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Ein Blog mit kritischen Texten zum digitalen und polierten Zeitgeist des 21. Jahrhunderts, zum persönlichen Leben im 20. Jahrhundert als Aspekt der privaten Individualität und Denkanregungen dazu, warum auch sogenannte "alte", analoge und imperfekte Dinge ihren Reiz haben. Warnung: das Blog kann blasphemischen Mangel an Respekt für die überlegene "Großartigkeit" der Moderne enthalten. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Link to the DOS12.12.2016
Ich bin ja eigentlich kein Freund von Emulatoren. Entweder, es gibt ein Spiel für eine bestimmte Plattform, oder man verwendet eben das originale Gerät. Schließlich gehört die greifbare Hardware und ihre materielle Existenz als haptische Erfahrung mit zum anwenden und/oder spielen. Außerdem mißfällt es mir immer, wenn Emulatoren sogar unter DOS auffallend hohe Hardwareanforderungen stellen, "nur" um ein älteres Gerät nachzubilden.

Das mag zwar bisweilen notwendig sein, weil eine akkurate Nachbildung der komplexen Bausteine nicht ohne eine gewisse Rechenleistung auskommt, aber auch hier gäbe es zumindest manchmal sicher auch elegantere Lösungen, die mit "weniger" auskämen. Ich habe da oft den Verdacht, daß die Programmierer ihren Emulator halt auf dieser oder jener schnellen PC-Hardware geschrieben haben, und dann einfach davon ausgehen, daß diese Hardware als gegeben zu gelten hat (weil sie ja eh "jeder" haben sollte).

Aber sehen wir uns ein praktisches Beispiel an.

Vor einigen Monaten hatte ich auf einem SNES-Emulator unter DOS den Zelda-Teil "A Link to the Past" durchgespielt. Das ging in Farbe und bunt sogar "noch" auf dem Notebook mit Pentium 120 (siehe hier) - vermutlich würde auch ein schneller 486er ausreichen. Obwohl ich sonst ja kein Konsolenspieler bin, hat mir das Spiel sehr gut gefallen. Diese Art von Action-Adventure oder auch Action-RPG gibt es zugegeben unter DOS kaum, von eher fragwürdigen Portierungen wie "Knights of Xentar" mal abgesehen. Wobei Letzteres durchaus auch auf einem 386er läuft. Aber es sollte doch gerne wieder etwas Zelda-mäßiges sein, falls möglich mit dem selben Stil und Gameplay.


Die neueren Teile sind ja alle auf 3D ausgelegt bzw. auf moderne 32-Bit-Konsolen, für die man massig Rechenleistung braucht. Gefällt mir beides nicht. Also landete ich letztendlich bei dem spielerisch sehr ähnlichen "Link´s Awakening" - welches es aber dummerweise nicht für SNES, sondern nur für den Gameboy in Monochrom gibt. Also musste dafür ein guter Gameboy-Emulator unter DOS her. Was an sich erst mal kein Problem darstellt, denn man findet etliche Programme dazu online, darunter auch viele neuere DOS-Programme aus dem 21. Jahrhundert. Praktisch ergaben sich aber doch einige Schwierigkeiten.


Viele dieser neueren Emulatoren scheinen unter DOSBox für DOSBox geschrieben zu sein, also eine Emulation in der Emulation. In echtem DOS 6.20 wollten diese jedenfalls nicht so recht. Auch mit der Hardwareerkennung hapert es, so konnten Programme mit einer gepflegten ISA-Soundkarte nur wenig anfangen. Meh. Ich will doch den orchestralen Sound einer Gameboy-Erfahrung erleben ;-). Last but not least sind auch die Hardwareanforderungen oft extrem hochgeschraubt. So steht z.B. in der txt zu einem Emulator, daß man auf einem Rechner mit 400 Mhz wohl noch mit den Frameskip-Werten herumprobieren sollte, um flüssiges Gameplay zu erreichen. Sonst noch was? Wie kann es sein, daß ein bunter SNES-Emulator völlig stabil auf einem Pentium 120 läuft, und hier ein monochromer Gameboy-Emulator plötzlich nach 500+ Mhz kräht? Wohlgemerkt alles unter reinem DOS.


Am Ende haben ich dann einen älteren Emulator namens VGB gefunden. Und siehe da, die moderaten Anforderungen in der txt werden mit "486DX-33 (empfohlen DX-66)" angegeben. Na also, es geht doch. Das macht zwar optisch und komfortmäßig jetzt nicht besonders viel her, der Bildausschnitt ist ein wenig klein geraten, und die Farbwahl ist auch nicht ganz original, aber wohl in der Optik anpassbar. Egal. Es ist absolut flüssig spielbar, inklusive Ton und Musik.. Und für ein Gameboy-Modul scheint die Welt des Spiels auch extrem umfangreich zu sein. Also fangen wir doch gleich mal an.








Die Schlußpointe der ganzen Story ist mir übrigens schon bekannt bzw. steht sie ja eigentlich auch im Spieltitel. Aber sei es drum. Das erste Instrument habe ich im ersten Tempel bereits gefunden, aber das ist wohl nur ein kleiner Schritt hin zur Lösung. Ein paar Tauschgeschäfte habe ich auch schon gemacht, als letztes habe ich jetzt die Bananen vom Krokodil bekommen. Nun sagt mir die Eule, ich soll in den Sumpf gehen und die Kiddies vor der Bibliothek erzählen mir, daß ich einen entführten Hund retten soll. Den habe ich in einer Höhle wohl auch schon gefunden, aber da steht so ein grober Klops im Weg und macht mich jedes Mal nieder. Mal überlegen und weitergucken.


