deine alten Maschinen zu übertragen.

Also stellen wir fest, dass auf Linux auch Spiele im alten Stil vorhanden sind. Vielleicht nur nicht ganz so viele wie unter Windows/DOS.

< Bird >
Geschrieben von Anonymous

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