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DOS goes Amiga28.4.2017

Für jemanden, der Emulatoren gar nicht mag, gebe ich mich in letzter Zeit zuviel damit ab. Meh. Aber sei es drum - es erweitert das Spektrum eines DOS-Rechners doch erheblich, wenn man damit auch auf die "Welten" anderer Computer und Konsolen zugreifen kann, gerade auch im Bereich Spiele.


Ein Rechner, um den ich emulationsmäßig bisher immer einen Bogen gemacht habe, ist der Amiga. Das hat verschiedene Gründe. Einerseits war mir zumindest der 500er nie sonderlich sympathisch, da er immer den Ruf einer reinen Daddelkiste hatte (und alle mir bekannten Leute, die einen hatten, ihn auch nur dafür benutzten, sich aber trotzdem über meinen Plus/4 amüsiert haben). Ein Rechner, der nach dem Starten nur ein Bild mit einer Diskettenhand zeigt, hat irgendwie wenig Persönlichkeit.


Im CF machten gerade einige der Amiga-Fans immer einen dezent "fanatischen" Eindruck und waren offenbar der Meinung, daß der Amiga der einzig wahre Computer und alles andere nur der "Gegner" wäre. So wurde auch eifrig dazu geschrieben, daß ein dahergelaufener Intel-PC doch niemals nie einen Amiga brauchbar emulieren könne, weil der Amiga voll genial und MS-DOS voll doof ist.


Irgendwann tauchte aber dann doch der Begriff UAE (kurz für Unix Amiga Emulator) auf. Allerdings hieß es dann oft, daß die Emulation nicht ordentlich läuft, daß die Hardwareanforderungen sehr hoch sind, und das ganze Programm extrem kryptisch zu bedienen wäre. Kürzlich habe ich mich jetzt aber doch mit einem älteren DOS-Port des UAE beschäftigt - und siehe da, mit ein paar Einschränkungen läuft er gut, zumindest als 500er Emulation. Ein 1200er mit AGA geht mit dieser Version wohl nicht.


Als Hardwareanforderung wird in der txt ein 486DX4/100 empfohlen, also sollte ein Pentium 166 theoretisch keine Probleme damit haben. In der Praxis sieht es aber so aus, daß er ohne Ton zwar flüssig läuft (bzw. sogar ein wenig zu schnell), mit Ton und cooler Amiga-Musik allerdings stark in der Geschwindigkeit einbricht. Naja, ein Amiga mit seinen vielen Spezialchips ist halt doch aufwändiger zu emulieren, als jetzt ein C64 oder ein Gameboy.


Aber es funktioniert auch ohne Gigahertz und 32-Bit-Windows, hier der Beweis vom DOS-PC-Monitor (schlechte Fotos):




Startbildschirm des Emulators



AmigaDOS




Kitschig süß - Rodland



Turrican 3 in der Amiga-500-Version


 

Und gleich nochmal Turrican 3. Mir gefallen die Teile 1 und 2 aber besser. Teil 3 hat ja nicht mal den Rundumschuß, nur so ein komisches Energielasso. Teil 1 war so ziemlich das erste Amigaspiel, daß ich seinerzeit gespielt habe, und es hat mich (vom Plus/4 mit 16-KB-Spielen kommend) zugegeben doch auch beeindruckt. Aber ein Amiga-Fan war ich wie gesagt irgendwie nie.

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Untitled Comment28.4.2017
"Ein Rechner, der nach dem Starten nur ein Bild mit einer Diskettenhand zeigt, hat irgendwie wenig Persönlichkeit."

Was zeigt denn ein PC ohne Festplatte und ohne eingelegte Bootdiskette an?

Ich finde es traurig, dass einige Amiga-Anhänger ihre Hochnäsigkeit anderen System gegenüber bis zum heutigen Tag pflegen. Als Atari ST-Fan könnte ich in diesen Fällen kontern, dass Commodore noch vor Atari pleitegegangen ist ;-).

Gerry
Geschrieben von Anonymous

Untitled Comment28.4.2017
Ganz alte PCs sollen tatsächlich ein BASIC aus dem ROM starten, wenn das Betriebssystem fehlt. Ansonsten ist ein PC ohne Betriebssystem, Startdiskette oder Festplatte halt ein "unbeschriebenes Blatt", den man mit allen möglichen Dingen füttern könnte. Der Amiga 500 verlangt da nur seine Kickstart-Diskette und klackert mit dem Laufwerk rum (soweit ich weiß, rattert das Laufwerk auch ständig, weil er immer wieder zugreift/nachschaut, oder?).

Von meinem "primitiven" 8-Bit-Plus/4 war ich da anderes gewohnt. Der zeigte beim Einschalten sein nettes BASIC 3.5 und man konnte sogar über die F-Tasten die im ROM eingebaute (wenn auch schlechte) Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc. aufrufen. Der Amiga war technisch zwar überlegen, wirkte aber immer etwas wie eine "Konsole", die man erst mit Spielen füttern musste. Zumindest bei den Leuten, bei denen ich ihn damals gesehen habe, denn Anwendungsprogramme hatten die kaum bis gar nicht.

Zumindest im CF (also Mitte 90er) waren mir manche Amigafans zu elitär und einseitig. Kann schon sein, daß ein gut ausgerüsteter 1200er mit Festplatte einer "DOSe mit Windoofs" technisch überlegen war, aber sympathisch war das Gebabbel eher nicht.
Geschrieben von Bruchbach

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