Hat es von den Bloglesern sonst schon jemand durchgespielt?

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Schöne Erinnerungen12.12.2016
Ach, Link's Awakening durchzuspielen gleicht einem wunderschönen Traum. Dieses Spiel kann nur jemand schaffen, der noch Kind ist. Alle anderen sind geistig zu träge und zu unmotiviert, um diese Welt auf dem Gameboy zu erkunden. Es macht wahnsinnig und so viel Spaß zugleich. Dieses Spiel überrascht, während es dich im nächsten Augenblick rat- und rastlos zurücklässt. Eine sehr lange Reise steht dir bevor, Chris. Als ich sie vor ziemlich genau vier Jahren auf meinem violetten Gameboy Color antrat, hat mich schon das erste Dungeon mehrere Tage aufgehalten, weil ich nicht wusste, dass man den einen Stein verschieben konnte! Weitere Erinnerungen kann ich nicht verraten, denn es würde wichtige Eindrücke für deinen Weg vorweggreifen. Spielst du das Spiel eigentlich auf Deutsch?

< Bird >
Geschrieben von Anonymous

Untitled Comment12.12.2016
Klar hab ich das alles durchgespielt. Damals schon, ohne Emulator, auf dem SNES, dem dazu passenden Super GameBoy und portabel auch auf dem Gameboy Color (ist das schon zu neumodisch mit Farben? *g*).

Oracle of Seasons/Ages käm für dich dann evtl auch noch in Frage, aber das gabs schon nur für den Gameboy Color. Keine Ahnung, ob dein Emulator das auch kann, aber ich halte es für nicht unwahrscheinlich.

Ach, und falls du Link's Awakening auf deutsch durchspielst, achte mal drauf, was genau da steht, wenn von einer "Möwe" die Rede sein sollte :)

Ich meine mich auch zu erinnern, dass ich in den 90ern auch sowas wie nen Zelda-Klon (Grafik eher auf SNES-Niveau) für MS-DOS gespielt habe. Ich komm aber leider nicht mehr auf den Namen, obwohl ich grad schon ne Weile überlege und danach suche :-/

Und einfach nur weil ichs kann, mach ich jetzt mein originales NES an, das am modernen Flatscreen-TV hängt und ein Modul mit SD-Karte enthält, auf dem alle Spiele sind, die je für das NES erschienen sind. Und dann zock ich ne Runde Zelda 1 :)

elzoido
Geschrieben von Anonymous

Untitled Comment13.12.2016
Ich spiele eine englische Fassung. Entgeht mir da kreativ oder humoristisch irgendetwas, abgesehen von lustigen Tippfehlern? Ich vermeine mich noch dunkel zu erinnern, daß mal die Rede davon war, daß einige nicht ganz jugendfreie Dialoge in der deutschen Fassung ein wenig entschärft sind. Oder verwechsle ich da Spiele?

Den groben Klotz, der den Hund bewacht, habe ich jetzt auch besiegt. Den muß man durch Ausweichen gegen Wände laufen lassen, dann kippt er kurz um, und man kann ihn angreifen. Die Schwierigkeit dabei ist, daß er ständig Speere wirft, und man ihn immer in die Mitte des Raumes locken muß, damit er effektiv gegen die Wände knallt, und nicht vorher abbremst. Ich hatte zuerst gedacht, man braucht vorher eine spezielle Waffe, aber Schild und Schwert reichen schon aus.

Man muß diese Quest auf jeden Fall zuerst lösen, denn der Pacman-Hund frisst ja die Blumen weg, die im Sumpf den Weg blockieren. Ohne ihn kommt man wohl gar nicht in den zweiten Tempel.

Was vielleicht auch nicht jeder weiß: Crossbow von Crest hatte mal einen Ansatz für ein Link-to-the-Past-artiges Spiel auf dem C64 programmiert. Sieht gut aus, wurde aber nie weiterentwickelt, siehe hier:

http://www.gamesthatwerent.com/gtw64/mythos/
Geschrieben von Bruchbach

Pssst... nicht zu laut...14.12.2016
Zu der Übersetzung: Erstens entgeht dir die alte Rechtschreibung. An Tippfehler kann ich mich nicht erinnern. Der Übersetzer hieß "Moyse" und hat in der deutschen Version einige Textboxen etwas "freier" übersetzt. Er hat somit einigen Szenen im Spiel eine komplett andere Bedeutung zukommen lassen. Zumindest werden sich solche Sätze nie wieder in einem Zelda-Spiel finden lassen. Das betrifft nur die deutsche Version von Link's Awakening, deswegen sei sie dir ganz besonders ans Herz gelegt. Aber nicht die DX-Version, denn da ist der Coup des Übersetzers natürlich aufgeflogen und seine Übersetzung wurde angepasst.
Mehr sollten wir dazu nicht sagen, denn solche Momente muss auch die kommende Generation unvoreingenommen erleben.

< Bird >
Geschrieben von Anonymous

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