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Ein Blog mit kritischen Texten zum digitalen und polierten Zeitgeist des 21. Jahrhunderts, zum persönlichen Leben im 20. Jahrhundert als Aspekt der privaten Individualität und Denkanregungen dazu, warum auch sogenannte "alte", analoge und imperfekte Dinge ihren Reiz haben. Warnung: das Blog kann blasphemischen Mangel an Respekt für die überlegene "Großartigkeit" der Moderne enthalten. RSS-Feed: http://www.simpleblog.org/rss.php?u=Bruchbach

Analoge Medienplayer 201623.9.2016
Nachdem in den letzten Beiträgen öfter über moderne Medienformate und Player gesprochen wurde, muß ich mich doch noch mal in Kurzform lobend den analogen Medien zuwenden. Nicht, daß hier noch der Eindruck aufkommt, daß ich jetzt ständig digitale Medien konsumiere, nur weil man das mit DOS-Rechnern auch kann. Das wäre doch einseitig, viel zu perfekt und langweilig ;-).

Ich hatte es in früheren Beiträgen schon erwähnt, aber hier gerne nochmal: in den letzten Tagen habe ich mir zur Unterhaltung am Abend wieder vermehrt meine netten Audiokassetten mit den englischen Soundtracks von Serien und Filmen eingelegt. Da ist inzwischen doch einiges zusammengekommen. Jeweils eine 90-Minuten-Kassette mit den originalen Tonspuren von z.B. etlichen Folgen der alten Muppetshow oder Doctor Who oder Monty Python oder Marx-Brothers-Filmen etc. Irgendwann mal von Schnickschnackscheiben auf einem (über das Wochenende ausgeliehenem) "modernen" Gerät per Stecker Klinke auf Klinke auf den Kassettenrekorder überspielt. Legal ist das auch, denn die Scheiben dazu stehen ja unbenutzt im Schrank.

Die Herausforderung ist es immer ein wenig, komplette Filme oder Serienfolgen auf die 90 Minuten zu bekommen (oder man muß mehrere Kassetten verwenden). Bei Sachen wie Muppetshow oder Who muß man dann z.B. die Vor- und Abspänne weglassen, damit 4 Folgen drauf passen. Bei Filmen mit den Marx Brothers kann man gerne die langen Musiknummern der späteren Filme weglassen, die eh nix mit dem Humor und der "Story" zu tun haben - dann passt auch "Day at the Races" gut auf eine 90-Minuten-Kassette. Zum Nachvollziehen der Handlung aus den Tonspuren ist es manchmal hilfreich, die Bilder dazu zu kennen, oft würde es aber auch so klappen. Naja, Harpo Marx ist zugegeben weniger gut für Tonspuren geeignet, außer er spielt gerade Harfenmusik ;-).

Und bei solchen Kassetten kann ich irgendwie immer gut entspannen. Klassisches, analoges Medium, daß ich im Grunde auch auf einem 40 Jahre alten Gerät abspielen kann, weil die Kompatibilität immer noch vorhanden ist. Leichtes Rausches und gemächliches Drehen des Bandes im Rekorder mit einem leisen Motorsummen. So mag ich das. Keine Codecs, keine Updates, keine Prozessoranforderungen. Einfach nur analoges Audio vom Magnetband und das "Kopfkino" zu der Tonspur.

Hört eigentlich sonst noch jemand Tonspuren von Filmen, Serien etc. von Audiokassette bzw. nimmt solche auch selbst auf? Wahrscheinlich ein sehr obsoletes "Hobby", oder?

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Ein traumhaftes Hobby!24.9.2016
Ich werfe der Audiokassette mal vor, unkonstant zu sein. Wenn du beispielsweise Geräusche darauf überspielst, unterscheidet sich die Kassettenaufnahme von der Originalaufnahme in kleinen Details (z.B. dass es sich verschwommener und weicher anhört). Das ist für jemanden, der sich in der Musik vertiefen kann, wahrnehmbar, sodass eine Kassettenaufnahme zu einer neuen Hörerfahrung wird. Musikstücke klingen auf einmal anders, und bei Tonaufnahmen von Sportveranstaltungen sind plötzlich Töne vorhanden, die vorher nie gehört wurden! Das ist bereichernd, und deswegen werden Audiokassetten bei ihren Freunden nicht so schnell links liegen gelassen.
Ich benutze Kassetten immer noch. Letztes Jahr habe ich eine Kassette mit 120 Minuten Amiga-Musik von Moby (Monsieur Motte) bespielt. Man muss endlich keinen Computer mehr anschalten, um großartige Musik von MOD-Dateien zu hören. Manche Lieder klingen auf Band besser, andere etwas weniger schön, da sich der Fokus innerhalb es Liedes verlagert und manche Tonspuren stärker hervortreten oder untergehen. Kassetten machen Spaß, aber nur bis zum Bandsalat...

< Bird >
Geschrieben von Anonymous

Untitled Comment26.9.2016
Gut gesagt. Die Individualität der Bandaufnahme kommt quasi aus dem Material selbst, daß zu Unterschieden vom Original führt. In kleinen Nuancen eben sogar von Kassette zu Kassette. Da braucht man dann keine künstlichen Filter etc., die Veränderung liegt in der Natur der Sache. Und eine digitale Quelle wird quasi von ihrem Ursprung "entkoppelt", da die Bandaufnahme als Kopie eben unabhängig von solchen Dingen wie Codecs oder Updates oder der aktuellen Jahreszahl wird.

Mit deiner VHS bin ich jetzt übrigens fast durch. Echt coole Musik. Nochmals Danke :-)
Geschrieben von Bruchbach

Untitled Comment27.9.2016
Wenn ich im Radio einen spannenden Beitrag höre, nehme ich diesen heutzutage immer noch mit meinem Radiorecorder auf Kassette auf. Das geht schneller, als den Rechner anzuschalten um nach einer Downloadmöglichkeit der Sendung zu suchen oder die Mitschnittsoftware anzuwerfen.

Da wir viele, viele Jahre keinen Videorecorder hatten (der wurde erst Anfang der 90er angeschafft), habe ich damals alle Filme und Serien zu Anfang noch auf Tonband, später dann auf Kassette aufgenommen. Die Aufnahmegeräte konnte ich bequem per DIN-Kabel an den Fernseher anschließen :-).

Gerry
Geschrieben von Anonymous

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